Tiergeschichten - Überblick

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HPKatzendiabetes


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HopSings Jahrestag und seine Geschichte
 
 
    
 
    
 
 
 
 
Heute ist der große Tag. HopSing wohnt nun 1 Jahr hier bei uns.
Es war Freitag der 13. und an diesem Tag habe ich ihn damals aus dem Tierheim geholt.
 
Ein paar Wochen vorher hatte ich ihn dort gesehen und mich direkt in ihn verliebt. Ich fuhr also erst mal nach Hause und überlegte, ob ich ihn nehmen sollte.
 
Ein paar Tage später fuhr ich wieder hin und sah, dass er nur 3 Beine hatte. Überhaupt sah er sehr desolat aus. Ich fuhr also wieder nach Hause und überlegte.
 
 
Ein paar Tage später fuhr ich wieder hin und wollte mehr über dieses usselige Etwas wissen und es stellt sich heraus, dass er Diabetiker ist. Ich fuhr also wieder nach Hause, um wieder zu überlegen.
 
Ich stöberte im Netz und entdeckte Helgas Seite. Ich telefonierte mit Helga und wir hatten ein langes Gespräch in dem Helga mir meine Ängste erst mal nahm und mir gut zusprach. Sie war so froh, dass HopSing ein neues Zuhause bekommen sollte und vor allem ein 2. Chinese im Forum. Das war ja schon mal ein gutes Omen, in jeglicher Hinsicht.
 
 
Leider war das auch bis dahin das einzig Gute.
Dieser Kater, der mir als super verträglich und einfach nur lieb verkauft wurde und mit den Sätzen, dass Diabetes ja überhaupt kein Problem sei und man bräuchte auch nicht messen und ml-Spritzen wären ausreichend und die könnte man ganz oft benutzen etc. etc., auf jeden Fall war dieser Kater alles andere als lieb und es stellte sich auch gleichzeitig noch ein Befall mit Giardien heraus, so richtig schön mit schlimmen Durchfall und Tretminen überall und tägliches Putzen morgens um 6 Uhr und wenn ich von der Arbeit heim kam usw.
 
 
Ab diesem Freitag hatte ich hier auf jeden Fall die Hölle auf Erden. Er zog ein und vom 1. Tag an war alles seins. Meine Rentner, für die ich eigentlich einen netten Kumpel gesucht hatte, wurden aufs Übelste zugerichtet und er verschonte noch nicht mal mich, die Hand die ihn fütterte, die ihm ganz viel Liebe geben wollten. Er biss und kratze, fauchte und brummte, legte merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag, die mich, trotz meiner Erfahrung mit Katzen, völlig überforderten.
Es war nicht mehr mein zuhause, alles verdunkelte sich, wir alle litten unter dieser Situation. Dino und Amadeus zogen nach oben und kamen nicht mehr zu mir runter. HopSing lag unten und schlug selbst im Schlaf noch derartig heftigst mit dem Schwanz, als würde er uns im Traum alle nur töten wollen. Mit meinem Mann hatte ich fast täglich Auseinandersetzungen wegen HopSing.
Er kam alleine in ein Zimmer mit Gittertüre und jede freie Minute holte ich ihn zu uns, aber er war nicht dazu zu bewegen, nicht über meine alten Rentner herzufallen. Sobald, die nur ein Geräusch von oben gaben war der nächste Plan für einen Überfall schon in seinem Kopf.
 
Nichts, aber auch gar nichts half. In der Zeit bin ich selber mehrfach derbe durch ihn zu Fall gekommen, dass ich ihn nachher einfach nur noch dafür hasste. Ich hatte kein positives Gefühl mehr für ihn, keine Liebe, kein Mitleid, einfach nichts.
 
Es vergingen Tage, Wochen und nur durch das Forum und durch das Schreiben dort konnte ich mich selbst meiner Aggressionen und meiner Traurigkeit entledigen. Ich habe viel in dieser Zeit geweint.
Viele von euch trösteten mich. Viele telefonierten mit mir - ich hätte es sonst nicht geschafft. Ich hatte das Gefühl, dass ich versagt habe und alle in meiner Familie nur noch unglücklich machte.
 
HopSing hatte viele Namen: Lord Verda war noch der, der mir am meisten gefiel und in diese Geschichte habe ich ihn eingepackt, damit ich es irgendwie ertragen konnte, denn wo ein Meister, da ein Schüler und zu dieser Zeit, dachte ich immer: Lernen Du wirst müssen HopSing. Heute weiß ich, dass ich lernen musste und nicht HopSing.
 
In meiner Not setzte ich Bachblüten ein und übergab den Fall einer Therapeutin. Geglaubt habe ich nicht an diese Blüten, aber komischerweise scheint es geholfen zu haben. Warum weiß ich nicht. Begonnen haben wir damit irgendwann im Juli und Ende August schien eine Besserung einzutreten.
Zu unserem Glück/Unglück, tauchte Ende August ein ca. 6 Monate junges ausgesetztes Katzenmädchen auf. Unglück deswegen, weil sie eine Form des Katzenschnupfens ins Haus trug, den mein armer Amadeus damals nicht überlebte und ich musste ihn schweren Herzens gehen lassen und das, nachdem er so tapfer die furchtbaren Monate mit HopSing durchgemacht hatte. HopSing kam an einem Freitag den 13. und Amadeus, der an Heilig Abend geboren war, ging an Maria Himmelfahrt von uns. Es war einfach nur furchtbar.
 
Alle schnieften hier nur noch rum und waren ganz schlimm krank. Aber auch hier war dann irgendwann ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen und was geschah und das war das große Glück: HopSing verliebte sich in dieses winzige Etwas.
 
Er ging eines Tages wieder mit bösem und immer schneller werdenden Gang auf sie los und ich dachte, dass es wieder los geht, aber auf einmal bekam er einen ganz komischen Blick und er begann zu gurren wie eine Taube.
Sehr merkwürdig, man sah, wie auf einmal ein Schalter in seinem Hirn umgelegt wurde, wie Gedanken kreisten, wie er mit sich kämpfte, er ging einen Schritt auf sie zu und wieder einen zurück. Es kam mir vor wie das Teufelchen und das Engelchen auf der Schulter. Der Teufel sagte ihm: "Geh hin HopSing und mach sie fertig", und das Engelchen flüsterte ihm wohl immer ins Ohr: "HopSing, lass es doch einfach, sie ist doch so klein und hübsch, sie könnte Deine Freundin werden."
 
Er ließ gurrenderweise nach minutenlangem Kampf mit sich selbst von ihr ab.
Der 1. Beweis für mich nach Monaten, dass er begann zu begreifen. Lernen, Du wirst müssen HopSing.
 
Ab diesem Moment ging es jetzt jeden Tag immer ein kleines Stückchen nach vorne. Mittlerweile hatten wir ja auch schon September oder war es schon Oktober?
 
HopSing bemühte sich redlich. Endlich durfte ich ihn auch mal, aber nur 1x, kämmen. Das reichte auch schon. Mehr nicht. Das war ihm schon zuviel Zuneigung. Man hatte den Eindruck, dass es ihn anekelte.
Aber das Eis war gebrochen. Ich begriff, dass nicht er lernen musste, sondern ich. Hatte ja auch wohl lange genug gedauert.
 
Dino bequemte sich dank der Bachblüten auch endlich nach Monaten wieder zu uns runter und ich musste weinen vor Freude. Ich habe so gelitten ohne ihn. Ich habe ihn schrecklich vermisst. Man soll ja alle gleich behandeln, aber Dino ist schon mein größter Schatz. So eine derart liebe Katze habe ich noch nie gehabt und werde wohl auch nie mehr so einen Schatz finden.
Ich sah HopSing endlich wieder mit anderen Augen, nämlich als das was er wirklich war. Ein Dreibein, der draußen um sein Überleben kämpfen musste, der kein Zuhause kannte, nur als letzte Station das Tierheim und sonst scheinbar nur Schlimmes und nichts Gutes.
Sein böses Verhalten war Angst. Angst, die er mitbrachte, weil er nur schlechte Menschen kannte und die Angst, sein neues Zuhause zu verlieren. Er tat diese schlechten Dinge nur, weil er es nicht anders kannte. Er verstand mich nicht und ich ihn nicht. Ich, das Weichei, und er, der Kämpfer von draußen. Das passte wie die Faust aufs Auge.
 
Lernen, ihr werdet müssen, Eddalein und HopSing.
 
Heute, 1 Jahr danach, möchte ich ihn nie mehr missen. Nie.
 
Er ist der tapferste hier.
Er nimmt jede Medizin.
Er ist in jeglicher Hinsicht der beste Patient.
Er zeigt mir heute ganz deutlich wie sehr er mich liebt (glaube ich).
Er ist ein Held.
Er ist nicht nachtragend.
Er ist einfach nur wunderbar.
 
Klar, Dino kann er immer noch nicht leiden, aber er geht ihm mir zuliebe aus dem Weg. Er tut das nur für mich, weil er ganz genau weiß, dass wenn ich nicht glücklich bin, dass er es auch nicht sein kann.
HopSing hat mir viel gezeigt und mir viel beigebracht und wer jetzt hier der Meister und wer der Schüler ist, kann ich nicht mehr wirklich beurteilen.
Ach ja, sein Diabetes-Werdegang, das lief noch so nebenbei:
 
Caninsulin - leider kein Erfolg, keine Reaktion auf irgendeine Dosis.
Lantus - leider kein Erfolg, er rasselte zu tief runter und ich bekam ihn nicht mehr hoch. Ein Lotteriespiel.
 
Hypurin Lente - mäßige bis teilweise gute Erfolge
 
Hypurin PZI - kann ich noch nix sagen, da heißt es wie immer abwarten, aber schlecht ist es nicht und wir hoffen und bauen darauf - wir warten auf das endgültige Verschwinden der Entzündungsherde wegen seinem FORL.
Wir haben heute hier ein großes Fest. Ich habe für 9 Katzen (wohnen nicht alle bei mir hier drin, sind aber trotzdem eingeladen) Hähnchen gekocht und für mich gibt es nachher ein köstliches Erdbeer-Sorbet.
 
HopSing Napoleon liegt oben vor "seinem" Zimmer und bewacht seine Länder, damit weder der Dino ohne sein Wissen rauf oder runter kann, oder die neue Kleine aus diesem Krankenzimmer raus kann und die Püppifantin, die interessiert das nicht, die ist mit einem lockerem Sprung über ihn hinweg.
Genug getextet. Über HopSing kann man nämlich eigentlich eine unendliche Geschichte machen.
 
Schließlich habe ich hier noch die neue kleine Fiebermaus oben liegen und dann wartet anschließend die nächste Zusammenführung auf uns. Ich denke mit Schrecken daran. Sie scheint auch nicht wirklich kompatibel zu sein.
 
Ganz liebe Grüße und ein Dankeschön an Helga und an alle, ganz besonders. Oh je das waren ganz schön viele, die unseren HopSing nie aufgegeben haben.
Und ich möchte kein Lob, denn ich habe das nicht alleine geschafft und es stehen auch noch seine hoffentlich bald schönen BZ-Werte aus. Wir sind also noch nicht fertig mit ihm.
 
Ich möchte euch nur Mut machen und ich glaube, man sieht bei ihm ganz deutlich, dass es nur mit Geduld geht und dass es sich lohnt, denn die Liebe die aus so was wächst, ist schon eine ganz besondere Liebe, denn das Vertrauen mussten wir uns hart erkämpfen, alle.
 
 
Edda mit HopSing, Dino, Püppi und Gioia
 
 
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Copyright Edda Upadek, 2006