Tiergeschichten - Überblick

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HPKatzendiabetes


Eigene Geschichten 17
 
Katzenminze
 
Unsere beiden Katzen bekamen wir am 31. Oktober 1997. Wir hielten sie zunächst in der Wohnung, weil sie es über drei Jahre lang aus Hamburg so gewohnt waren. Doch immer sehnsüchtiger sah vor allem Bonnie aus dem Fenster. Sie vermisste etwas in ihrem Leben, die Freiheit.
 
Nach langem Zögern gab ich ihrer Sehnsucht nach. An einem wunderschönen  Frühlingstag ließen wir beide Katzen zum ersten Mal auf den Hof, zunächst im Katzengeschirr, kurze Zeit später aber schon ganz freilaufend.
 
Und nun beginnt die Geschichte der Katzenminze. Bis zum Freigang der Katzen kannte ich Katzenminze nur als ominösen Duftstoff, der unsere beiden in wilde Ekstase versetzen konnte. Sie hatten kleine Mäuse und Beutel, die danach rochen,  und beide  kugelten  damit ganz high vor Wonne auf dem Fußboden in der Wohnung herum.
 
Der Zufall wollte es in diesem Frühling, dass zwei meiner Nachbarinnen in ihren Teil des Gartens Katzenminze pflanzten, zunächst unscheinbare Pflänzchen, doch nach kurzer Zeit wunderschön blau blühende Stauden.
 
So empfanden es auch Bonnie und Clyde. Sie waren aus den Beeten der Nachbarn, wo es so intensiv und verlockend duftete, gar nicht mehr wegzubekommen. Immer wieder rochen und knabberten sie an den Pflanzen herum. Nebenbei ließ sich dann auch noch das kleine und große Geschäft im Beet erledigen. Das sah nach Ärger aus, und den wollten wir vermeiden.
 
Zunächst fand ich in einem Tierladen ein Hau-ab-Spray für Katzen, das roch jedoch so ekelig, dass es auch Menschen vertrieb. Das war also nicht zu gebrauchen. Danach entdeckte ich ein grünes Gel, das angenehm nach Zitrone duftete. Es wurde im Beet vergraben und hielt die Katzen tatsächlich fern, weil es auch gegen Regen resistent war. Ich kaufte gleich mehrere Tuben davon und verschenkte es an die Nachbarn.
 
Doch nach einigen Wochen verflog die Wirkung, und wieder saßen unsere Lieblinge in den Blumenbeeten der Nachbarn. Was sollte ich nur machen?
 
Da kam uns die rettende Idee. Im Herbst des Jahres bot ein Gärtner auf der Insel Katzenminze an. Ich kaufte gleich 8 Stauden und verteilte sie in meinem Teil des Gartens.
 
Und der Erfolg gibt mir Recht. Die Pflanzen haben sich prächtig entwickelt, blühen mehrmals im Jahr, und die Katzen können sich nach Herzenlust  im Beet wälzen oder kleine Blätter abknabbern. Das mag besonders Clyde sehr gerne.
 
Und vor unserem Garten bleiben immer wieder Kurgäste stehen und fragen nach der merkwürdigen blau blühenden Blume.
 
Ach, so sieht Katzenminze aus !