Eigene Geschichten 31
Schneckenwettrennen
Bei Gartenarbeiten fand ich im Frühsommer dieses Jahres einige Bänderschnecken und nahm sie mit zur Schule. Wir hatten zwar das Thema Schnecken schon einmal in der Vorschule behandelt, aber unterdessen sind meine Kinder nicht mehr 5 Jahre alt , sondern acht und können weitaus mehr verstehen.
Bänderschnecke
Die wenigen Schnecken wurden auch gleich mit Hallo begrüßt, und noch in der gleichen Stunde mussten wir unser Schneckenspiel aus der Vorschule aufwärmen:
7 kecke Schnirkelschnecken
saßen einst auf ihrem Stecken.
Machten dort auf ihrem Sitze
kecke Schnirkelschneckenwitze.
Lachten alle so:
hoho hoho ho!
Doch vor lauter Hoholachen,
Schnirkelschneckenwitzemachen
fielen sie von ihrem Stecken,
alle 7 Schnirkelschnecken.
Liegen alle da,
haha haha ha!!
Einige Kinder meinten, sie könnten noch viel mehr Schnecken dieser Art mitbringen, und wir richteten ihnen ein großes Terrarium , das für solche Zwecke ständig in der Klasse steht, ein.
In den folgenden Tagen bekamen wir ungefähr 40 Schnecken für unser Terrarium, außerdem brachten die Kinder gleich Futter mit, Salat, Äpfel, Gurken usw. Keine Bänderschnecke glich der anderen, und die Kinder versuchten, ihnen Namen zu geben.
Kinder in dem Alter sind sehr wissbegierig , und deshalb musste ich viele Informationen aus dem Internet ausdrucken. Außerdem haben wir ein ausgezeichnetes Buch über Schnecken in unserer Schülerbücherei mit vielen Abbildungen.
Die Tischgruppen veranstalteten dann ein großes Schneckenwettrennen. Jedes Kind suchte sich eine Schnecke aus. Auf einer großen, angefeuchteten Glasplatte begannen die Schnecken ihr Wettrennen, angefeuert von ihren „Besitzern”. Leider liefen viele der Schnecken nicht in die Richtung, in die sie sollten. Entweder liefen sie gar nicht oder schräg oder drehten wieder um und krochen zurück. Aber trotzdem machte es allen einen Heidenspaß.
Nach dem aufregenden Rennen wurden die Tiere mit ihrem Lieblingsessen belohnt: Salatgurke.
Und wir sangen und klatschten unser Schneckenlied:
Ei, wie langsam, ei wie langsam
kommt die Schneck´von ihrem Fleck.
Sieben lange Tage braucht sie
von dem Eck ins andere Eck.
Ei wie langsam, ei wie langsam
kommt die Schneck´im Gras daher.
Potz, da wollt ich schneller laufen,
wenn ich so ein Schnecklein wär.
Nach etwa 10 Tagen wurden alle Schnecken wieder in die Freiheit entlassen, wo es ihnen wahrscheinlich nicht so gut ergangen ist wie in den Tagen ihres Schulbesuches.
Das Eierablegen konnten wir auch beobachten, leider aber nicht mehr das Schlüpfen der kleinen Schnecken, weil die Sommerferien dazwischenlagen.
Das haben die Kinder gelernt:
Es gibt viele verschiedene Schnecken. Sie gehören zur Familie der Weichtiere und haben kein Skelett.
Sie leben im Meer, in Seen, Teichen und Flüssen und an Land.
Sie brauchen viel Feuchtigkeit, darum sind sie bei Regenwetter besonders oft zu sehen. Viele Schnecken tragen ihr Gehäuse auf dem Rücken, das Schneckenhaus. Darin liegen ihre Eingeweide. Das Haus ist so groß, dass die Schnecke sich ganz ins Gehäuse zurückziehen kann.
Am Kopf der Schnecke sitzen 4 Fühler. Die unteren Fühler sind zum Abtasten des Bodens, die oberen tragen die Augen. Man kann sie als schwarze Punkte gut sehen. Beide Fühler zieht die Schnecke bei Berührung sofort ein.
Schnecken sind Pflanzenfresser, auf ihrer Zunge sitzt eine rauhe Reibplatte mit vielen kleinen Zähnchen, die die Pflanzenteilchen abschaben.
Unsere Landschnecken überwintern in ihrem Schneckenhaus. Sie verschließen es mit einer Kalkschicht und fallen in eine Kältestarre.
Auch bei langer Trockenheit überlebt die Schnecke in ihrem Haus, das mit einer Schleimschicht abgedichtet wird.
Schnecken vermehren sich, indem sie 30 bis 60 Eier in den Boden legen. Durch die Wärme des Bodens entwickeln sich in einigen Wochen ganz kleine Schnecken mit zunächst durchsichtigen Häuschen. Zunächst leben sie von der Erde, bis sie kräftig genug sind, sich an die Oberfläche zu arbeiten. Nach etwa 3 Jahren ist sie ausgewachsen.
Kleine Beschädigungen am Haus kann die Schnecke ausbessern. Wenn es aber ganz zerstört ist, muss sie sterben.
Schnecken gleiten weich und sanft selbst über harte und spitze Gegenstände. Sie schützen sich durch eine Schleimschicht.
Die Schnecken in unserem Terrarium sind Bänderschnecken. Sie haben viele Feinde: Vögel, Mäuse, Igel ... und den Menschen.
Mehr über Schnecken: