Tiergeschichten - Überblick

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HPKatzendiabetes


Geschichten 53
 
Ich mag Mäuse, aber...
 
Ich mag wirklich gerne Mäuse. Ich springe nicht schreiend auf einen Tisch, wenn eine auftaucht. Ich mag ihre Quirligkeit und ihre blanken Augen. Neulich waren wir auf dem Bremer Freimarkt im Mäusezirkus. Ich habe meinen Mann so lange bekniet, bis er mitging, und wir haben lange die Mäuschen dort drin bei ihrem geschäftigen Treiben beobachtet.
 
 
 
 
Ich hatte auch schon in der Schule Mäuse zur Beobachtung, zum Entsetzen des Hausmeisters, für den diese Tiere nur Schädlinge waren. Mehrere Wochen beobachteten wir in einem alten Aquarium, das zum Terrarium umfunktioniert worden war, Feldmäuse beim Bau ihrer Gänge und beim Sammeln der Vorräte. Nach einigen Wochen musste aber selbst ich zugeben, dass der Geruch in der Klasse zunahm:-). Da dieses Terrarium sehr naturgetreu war, mit Erde gefüllt und nicht nur mit Streu, ließ es sich nämlich nicht gut  reinigen. Die Mäuschen wurden wieder in die Freiheit der Dünen entlassen.
 
 
Wie gesagt, ich mag Mäuse, doch nun kommt das große ABER....
 
An anderer Stelle habe ich schon erzählt, dass unsere Bonnie uns gerne mit allerlei Tieren beschenkt, Vögel, Eidechsen, Schmetterlinge und natürlich auch mit Mäusen. Hast du die Geschichte mit der Badezimmerwaage gelesen? Bonnie kam lange Zeit nur mit "Gesichtskontrolle" in die Wohnung, und wir waren lange mäusefrei.
 
Doch leider wurde ich mit der Zeit leichtsinnig, dachte auch wohl, Bonnie hätte gemerkt, dass wir diese Art von Geschenken nicht zu würdigen wussten. Das Fenster mit der Katzentreppe zum Hof blieb also manchmal wieder geöffnet, vornehmlich frühmorgens, wenn die Katzen schon einen Trip nach draußen unternehmen wollten, während wir uns noch einmal wohlig im Bett umdrehten.
 
Eines Morgens fiel mir beim Frühstück in der Küche auf, dass beide Katzen wie gebannt vor unserer Geschirrspülmaschine saßen. Wir verstummten, und richtig, wir hörten es auch: Da raschelte etwas hinter der Schranktür. Ein vorsichtiger Blick hinter die Kulissen: NICHTS. Aber zwei erfahrene Katzen irren sich nicht (außerdem wusste Bonnie es ja besser, aber noch ahnten wir das ja nicht). Die beiden blieben unbeirrt sitzen, und wir vermuteten: Sie hat uns wieder eine Maus angeschleppt.
 
 
Es konnte uns allerdings nicht sonderlich schrecken, schließlich waren wir unterdessen, mäuseerfahren, Besitzer von zwei Lebendfallen, die nun im Unterschrank der Küche aufgestellt wurden, mit einem leckeren Köder darin.
 
Gleich in der ersten Nacht zeigte sich ein Erfolg. Der Köder war weg. Die Maus aber auch!!! Sie hatte es geschafft, sich durch das Eingangsloch der Falle zurückzuzwängen. Sie musste noch sehr klein sein, eine Babymaus, denn die Öffnung war wirklich winzig. Wir bogen den Draht noch enger, nach menschlichem Ermessen konnte eine Maus sich zwar reinzwängen, aber unmöglich wieder rauskommen.
 
Nichts ist unmöglich! Unser Mäuschen schaffte es nach einigen Tagen wieder, den Köder zu fressen und die Falle zu verlassen. Diesmal war es aber wohl schwieriger gewesen, sie war mitsamt der Falle aus dem Schrank durch die Küche gepurzelt, hatte sich aber letztendlich befreien können. Sie tat mir schon richtig Leid.
 
Eine Falle zum Töten der Maus wollte ich unter keinen Umständen aufstellen, also folgten weitere Versuche, das Mäuschen zu überlisten. Doch es hatte aus Erfahrung gelernt und ging in diese Art Falle nicht mehr rein. Wir wollten aber auch nicht, das es verhungerte, verdurstete und unter den Küchenmöbeln starb und so einen unerträglichen Geruch verbreitete wie die Maus im Badezimmer. Also blieb uns nicht anderes übrig, als es zu füttern. Es bekam Äpfel, harte Brötchen,  und frisches Wasser stand auch bereit. An den Nagespuren konnten wir sehen, dass es sich die Nahrung gut schmecken ließ. Zu Gesicht bekam ich es nur einmal. Es sah mich aus seinen blitzeblanken Äuglein an und verschwand wie ein Blitz unter der Maschine. Besser konnte man es ja auch kaum treffen, geschützt vor Katzen, warm, und Futter gab´s obendein.
 
Bonnie und Clyde saßen ab und zu vor dem betreffenden Möbelstück, aber da sie trotz aller Bemühungen die Maus nicht erwischten, wurde es ihnen bald langweilig.
 
Das Fenster stand weiterhin geöffnet zur Verfügung. Bonnie schleppte nichts mehr herbei. Oder doch??
 
Im Dezember, mittlerweile hatten wir das Mäuschen schon ungefähr 8 Wochen, besorgten wir uns auf dem Festland eine andere Art Lebendfalle. Es war unmöglich, daraus zu entkommen, wenn die Tür zugeklappt war. Jemand hatte uns erzählt, dass er eine Maus lebend mit Milkyway gefangen hatte, das möchten Mäuse furchtbar gern. Wir hatten kein Milkyway, aber Bounty.
 
Ein relativ großes Stück wurde in der Falle platziert, der Bügel gespannt, die Falle aufgestellt, und das Warten begann. In der ersten Nacht tat sich nichts, das Mäuschen war wohl satt oder misstrauisch. Doch am Morgen des zweiten Tages machten wir eine seltsame Entdeckung. Der große Köder war weg, die Falle stand offen wie zuvor, doch vom Mäuslein keine Spur. Wie hatte es das geschafft?? Erst alles aufgefressen und sich dann vorsichtig wieder rausmanövriert? Rausziehen konnte es den Köder nicht, dann wäre die Falle zugeschnappt. Ein zweiter Versuch, Köder noch raffinierter gelegt, verbunden mit dem Mechanismus, Falle gespannt und aufgestellt. Das musste klappen, schon eine leichte Berührung ließ die Tür zufallen. Doch wieder ein Misserfolg. Köder weg, Falle offen, Maus satt unterm Schrank. Es war so, als ob es nicht mit rechten Dingen zuginge! 
 
Unser Mäuschen hielten wir bei Laune, mit Käse und Brot und einem Apfel. Dazu gab es als Angebot leckeren  Schinken in zwei weit geöffneten Lebendfallen. Aber es tat sich nichts.
 
Dann waren wir wieder einige Tage weg. Als wir wiederkamen, platzte mir endgültig der Kragen. Die ganze Spüle und die Kühlschrankfläche waren voll von Mäusekötteln, außerdem hatte sie noch überall hingepinkelt. Es gibt  eine Redensart: Wenn die Katze nicht zu Hause ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. So war es wohl bei uns zugegangen. Party!
 
Auch meine Geduld hat einmal ein Ende. Ich stellte eine "richtige" Mausefalle auf, nahm dem Mäuschen seine Vorräte weg, und gleich in der ersten Nacht hatte ich Erfolg. Unser Mäuslein war mausetot:-(
 
Ich mag Mäuse, aber irgendwann hat das Grenzen.
 
Am Abend des gleichen Tages saßen wir in unserer Küche, als wir plötzlich das uns wohlbekannte vertraute Rascheln und Knuspern unterm Schrank hörten. Wie war das möglich? Das Mäuschen war doch schon begraben. Logisch, natürlich war noch eine zweite Maus dort. Bonnie war doch wohl nicht faul mit Nachschub gewesen, nur wir hatten es im wahrsten Sinne des Wortes verpennt. Wieder wurde die Falle aufgestellt, die richtige:-( Wieder hatten wir auf Anhieb Erfolg. Auch Mäuslein Nummer 2 fand ein schnelles Ende.
 
Das Fenster war nun aber schon lange  zu. Bonnie durfte nur noch mit strengster "Gesichtskontrolle" in die Wohnung.
 
Einige Tage gingen ins Land, wir feierten Weihnachten, wir hörten keine Geräusche mehr, und auch das immer noch unten im Schrank liegende harte Brötchen schien unberührt zu sein. Endlich wieder mäusefrei!!
 
Doch im Hinterkopf hegten wir einen schrecklichen Verdacht. Wenn das nun ein Mäusepärchen gewesen war?! Zeit zum Kinderkriegen hatten sie genug gehabt. Also blieb die Falle stehen, und tatsächlich, nach einigen Tagen war eine dritte Maus drin, keine kleine, auch eine große.
 
Wenn nun aller guten Dinge drei sind, dann ist die Geschichte hiermit zu Ende. Wenn die drei dort unten aber....??!! Ich mag es gar nicht zu Ende denken, darum stehen  die Fallen  immer noch dort, zwei Lebendfallen und eine zum Garausmachen. Mäuslein, ihr habt die Wahl!!
 
Ich hoffe sehr, dass es nicht eine "never ending story" wird.
 
 
Ist sie nicht süß??
 
 
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