Tiergeschichten - Überblick

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HPKatzendiabetes


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Ein Goldhamster macht seinem Namen Ehre
 
 
Lang, lang ist´s her, dass diese Geschichte passierte, in den 70er-Jahren, als unsere Kinder noch klein waren. Schon damals hielten wir jede Menge Tiere, mehrere Meerschweinchen, Kanarienvögel, Zebra- und Reisfinken, viele Aquarienfische und Christines Goldhamster Mucki, von dem hier in einer Geschichte schon einmal die Rede war. Einen Hund und Katzen hatten wir damals noch nicht.
 
Ein Goldhamster wird auch in dieser Geschichte eine Rolle spielen, doch davon später.
 
Die erste Episode mit dem Ehering meines Mannes  ereignete sich, als unser Stefan so ungefähr dreieinhalb  Jahre alt war. Im Sommer gingen wir mit den Kindern oft an den Strand, dort waren sie am besten aufgehoben.Wir fuhren weit raus, dort waren nicht so viele Kurgäste, aber der Weg vom Parkplatz zum Wasser war weit. Stefan liebte es, seine vier Jahre ältere Schwester Schwester Christine zu necken, um nicht zu sagen, zu ärgern.
 
 
An diesem Tag trieb er es zu schlimm, und mein Mann gab ihm einen kleinen Klaps auf den Po. Wirklich nur einen KLEINEN Klaps, aber mit GROSSER Wirkung. Mein Mann war nämlich gerade auf Diät, hatte schon tüchtig abgenommen, auch an den Fingern:-) und schwups, flog ihm der Ehering vom Ringfinger, irgendwohin in den weißen Dünensand. Der Sand war knochentrocken, der Ring versank sofort, und wir wussten nur ungefähr die Stelle, wo er hingeflogen war.
 
Ein eifriges Suchen ging los. Nur Stefan suchte nicht mit, verständlich. Er hopste rum wie Rumpelstilzchen und rief immer wieder: Das ist die Strafe, das ist die Strafe!!!!
 
Alles Mögliche kam im Sand zum Vorschein, kaputte Muscheln, rostige Metallgegenstände, Vogelfedern, aber kein goldener Ehering. Er war im wahrsten Sinne des Wortes wie vom Erdboden verschluckt.
 
Mitleidige Kurgäste blieben stehen. „Suchen Sie was Wertvolles? Haben Sie Ihren Autoschlüssel verloren?? Können wir helfen?” „Nein, nein”, wiegelten wir ab.„ Wir suchen nicht Besonderes.” Schließlich wollten wir ja nicht jedem auf die Nase binden, dass wir nach Gold gruben.
 
Eine Stunde lang buddelten wir wie die Kaninchen, ohne Erfolg. Dann gaben wir zunächst einmal auf. Es war spät geworden, die Kinder mussten ins Bett, und eigentlich hatten wir auch schon jede Hoffnung aufgegeben. Es war so, als ob man eine Stecknadel im Heuhaufen suchte. Wir markierten uns die besagte Stelle unauffällig und fuhren niedergeschlagen nach Hause. Einen Ehering kann man nicht so ohne weiteres ersetzen.
 
Doch als die Kinder schliefen, fuhren mein Mann und ich noch einmal los, diesmal mit einem Sieb aus dem Sandkasten bewaffnet. Unterdessen war an der besagten Stelle auch kein Publikumsverkehr mehr, und so konnten wir in Ruhe unsere Schatzsuche fortsetzen. Plötzlich blinkte es golden im weißen Sand. Da lag der Ring, genau an der Stelle, wo wir stundenlang gesucht hatten. Was für eine Erleichterung!!
 
Zu Hause kam der Ring zunächst in eine Schatulle, denn er passte ja nicht mehr an den zu dünnen Ringfinger.
 
Doch irgendwann waren die abgespeckten Pfunde wieder drauf, und mein Mann konnte seinen Ring wieder anstecken. Er sah wieder verheiratet aus:-)))
 
Doch irgendwie scheint er ein gestörtes Verhältnis zu diesem Ring zu haben. Einige Zeit später kam er zerknirscht aus unserem Garten, in dem er gearbeitet hatte. Der Ring war schon wieder weg. Unser Garten, damals noch größtenteils ein Gemüsegarten, ist riesig. Dort einen Ring wiederzufinden, ist beinahe unmöglich. Mein Mann wusste auch nicht, in welcher Ecke er ihn verloren hatte, er hatte es erst viel später bemerkt. Also schrieben wir seinen Ehering endgültig in den Rauch, schließlich waren wir ja auch so verheiratet:-)
 
Der Sommer ging zu Ende, im Herbst und Winter hielten wir uns wenig im Garten auf. Der Ring tauchte nicht wieder auf. Er war schon fast vergessen.
 
Eines Tages im Frühling danach kam unsere Nachbarin mit traurigem Gesicht die Treppe runter. Ihr geliebter Goldhamster war gestorben. Sie wollte ihn gerne im Garten begraben und hatte sich auch schon einen Platz ausgesucht. Im Garten  stand eine große Pappel, darunter sollte das kleine Tier seine letzte Ruhe finden. Sie grub ein kleines Loch, um den kleinen Karton einzubuddeln. Und was glänzte dort in der Frühlingsssonne, genau an der Grabstelle des Goldhamsters: der Ehering !!
 
So machte ein Goldhamster seinem Namen Ehre.
 
 
Das war unser Mucki