Tiergeschichten - Überblick

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HPKatzendiabetes


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Hella, meine erste Hundeliebe
 
Ich glaube, Hundeliebe ist angeboren. Von meiner Familie kann ich sie nicht haben, dort mochte man keine Hunde. Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich schon als kleines Kind, das kaum laufen konnte, verrückt nach Hunden war.
 
Einmal hatte sie mich vor der Post in Norden im Sportwagen, so hieß das damals, stehen lassen, um schnell ein paar Briefmarken zu besorgen. Die wenigen Minuten ihrer Abwesenheit nutzte ich, aus dem Gefährt herauszukrabbeln und Freundschaft mit einem riesigen Schäferhund zu schließen, der angeleint auf sein Herrchen wartete.
 
 
 
Als meine Mutter aus dem Gebäude kam, sah sie mich zu ihrem Entsetzen in inniger Umarmung mit dem besagten Schäferhund. Wie sie mich „gerettet” hat, weiß ich nicht.
 
Meine erste große Hundeliebe  war Hella, eine große Schäferhündin, und diese Liebe begann.....mit einem Biss ins Bein.
 
Ich war wohl etwa 11 Jahre alt, als unsere Nachbarn, bei denen wir zur Untermiete wohnten, sich diese Hündin anschafften. Sie war schon ausgewachsen und hatte einem Schlachter in Aurich gehört. Der hatte das Tier billig verkauft, weil es nicht schussfest war. Warum er als Schlachter einen schussfesten Hund brauchte, der nicht einmal einer Jagdhundrasse angehörte, habe ich nie erfahren.
 
Meine erste Begegnung mit diesem Hund verlief so: Der Hund war den ersten Tag da, total eingeschüchtert und verängstigt. Er lief mit einer ihm fremden Frau im Garten herum. Ich sah ihn. Hurra, der Hund ist da!! Ich rannte stürmisch hin, und schwupps, biss der Schäferhund mich ins Bein, ziemlich heftig sogar.
 
Nun sollte man meinen, ich hätte die Nase voll gehabt! Das Gegenteil war der Fall. Eine große Liebe begann. Da unsere Vermieter wenig Zeit für das Tier hatten, durfte ich es so oft ausführen, wie ich wollte. Bald betrachtete ich insgeheim Hella als meinen Hund, der nur nachts woanders schlief.
 
Jede freie Minute verbrachten wir beide zusammen, draußen und bei  uns in der Wohnung. Bald gehorchte sie mir aufs Wort, und ich konnte sie überall frei laufen lassen.
 
Heutzutage wäre so etwas undenkbar. Aber damals zu Beginn der 50er Jahre lief kaum ein Hund an der Leine. Ich hatte etliche Klassenkameraden, die entweder selbst einen Hund hatten oder sich auch einen ausliehen. So waren wir ganze Nachmittage unterwegs, eine Horde Kinder und viele Hunde. Ich kann mich an keine einzige Beißerei erinnern! Alle Hunde waren friedlich und spielten miteinander. Dass ich von Hella anfangs gebissen worden war, war mein eigenes Fehlverhalten. Wer rennt denn auch schon so dicht an der Schnauze eines verängstigten Hundes vorbei?? Danach habe ich nie wieder Probleme mit Hella gehabt.
 
Am liebsten spielten wir Polizeihund. Einige von uns waren die Verbrecher, die mussten sich verstecken. Ich war der Polizist mit meinem Suchhund. Hella fand sie alle!! Dann kamen die Verbrecher ins „Zuchthaus”, und Hella musste sie bewachen.
 
Ein anderes Spiel hieß Hundekrankenhaus. Wir bauten für unsere vielen Hunde, große und kleine Rassen, „Hundebetten”. Da mussten sie sich reinlegen und pflegen lassen. Pflegen bedeutete streicheln, bürsten und füttern. Alle Hunde ließen sich das nur zu gerne gefallen. So viel Aufmerksamkeit wie durch uns Kinder bekamen sie zu Hause nämlich nicht.
 
Ich staune noch nachträglich, wie viele Kilometer wir manchmal mit den Tieren zu Fuß zurücklegten. 10 bis 15 km waren nichts. Die Kinder aus meiner Klasse japsen heute schon oft nach dem ersten Kilometer und wollen eine Pause einlegen.
 
Manchmal spielten wir auf der Weide eines befreundeten Jungen, dessen Eltern einen Bauernhof besaßen. Dort war vom 2. Weltkrieg her noch eine Kuhle, wo ein Flakgeschütz gestanden hatte. Diese Vertiefung war unsere Burg. Die Hunde mussten uns bewachen.
 
Wir durften dort sogar ein Lagerfeuer machen. Einmal wollten wir Pudding kochen,  in einer Konservendose, weil wir keinen Topf hatten. Aber auf dem dürftigen Feuer schafften wir es nicht, die Milch zum Kochen zu bringen, und Instantpudding gab es damals noch nicht. So blieb es eine nach Vanille schmeckende dünne Milchbrühe, die wir dann zusammen mit den Hunden aufgegessen haben.
 
Hella wurde älter und älter, aber eines Tages bekam sie Junge. Sie schaffte es nämlich bei jeder Läufigkeit, auszureißen , tobte dann mit den „Freiern” über die Felder, und dabei war wieder einmal ein kleines „Malheur” passiert. In der Regel nahm man ihr die Jungen sofort nach der Geburt weg und tötete sie. Hella rannte dann jammernd ums Haus und suchte ihre Kinder. Doch diesmal hatte sie heimlich ihre Jungen in der Scheune zur Welt gebracht und durfte sie behalten.
 
Davon erzählt die nächste Geschichte: Meine zweite Hundeliebe: Teddy!