Tiergeschichten - Überblick

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HPKatzendiabetes


Eigene Geschichten 2
 
Bonnie lässt das Mausen nicht!!
 
Unsere Katzen haben wir bekommen, als sie dreieinhalb Jahre alt waren. Sie hatten bis dahin in Hamburg gelebt und waren reine Wohnungskatzen.
 
Wir bekamen sie Ende Oktober und ließen sie den ganzen Winter über im Haus. Doch als die Frühlingssonne schien, saß vor allem Bonnie immer sehnsüchtig am Fenster und wollte nach draußen, um die aufregende Welt zu erkunden.
 
Mir war zwar bei dem Gedanken an Freigang ein wenig mulmig, weil ich an alle Gefahren dachte, die draußen lauerten, doch schließlich ließ ich mich von meiner Nachbarin, die auch eine Freigängerkatze gehabt hatte, überreden.
 
Wider Erwarten klappte es auf Anhieb. Beide Katzen genossen die neuen Eindrücke sichtlich, die bis dahin immer etwas kränkelnde Bonnie blühte auf und wurde ein ganz anderes Tier. Stundenlang stromerten die beiden durch ihr Dünenrevier und erkämpften sich dort ihren Platz.
 
 
Bonnie
 
Wir hatten uns eine gute Lösung überlegt, dass die Tiere Tag und Nacht rauskonnten. Eine Katzenklappe war nicht machbar, aber wir hatten ein Fenster in unserem Arbeitszimmer so festgestellt, dass eine Katze genau durch die Lücke passte.
 
Anfangs lief alles bestens, und wir freuten uns für die Katzen. Sie gingen und kamen wie sie wollten. Clyde war damals noch nicht Diabetiker.
 
In den Weihnachtsferien fuhren wir einige Tage weg, der Hund durfte mit, Bonnie und Clyde wurden von unserer tierlieben Nachbarin betreut. Freigang war wie gewohnt gewährleistet.
 
Nach knapp einer Woche  waren wir wieder da. Schon in der Sekunde, als ich die Wohnung betrat, fiel mir ein merkwürdiger Geruch auf, den ich (damals) noch nicht kannte. Ein richtig peinlicher Geruch, wenn die Wohnung von Nachbarn betreut wird. Er kam aus dem Badezimmer, aber zu sehen war absolut nichts.
 
Mein Mann Alfred kann überhaupt nicht riechen, er hat schon vor Jahren seinen Geruchssinn verloren. Also schnüffelte ich alleine im Bad rum, roch am Waschbecken, an der Badewanne, an der Toilette, aber alle diese Stellen rochen einwandfrei. Trotzdem stank es wie die Pest. Ich bin sehr geruchsempfindlich und bekam das Würgen.
 
Ich fing an zu putzen, richtig gründlich. Am nächsten Tag roch es noch schlimmer. Ich goss in die Toilette, in die Badewanne und ins Waschbecken Rohrreiniger, weil ich dachte, die Syphone stänken so. Nun roch es noch mehr, nämlich auch  noch nach den ekeligen Dämpfen, die durch diese Reinigungsmittel entstehen. Tag und Nacht stand das Fenster weit auf. Lieber mit dem Allerwertesten am Klo festfrieren, als diesen Gestank zu ertragen!!
 
Nochmals putzte ich das Bad, so sauber war es dort noch nie. Es stank jedoch immer schlimmer. Mein Mann meinte, ich bildete mir das nur ein, also holte ich meine Nachbarin, die auch bestätigte, dass es wirklich nicht gut röche.
 
Natürlich hatte ich sofort an eine verwesende Maus gedacht (Bonnie hatte sich nämlich unterdessen zu einer ausgezeichneten Mäusejägerin entwickelt und bescherte uns häufiger ein „Geschenk"), doch wo sollte eine tote Maus sein? Alles, aber auch alles in unserem Badezimmer ist einsehbar.
 
Schließlich fiel mein Blick auf unsere Badezimmerwaage, aber die war unten gut dicht, da war nur eine winzige Spalte, dort passte (so dachte ich!) keine Maus durch.  Ich hielt mir die Waage dicht vor die Nase und hätte sie beinahe fallenlassen: Pfui Teufel, wie die stank!!
 
Ich hielt meinem Mann die Waage unter die Nase, riechen konnte er ja nicht, aber sehen. Ich bat ihn, die Waage zu öffnen, da sei eine tote Maus drin! Sein Kommentar: „Du spinnst, das geht gar nicht!”
 
Nun kann ich meinen Mann mit nichts mehr ärgern, als wenn ich sage, ich werfe etwas, was in seinen Augen noch brauchbar ist, in den Müll. Genau das bekam er jetzt zu hören: „Dann werfe ich die Waage eben weg!!” Schon ging er knurrend in den Keller und holte Werkzeug, um mit ziemlicher Gewalt die Waage zu öffnen. Das machte er aber sinnigerweise oben in der Küche. Ich sollte ja sehen, dass da keine Maus drin war.
 
Es war aber eine drin!! Schon halb verwest, daher der aasige Gestank! Das arme Tier hatte sich in seiner Not wahrscheinlich auf der Flucht vor Bonnie in die Waage gequetscht und kam nicht wieder raus. Dann war es jämmerlich in der Waage verendet. Der Gestank der geöffneten Waage war einfach unerträglich, jetzt wollte ich sie erst recht wegwerfen. Aber Alfred säuberte sie gründlich, setzte sie wieder zusammen, danach musste sie im Keller auslüften, und wir benutzen sie heute noch.
 
Weniger Glück hatten wir einige Zeit später. Da war in meinem Arbeitszimmer eine erbeutete, wahrscheinlich verletzte Maus hinter eine riesige Schrankwand voller Bücher gekrochen und verendet. Es hätte uns Tage gekostet, das alles abzuschrauben bzw. auch noch  leerzuräumen. Wir hatten keine Zeit dazu. Also schlossen wir das Arbeitszimmer ab, das Fenster stand Tag und Nacht auf, nach 2-3 Wochen war die Maus vertrocknet, der Gestank war weg. Aber in der Zwischenzeit  konnte man das Zimmer nur mit Gasmaske oder mit Brechreiz betreten. Wenn wir mal ausziehen, werden wir hinter der Schrankwand eine Mumie finden.
 
Eine andere Maus ließ Bonnie in der Küche laufen. Das verängstigte Tier huschte sofort hinter den Küchenschrank. Einige Tage lang musste ich wohl oder übel eine Maus mit durchfüttern, bis wir sie endlich mit einer Lebendfalle erwischten und in die Freiheit entließen.
 
Als Bonnie mir dann auch noch eine lebendige Maus mitten in der Nacht ins Bett brachte und dort laufen ließ, war das Maß voll.
 
Bei uns gibt es nun leider kein offenes Fenster mehr! Und Bonnie kommt nur noch mit sorgfältigster Gesichtskontrolle in die Wohnung!!!
 
 
Katzentreppe
 
Sie hat uns außer Mäusen schon jede Menge Eidechsen beschert. Das Skurrilste, was sie anschleppte, waren drei Taubeneier. Dafür kletterte sie dreimal in die hohe Kiefer unserer Nachbarn, wo eine Taube gerade Eier gelegt hatte, packte die Eier ganz vorsichtig mit den Zähnen und legte sie, bis auf eins, unversehrt bei uns im Flur ab.
 
 
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