Tiergeschichten - Überblick

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HPKatzendiabetes


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Hund und Katzen zusammen -geht das?
 
 
Wie man sieht, funktioniert es!
 
 
Doch wie wir es schafften, das möchte ich an dieser Stelle erzählen, zumal wir so oft danach gefragt werden.
 
Leben wie Hund und Katz bedeutet allgemein, sich spinnefeind zu sein. Bei uns bedeutet es das Gegenteil: miteinander gut auskommen, sich nicht gegenseitig weh zu tun, miteinander zu schmusen, höchstens sich gegenseitig mal das Futter zu klauen.
 
Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als gut. Man sagt, wenn Hunde und Katzen sich vertragen sollen, müssen sie zusammen aufwachsen.
 
Das aber war bei uns nicht der Fall. Lara war zuerst da, 2 Jahre jung und wild wie eine Hummel, als wir plötzlich von heute auf morgen mit zwei Katzen konfrontiert wurden. Die beiden waren schon 3,5 Jahre,  und es war überhaupt nicht  vorgesehen, dass sie bei uns blieben.
 
Mein Sohn in Hamburg musste seine Wohnung wechseln und fand keine Wohnung, wo er Katzen mitbringen durfte, schon gar nicht zwei.
 
Da der Wohnungswechsel aber schnell vollzogen werden musste, versuchte er, die Katzen schweren Herzens in liebevolle Hände abzugeben. Doch wer nimmt schon zwei ausgewachsene Katzen? Junge Kätzchen vielleicht, aber so große Tiere? Keine Chance!! Die Tierheime in Hamburg quellen über von Katzen, und die Vorstellung, dass Bonnie und Clyde, diese liebenswerten Fellmonster, dort ihr weiteres Leben verbringen sollten, war uns allen unerträglich.
 
Mein Sohn wurde jeden Tag verzweifelter, so dass wir es nicht mehr mit ansehen konnten und  die Initiative ergriffen. Der 31. Oktober ist in Niedersachsen wegen des Reformationsfestes ein schulfreier Tag. Dieses Datum  sollte ein Wendepunkt in unserem Leben werden.
 
Mein Mann setzte sich ins Auto, jagte nach Hamburg und fuhr noch am selben Tag mit zwei miauenden Fellbündeln zurück zur Insel. Eine Fahrt von über 4 Stunden, was für Angst müssen die beiden Tiere ausgestanden haben! Beide miauten übrigens nonstop von Hamburg bis Norderney, mein Mann wird es wohl nie vergessen.
 
Doch es kam ja noch schlimmer für die beiden. Nach der langen Autofahrt die Ankunft im neuen Heim, das ja nur vorübergehend sein sollte, eine fremde Wohnung, fremde Menschen und dann dieses grässliche, schwarze Ungeheuer, das da durch die Wohnung fegte, wild hechelnd, anscheinend bemüht, die beiden auf der Stelle zu vernaschen.
 
Wie sollten die beiden auch wissen, wie gut Lara es mit ihnen meinte? Sie war jung, neugierig, verspielt und gutmütig wie fast alle Neufundländer.
 
Wir hatten unser kleines Arbeitszimmer für die Katzen zurecht gemacht. Alles, was ihnen von Hamburg vertraut war, fanden sie dort wieder: Katzenklo, Körbchen, Futternäpfe  und  Spielzeug. Das Zimmer selbst war durch ein Kindergitter hundesicher gemacht worden. Die Katzen konnten drüber springen, der Hund konnte nicht rein. Aber er saß vor dieser Tür, die offen stand, beinahe Tag und Nacht, um einen Blick auf die beiden Tiere zu erhaschen.
 
Aber Lara bekam die beiden kaum zu Gesicht. Clyde hatte sich hinter einer Couch verkrochen, dort saß er tagelang und kam nur kurz zu den Mahlzeiten und für die Erledigung der notwendigen „Geschäfte” hervor. Auf den Arm wollte er nicht. Bonnie hielt sich zwar sichtbarer auf, gestreichelt werden wollte sie aber auch nicht. Doch  sie ist von Natur aus ein neugieriges Tier, und so nahm durch sie die Geschichte eine unerwartete Wendung.
 
Mein Mann war mit Katzen groß geworden, ich jedoch überhaupt nicht. In meinem ganzen Leben hatte ich es noch nie mit Katzen zu tun gehabt und hatte auch eine merkwürdige Vorstellung von ihnen: Einzelgänger, hängen nur an Haus und Hof, wenig menschenbezogen, nicht so anhänglich wie ein Hund, Tiere, mit denen man nichts anfangen kann. Ich hielt mich für einen ausgesprochenen „Hundemenschen”.
 
Wie kann man sich doch irren!!!
 
Ich unternahm einige Versuche, die beiden Tiere auf der Insel in gute Hände zu vermitteln, aber es war das Gleiche wie in Hamburg, zwei erwachsene Katzen wollte keiner haben. Und seltsamerweise entwickelte sich auch in mir so ein Gefühl, die beiden nicht mehr hergeben zu wollen. Niemand war mir gut genug.
 
Unterdessen war nämlich eine entscheidende Wendung bei uns eingetreten. Bonnie hatte sich sowieso schon des öfteren ans Kindergitter getraut, geguckt, ob der Hund in der Nähe war, war dann mit einem Satz über das Gitter gesprungen und hatte die Wohnung erkundet.
 
Clyde hatte die sichere Deckung hinter der Couch auch verlassen, traute sich jedoch noch nicht, übers Gitter zu springen. Er saß jedoch oft in der Nähe des Gitters und beobachtete Lara, die dort geduldig ausharrte, ihrerseits die Katzen anstarrend, nicht mehr ganz so wild.
 
Nach ungefähr einer Woche hatte ich es satt, jedesmal über das Gitter steigen zu müssen, wenn ich ins Arbeitszimmer wollte. Es war deutlich zu erkennen, dass Lara die Katzen nicht beißen würde. Also nahm ich kurzentschlossen Bonnie, die Mutige, auf den Arm und hielt sie Lara vor die Nase.
 
Lara, hocherfreut, die neue Mitbewohnerin endlich näher kennenlernen zu dürfen, verfiel wieder in ihr wildes Verhalten. Sie stürzte dermaßen wild  auf Bonnie los, dass ich doch einen Heidenschreck bekam.
 
Bonnie fauchte nur einmal, wie ein Tiger, nie wieder habe ich sie so fauchen hören. Sie schlug nicht mit den Krallen, nur dieser entsetzliche Faucher. Der Hund erschrak zu Tode und konnte einem richtig Leid tun. Lara sprang wohl einen Meter rückwärts, und von der Sekunde an waren die Fronten geklärt, ein für allemal.
 
Bonnie ist der absolute Boss, danach kommt Clyde, und danach erst der Hund. So begann eine große Tierfreundschaft, die keiner für möglich gehalten hätte.
 
 
 
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