Eigene Geschichten 19
Teddy, Erinnerungen an einen schwarzen Schäferhund
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Hella erzählte ich schon, dass unsere Vermieter nicht viel Zeit für ihren Hund aufbringen konnten. Hella war eine Hündin und wurde zweimal im Jahr läufig. Mehr als 10 Rüden, groß und klein, belagerten dann unser Haus, denn damals ließ man die Hunde viel frei rumlaufen.
In Ermangelung der Hündin wurde dann an unseren Beinen rumgeklammert. Hella schaffte es jedoch jedesmal, aus dem Zimmer zu entkommen, in das man sie sperrte. Zur Not sprang sie aus dem Fenster. Wenn ich aus der Schule kam, wurde ich oft losgeschickt, um Hella zu suchen. Meistens trieb sie sich auf den umliegenden Wiesen herum, umgeben von liebestollen Rüden, und jeder durfte mal ran. Und so kam es, dass das arme Tier eigentlich bei jeder Läufigkeit gedeckt wurde. An Kastration oder hormonelle Behandlung dachte damals niemand. (Das tun wir bei
Lara auch nicht, wir passen nur gut auf, außerdem ist Lara mehr als wählerisch, die würde nicht jeden ranlassen)
Die Jungen wurden Hella gleich nach der Geburt weggenommen und irgendwie beseitigt. Das habe ich als Kind damals gar nicht so richtig begriffen. Nur einmal ließ man ihr zwei Junge, Pega und Teddy. Pega wurde an Nachbarn abgegeben, die Hündin Teddy blieb. Sie war etwas kleiner als ein Schäferhund, sah sonst aber genauso aus und war pechschwarz. Sie wurde der zweite Hund meines Lebens, denn Hella verstarb kurze Zeit darauf.
Teddy war mein Ein und Alles. Sie war mehr bei uns in der Wohnung zu Hause als bei unseren Vermietern. Ich hatte mit ihr zusammen unterm Küchentisch eine Höhle. Jede freie Minute gehörte diesem Hund. Sie war ein sehr freundliches, gelehriges Tier, und wir hatten viel Spaß miteinander.
Umso schlimmer traf es mich eines Tages, als plötzlich die Polizei bei uns auf dem Hof stand. Teddy hatte man schon an eine lange Leine gelegt und war dabei, sie mit Gewalt zum Erbrechen zu bringen. Ich sehe noch ihr unglückliches Gesicht. Sie sollte angeblich gewildert und Schafe gerissen haben. Durch die Begutachtung ihres Mageninhalts suchte man den Beweis.
Ich musste an dem Tag zum Konfirmandenunterricht und hörte noch, wie gesagt wurde: Wenn das stimmt, wird das Tier sofort erschossen! Ich habe nur noch geheult und meine Mutter und meine Oma bekniet, dass wir den Hund kriegen und dass er nicht erschossen werden dürfte.
Gottseidank stellte sich der Verdacht dann aber als unbegründet heraus, und mein Leben mit Teddy verlief weiter wie bisher, bis wir bauten, umzogen und ich den Kontakt verlor.
Man hatte mir versprochen, dass ich im neuen Haus sofort einen eigenen Hund bekommen würde, doch der Wunsch ging leider nicht in Erfüllung. Meine Großmutter war schon zu alt, meine Mutter arbeitete den ganzen Tag, und ich würde in 4 Jahren mein Studium beginnen. Im Nachhinein sehe ich das ja ein, damals aber nicht!! Versprochen ist versprochen!
Auf meinen ersten eigenen Hund musste ich noch lange warten. Doch das ist eine neue Geschichte:
Cliff !