Tiergeschichten - Überblick

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HPKatzendiabetes


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Laras Unfall und die Operation
 
18 Jahre musste ich auf einen eigenen Hund warten, und dann begann alles mit Pech, Pech und nochmals Pech.
 
Cliff, unser erster Neufundländer musste mit 5 Monaten eingeschläfert werden. Derry, sein Nachfolger, brachte im Alter von 9 Wochen eine schwere Dünndarmoperation hinter sich. Den dritten Neufundländer, unsere Lara, bekamen wir am 31. Oktober 1995. Von der ersten Minute an war sie unser Hund. Anhänglich, lieb, aber wild wie eine Hummel!! Mit wehenden Ohren raste sie durch die Wohnung, tobte am Strand rum und versuchte, hohe Dünen zu erklimmen.
 
 
Lara mit 4 Wochen
 
Durch unsere Züchterin der Belmer Bären, Frau Lampe, waren wir sehr gut beraten worden, um die gefürchtete HD (Hüftgelenksdysplasie), die so leicht bei großen Hunderassen auftritt, zu vermeiden.
 
Wir fütterten ein sorgfältig zusammengestelltes Futter , genau zurechtgemixt von Frau Lampe, und wir vermieden eine Überanstrengung der Gelenke durch zu langes Laufen oder sogar Laufen am Fahrrad im ersten Lebensjahr.
 
Genau das hatten wir bei Derry falsch gemacht. Wir meinten,  etwas Gutes zu tun, indem wir ihn am Rad laufen ließen, wir glaubten, seine Muskulatur zu stärken, förderten aber nur die Entwicklung einer HD. Er hatte eine mittlere HD, die ihm aber glücklicherweise nie Probleme in seinem langen Leben gemacht hat.
 
Bei Lara wollten wir alles besser und richtig machen. Natürlich waren tägliche Spaziergänge angesagt, aber zeitlich begrenzt.
 
Eines Tages fuhren wir zum Ostende der Insel, dort sind ausgedehnte Flächen, wo ein Hund sich austoben kann. Lara war gerade fünf Monate alt. Es hatte gefroren, die  kleinen Gräben waren vereist, darüber lag eine dicke Schneeschicht.
 
Lara war immer noch wild bis zum Gehtnichtmehr. Rennen, rennen, rennen! Übermütig sprang sie in einen hohen Schneehaufen und versank bis zum Hals in der weißen Pracht.
 
Danach wurde sie plötzlich auffallend ruhig. Wir sahen genauer hin, mein Gott, der kleine Hund, der eben noch wie besessen getobt hatte, humpelte plötzlich. Sofort ging es nach Hause, und als erstes rief ich aufgeregt unsere Züchterin an. Sie gab mir gute Ratschläge und beruhigte mich. So selten ist es wohl nicht, dass ein junger Hund mal humpelt.
 
Nach einem Tag humpelte Lara immer noch. Deswegen gingen wir nun zu  unserem Tierarzt. Auch er sah die Angelegenheit zunächst nicht so tragisch. Gebrochen schien nichts zu sein, wahrscheinlich waren die Bänder nur gezerrt. Schonen, den Hund  an der Leine halten, dann würde es sich geben.
 
Lara wollte trotz Humpelns nicht geschont werden. Sie wollte weiter rennen und war todunglücklich, plötzlich nur noch an der Leine ausgeführt zu werden. Nach einigen Tagen waren wir noch einmal beim Tierarzt und ließen das linke Vorderbein röntgen. Auf dem Bild war nichts zu sehen. Wir schonten unseren kleinen Hund weiter und hofften darauf, dass die Zeit alle Wunden heilt. Das Humpeln ging nicht weg.
 
Bei einem unserer nächsten  Wohnwagenbesuche  suchten wir die Tierklinik in Oldenburg auf, Dr. Vick, der unserem Derry in einer Notoperation mitten in der Nacht das Leben gerettet hatte. Vielleicht konnte er mehr sehen oder hatte andere diagnostische Möglichkeiten in seiner Klinik. Doch auch hier ergaben neue Röntgenaufnahmen keinen Befund. Lara humpelte unverändert weiter. Meine Züchterin empfahl mir jede Menge homöopathische Mittel, ich wandte sie alle brav an, der Zustand des Tieres blieb unverändert.
 
Unterdessen waren 7 Wochen ins Land gegangen, unsere Osterferien begannen. Wir fuhren wieder zum Wohnwagen mit unser Humpel-Lara, voll Verzeiflung, dass auch mit unserem dritten Hund gleich zu Beginn alles schief ging und sich noch immer keine Besserung zeigte.
 
Ich stand in ständigem Kontakt mit unserer Züchterin, die wirklich immer Zeit für mich und meine Sorgen hatte. Sie empfahl uns, mit Lara nach Düsseldorf zur Tierklinik Dr. Hämmerling zu fahren. Dort wurden alle  Hunde ihrer Zucht auf HD untersucht. Nur von besonders geschulten Tierärzten übernimmt der VDH die Eintragung des HD-Befundes in seine Unterlagen.
 
Glücklicherweise bekamen wir sofort einen Termin. Es war eine weite Fahrt. Lara wurde nun zum dritten Mal geröntgt, in Rauschnarkose natürlich, in allen möglichen Positionen. Nach kurzer Zeit waren die Aufnahmen entwickelt, Dr. Hämmerling warf einen kurzen Blick darauf und zeigte uns, was die Ursache des Humpelns war. Ein Knorpelstück im linken Ellenbogen, groß und nun deutlich sichtbar, war abgebrochen, behinderte das Gelenk bei der Bewegung und verursachte Schmerzen. Die Hüften hatte man gleich mit untersucht, wir hätten mit 6 Monaten sowieso zum Vorröntgen gemusst, sie waren beide einwandfrei.
 
Doch der Ellenbogen musste operiert werden. Das Knorpelstück hätte sonst auf Dauer eine schwere Arthrose verursacht, und vor allem hätte Lara ständig Schmerzen gehabt.
 
Eine Woche später waren wir wieder in Düsseldorf, und unser Liebling wurde operiert. Es waren lange Stunden des Wartens, bis wir sie wieder bekamen, kahlgeschoren auf der linken Seite, stark einbandagiert. Ein furchtbarer Anblick, mir kamen die Tränen in die Augen. Ob sie je wieder richtig laufen können würde?
 
Sie konnte es!!! Schon wenige Tage nach der Operation zerrte sie an der Leine und wollte toben. Die Schmerzen waren weg, es konnte wieder losgehen. Aber sie musste noch wochenlang an der Leine laufen, bis alles gut verheilt war und die Bandagen abgenommen werden durften. So wurde sie um einen Teil ihrer unbeschwerten Jugend betrogen, aber es ging leider  nicht anders.
 
Das Knorpelstück hat uns der Doktor gezeigt, fast so groß wie ein Markstück, ganz flach. Wir hätten es zur Erinnerung mitnehmen dürfen, aber nein danke, das musste nicht sein.
 
Nach einigen Monaten war alles vergessen. Laras Fell  war nachgewachsen, in der Bewegung war sie kein bisschen eingeschränkt, eine nochmalige Nachuntersuchung zeigte ein glänzendes Ergebnis, und auch die Hüftgelenke waren TOP: HD-frei!
 
Auf der sogenannten „Hundewiese” auf der Insel (in der Nähe des Weststrandes) tobte unsere Lara mit Sunny, ihrer besten Freundin, nun wieder  herum, bis beide hechelnd mit glänzenden Augen sich ins Gras legten, um sich auszuruhen. Was ist ein Hundeleben doch schön!
 
 
Bitte, wirf den Ball!!
 
Die Leidenschaft, den Tennisball zu holen, hat Lara von ihrem Vater geerbt, Ch Terry vom Elsterufer, der leider im Juli 2002 verstarb.
 
 
Terry vom Elsterufer, Laras Vater