Eigene Geschichten 36
Erlebnisse im Osnabrücker Zoo
Diese Geschichte ist schon vor ungefähr 25 Jahren passiert, als unsere Kinder noch klein waren. Wie immer waren wir in den Herbstferien, die auf der Insel vier Wochen dauern, mit unserem Wohnwagen unterwegs und standen auf einem idyllischen Campingplatz in der Nähe von Bad Iburg. Unser Hund
Derry war gerade eineinhalb Jahre alt und noch recht verspielt.
In der Nähe von Bad Iburg liegt auch die Stadt Osnabrück, die einen wunderschönen
Zoo hat. Der heutige Zoo ist allerdings mit dem vor 25 Jahren nicht mehr vergleichbar. Damals war es zu unserer Freude gestattet, Hunde mit in den Zoo zu nehmen. Das war sehr angenehm für uns, wir mussten Derry nicht längere Zeit im Auto lassen. Das hätte unseren Zoobesuch sehr verkürzt.
So lief der Hund aufgeregt über die neuen Witterungen, die seine Nase aufnahm, mit uns durch den wunderschönen Waldzoo. Unsere Kinder hatten Kastanien und Eicheln gesammelt und durften damit die Wildschweine füttern.
Als alles verfüttert war, setzten wir unseren Rundgang fort und kamen zu den Afrikanischen Elefanten. Sie waren durch einen breiten Graben und eine Steinbrüstung vom Publikum getrennt. Plötzlich ertönte lautes Gelächter, einer der riesigen Elefanten fing an, sein kleines Geschäft zu machen. Das heißt, klein konnte man das eigentlich nicht nennen, er pullerte und pullerte und hörte gar nicht wieder auf. Unsere Kinder wussten sich vor Heiterkeit kaum zu lassen. Da musste doch auch der Hund gucken, was los war. Derry sprang hoch, legte die Vorderpfoten über die Brüstung und sah sich den Riesensee an, der dort gerade entstand. Nun hatte der Hund die Lacher auf seiner Seite.
Afrikanischer Elefant
Weiter ging es zu den Raubtieren. Ein Teil der Leoparden war in einem Innenraum, den wir durchqueren mussten. Plötzlich gab es einen gewaltigen, lauten Schrei und etwas prallte heftig gegen das Gitter des Käfigs. Es war ein Schwarzer Panther. Er hatte anscheinend seine Brille nicht auf, denn er verwechselte unseren großen, schwarzen Neufundländer wohl mit einem Rivalen, sprang wie wild gegen das Gitter und machte so ein Geschrei und Gefauche, dass wir schleunigst mit dem Hund das Gebäude verließen. Derry beeindruckte das Theater merkwürdigerweise überhaupt nicht.
Ähnlichkeit?
Unser Rundgang näherte sich dem Ende, als Derry noch ein ein einschneidendes Erlebnis hatte, das er sein ganzes Leben nicht vergessen sollte.
In einem Gehege befanden sich mehrere ganz normale Rotfüchse, die seine Aufmerksamkeit erregten. Sie mussten wohl für Hundenasen sehr aufregend riechen, wenigstens wollte der Hund ganz dicht an das Gitter heran und schnüffeln.
Urplötzlich löste sich einer Füchse aus der Gruppe, machte einen Riesensatz zum Zaun und biss Derry in die Nase. Der Hund erschrak zu Tode, obwohl ihm eigentlich gar nichts passiert war. Es blutete nicht einmal, der Schreck war wohl das meiste gewesen.
Aber Derry hatte seine Lektion gelernt. An den Fuchskäfig ging er nicht mehr nah heran, und wenn er bei unseren weiteren Waldspaziergängen Fuchswitterung in die Nase bekam, kriegte er eine Bürste. Es ist erstaunlich, dass ein Tier diese Witterung sein Leben lang nicht vergisst.