Tiergeschichten - Überblick

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HPKatzendiabetes


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Ein Erlebnis im Zoo Logabirum
 
Diese Geschichte ist vor fast 35 Jahren passiert, aber weil sie so lustig ist, zumindest für die, die dabei waren, habe ich sie behalten.
 
Der Vorfall ereignete sich  in den ersten Jahren meiner Lehrtätigkeit auf Norderney. Damals gab es in der Nähe der ostfriesischen Stadt Leer einen kleinen Zoo, in Logabirum, mit dem Namen „Onkel Heini”. Es war üblich, mit den 4. Klassen dorthin einen Ausflug zu machen.
 
Viel zu sehen gab es in diesem „Zoo” nicht, einige Käfige mit Tieren, einige Lamas und ein paar Spielgeräte. Das war alles, aber unsere Kinder waren damit zufrieden. Hauptsache für sie war, dem Schulalltag einmal zu entkommen und auf dem Festland was zu erleben.
 
Interessiert wanderten sie mit mir von Käfig zu Käfig und bestaunten die fremdländischen Tiere. Mit Schaudern denke ich an den armen Eisbären, der in einem viel zu kleinen Käfig stand und den ganzen Tag mit dem Kopf hin und herschaukelte, ein typisches Benehmen  für eine schwere Verhaltensstörung. Doch damals kümmerte man sich um so etwas wenig, ich glaube, heutzutage wäre das nicht mehr möglich.
 
Den Kindern fiel es nicht auf, wir gingen weiter und kamen schließlich zu einem kleinen Affenhaus, in dem ein einsamer Schimpanse sein Leben fristete. Er hätte auch  ein  besseres Leben  verdient gehabt. Man durfte ihn   füttern, insofern war er für die Kinder besonders interessant.
 
Als wir vor dem Käfig standen, waren wir nicht alleine. Ein Frau mittleren Alters hielt sich schon vor uns dort auf und unterhielt sich mit dem Schimpansen. Das wäre nicht weiter merkwürdig gewesen, wenn sie nicht eine so komische  Babysprache benutzt hätte. Außerdem war sie sehr auffällig angezogen, bunt wie ein Papagei, mit einem kleinen Jägerhütchen auf dem Kopf, das mit einer Feder verziert war. Es war ein Anblick, der selbst einen Erwachsenen zum Schmunzeln brachte.
 
Durch ihr merkwürdiges Geplapper wurden meine Kinder auf sie aufmerksam und begannen zu kichern. Mit strengen Blicken versuchte ich, sie in Schach zu halten. Sie sollten die Frau, die immer noch albern auf den Affen einredete und uns gar nicht beachtete, nicht auslachen.
 
Meine Kinder konnte ich mit den Augen dirigieren, nicht aber den Schimpansen. Urplötzlich wurde ihm das Gerede zu dumm, er bückte sich, nahm eine Handvoll nicht gerade sauberer Streu und warf sie der Frau mitten ins Gesicht. Dann drehte er sich um, setzte sich auf einen Ast und starrte uns mit Unschuldsmiene an.
 
 
Die Frau schrie auf und verließ dann laut schimpfend und prustend den Schauplatz.
 
Meine Kinder brachen in ein befreites Gelächter aus und konnten sich gar nicht wieder beruhigen. Sie lobten den Affen wieder und wieder und verwöhnten ihn mit Nüssen und Bananen. Noch lange zehrten sie von diesem Erlebnis und wärmten es immer wieder auf. Ich bin sicher, dass jedes Kind diese Geschichte abends zu Hause erzählt hat.