Tiergeschichten - Überblick

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Jack, das Wiesel
 
 
Es müssen nicht immer Todfeinde sein
 
Mitte/Ende der 80er Jahre war es ungefähr. Ich weiß es heute nicht mehr exakt. Wir hatten zu der Zeit ein Katzen-Muttertier namens Mischa. Als die Jungen von Mischa ca. 14 Tage alt waren, kam mein Bruder abends mit einem jungen Wieselchen nach Hause.
 
Das Wiesel war in einen Regenablauf gefallen und eine Frau stand dabei, die es wohl bemerkt und als Ratte identifiziert hatte und laut gestikulierte. Das war seine Rettung. Mein Bruder kam durch Zufall vorbei und hob die Abdeckung hoch, griff das kleine, nasse Wiesel und wartete. Von seiner Verwandtschaft war weit und breit nichts mehr zu sehen und so kam das Wiesel zu uns.
 
Für meine Mutter stellte das ein nicht allzu großes Problem dar, da sie schon so manches Tier (Falken, Eulen, Marder, Hasen etc.) groß gezogen hatte. Sie ist eine Meisterin im Anrühren von irgendwelchen Futtermixturen für Jungtiere und schaffte es fast immer, dass die Tiere, die man ihr brachte, überlebten.
 
Vater, der es ja kannte, dass immer irgendwelche Tiere bei uns einquartiert wurden, baute flugs eine Kiste für den Kleinen. Einen Namen hatten wir auch schon. "Jack das Wiesel". Das stammt wohl aus irgendeinem Comic.
 
Jackie war bissig und stank fürchterlich und auch seine Fütterung stellte dann doch ein größeres Problem dar. Er fraß nicht so selbstständig wie wir uns das wünschten und so mussten wir ihn mit der Flasche zwangsernähren. Auch eine korrekte Futtermischung zu finden war äußerst schwierig.
 
Um ihm ein Gefühl von Zuhause zu geben, setzten wir ihn, sobald die Katzenmutter unterwegs war, zu den Katzenwelpen, die jedes Mal mit gerümpfter Nase reagierten, da Jackie ja von Natur aus stank. Halt wie Wiesel so riechen.
 
Jackie fand es einfach nur herrlich bei den Miezen. Er wuselte in Windeseile zwischen, über und unter den Kätzchen hindurch. Alles viel zu schnell für so kleine Miezen. Sobald das Muttertier wieder da war, musste Jackie wieder in seine Kiste zurück. So wuchs er heran und wurde handzahm.
 
Die Katzenjungen lernten ihn als einen von ihnen zu akzeptieren und er durfte mit ihnen spielen. Ganz besonders hatte es ihm Laika angetan. Ein kräftiges und sehr robustes Mädel aus dem Wurf. Sie spielte sehr gerne mit ihm und auch der andersartige Geruch machte ihr nicht allzu viel aus.
 
Die beiden bekamen ein extra Spielzimmer, in dem sie sich nach Herzenslust austoben konnten, denn Wiesel spielen immer und mit allem was man so findet, ob Schuhe, Zeitungen, Gardinen, Stofftiere, einfach alles. Nach der wilden Toberei schliefen sie zusammen ein.
 
Was Laika nicht so verstand war seine Vorliebe für Wasser. Das mochte sie weniger. Dafür konnte er aber Wachteleier in Windeseile knacken und ausschlürfen und sie bekam auch immer was ab und auch von seinen Hühnerherzen und Hühnermägen durfte sie etwas abhaben. Das waren ganz besonders leckere Köstlichkeiten.
 
Im Winter holten wir Schnee in einer Wanne hoch und Jack verschwand blitzeschnell darin. Jeden Tag kam er in die Badewanne, was auch kein Problem war, weil er Wasser liebte und das Baden schützte uns vor seinem Gestank.
 
Er genoss sein Leben in vollen Zügen und obwohl er bei uns auch das Töten von Kleintieren lernte, tat er seiner Laika nie etwas, und dabei hatte er so spitze Zähne und tötete seine Beute schnell und sicher.
 
Um Laika brauchten wir nie in Sorge zu sein, auch nicht als er geschlechtsreif wurde. Angst hatten wir trotzdem. Er hätte ihr sehr schnell in den Hals beißen und sie gefährlich verletzen können. In dieser Zeit zogen wir Laika sicherheitshalber ein Halsband an, aber er tat ihr nichts.
 
Wir haben die Jahre mit Jackie genossen und ich wollte euch einfach mal die Bilder von damals zeigen, die ich letzte Woche noch mal ausgegraben habe.
 
Liebe Grüße
 
Edda mit HopSing, Dino, Püppi und Gioia
 
 
 
   
 
 
 
Copyright Edda Upadek, 2006