Eigene Geschichten 33
Alle Flöhe mögen mich!
Als Kind bin ich mit Hunden groß geworden, das habe ich ja bereits ausführlich erzählt. Ich erinnere mich auch, dass wir unsere Hunde damals auf Flöhe absuchten, denn chemische Bekämpfungsmittel hatten wir nicht zur Verfügung.
Teddy legte sich dafür auf den Rücken und ich suchte ihr vor allen in den Achselhöhlen viele, viele Flöhe ab, die dann geknackt wurden.
Hundefloh
Ob mein Blut damals anders beschaffen war oder ob die Flöhe vor 50 Jahren einen anderen Geschmack hatten, weiß ich nicht. Es ist mir jedenfalls unerklärlich, dass ich damals, als ich täglichen Umgang mit verflohten Hunden hatte, nicht gestochen worden bin.
Heutzutage ist das anders. Wenn unser Hund oder unsere Katzen mal einen Floh haben, was glücklicherweise sehr selten vorkommt, dann kann ich sicher sein, dass dieser Floh so zwischendurch auch mal mein Blut probiert und es unerträglich juckt.
Das Schlimmste, was uns je mit Hundeflöhen passiert ist, ereignete sich merkwürdigerweise in unserer hundelosen Zeit. Nachbarn von uns verreisten und gaben uns für eine Woche ihren kleinen Dackel in Pflege, den sie, wie sie uns versicherten, noch kurz vor der Abreise gründlich gebadet hatten. Der Dackel hätte nämlich so viele Flöhe gehabt, aber die wären jetzt alle weg, versicherten sie uns.
Wir machten uns über die Flöhe gar keine Gedanken. Ich war sooo froh, endlich mal wieder mit einem Hund spazierengehen zu können, auch wenn es kein Neufundländer war. Der Hund war sehr zutraulich, schlief tagsüber zu meinen Füßen vorm Sofa und nachts vor meinem Bett.
Molli
Viel zu schnell ging die Zeit mit dem kleinen Tier vorbei. Die Nachbarn kehrten zurück, holten ihren Molli wieder, und bei uns kehrte wieder der hundelose Alltag ein.
Einige Wochen später, ich sah gerade fern, juckte es an meinem Bein. Eine Mücke? Nein, es waren mehrere Stiche nebeneinander, typische Flohstiche. Also hatte Molli uns doch einen Floh hinterlassen. Ich schmierte Fenistil-Gel auf die juckenden Stellen und sah weiter fern. An dem Abend trug ich weiße Söckchen. Plötzlich sah ich etwas Braunes darauf sitzen. Hurra, der Floh!! Ein schneller Griff, ich erwischte ihn und knackte ihn. So, Thema Floh erledigt!!
Denkste! Der nächste Floh ließ nicht auf sich warten, der übernächste auch nicht. Unser ganzes Wohnzimmer war verseucht. Und damit noch nicht genug! Etwas später entdeckten wir, dass auch unser Schlafzimmer verfloht war. Da hatte der kleine Hund ja schließlich 6 Nächte vor meinem Bett verbracht.
Wir hatten in der Wohnung Teppichfliesen und lieferten somit den Flöhen ideale Möglichkeiten, sich zu vermehren. Sie legen ihre zahlreichen Eier nämlich bevorzugt in solche Ritzen ab. Besser konnte es für die Flöhe gar nicht laufen.
Lebenszyklus des Flohs
Eier, Larven, Puppen, erwachsener Floh
Wie eine Wilde begann ich, meine Wohnung zu säubern, ich staubsaugte mehrfach und besorgte mir mehrere Dosen Umgebungsspray, die eine Weitervermehrung der Flöhe stoppen sollten. In alle Ritzen streute oder sprayte ich Flohvernichtungsmittel. Unsere Betten nahm ich total auseinander, weil ich auch dort Flöhe vermutete.
Mehrere Tage wütete ich so, dann begann ich mit Schaumreiniger das Gift wieder aus den Teppichfliesen zu entfernen. Wir erwarteten meine Tochter mit ihrem ersten Kind , noch im Krabbelalter, zu Besuch.
Wir erreichten es, die Flöhe so loszuwerden. Von anderen Leuten hörte ich, dass sie sich einen Kammerjäger bestellen mussten, weil sie es alleine nicht schafften.
Unsere lieben Nachbarn mit Molli haben von der Geschichte übrigens nie etwas erfahren, es wäre ihnen sicher sehr peinlich gewesen.
So etwas soll uns nicht noch einmal passieren. Lara und die beiden Katzen bekommen deshalb regelmäßig
PROGRAM, die Katzen als halbjährliche
Spritze, der Hund monatlich als Tablette. Damit unterbricht man zuverlässig den Entwicklungszyklus des Flohs, verhindert allerdings nicht, dass einzelne Flöhe die Tiere befallen. Dafür gibt es andere Mittel, siehe unten.
Zusätzliche Informationen:
Der Floh
Flöhe sind ca. 1-5mm große, seitlich abgeplattete, flügellose Insekten mit stechend-saugenden Mundwerkzeugen. Es hat sich gezeigt, dass eine Reihe von verschiedenen Flöhen bei unseren Haustieren ihr Unwesen treibt. Die wichtigsten Arten, die bei Hund und Katze gefunden werden, sind der Hundefloh und der Katzenfloh. Beide Floharten parasitieren auf Hund und Katze, wobei der Katzenfloh am weitesten verbreitet ist.
Der Lebenszyklus des Flohs spielt sich überwiegend in der Umgebung der Wirtstiere ab. Nur die adulten Flöhe suchen zur Nahrungsaufnahme Hund oder Katze auf. Ihre Nahrung besteht ausschließlich aus Blut. Während der normalen Saugdauer (20-150 min.) wird die 10-20fache Menge des Flohmagenvolumens aufgenommen. Wenn möglich saugen die Flöhe täglich; sie können aber auch Monate ohne Nahrung auskommen. Die äußerst aktiven Larven ernähren sich von halbverdautem Flohkot der Adultflöhe und von organischen Abfällen. Sie scheuen das Licht und verstecken sich in Teppichen, Bodenritzen, Matten, Kissen und Decken. Dort entwickelt sich die Larve über 3 Larvenstadien zu einer Puppe, die von einem Kokon umhüllt ist. Sind keine Wirtstiere da, verharren die Puppen monatelang in einem Ruhestadium. Erst durch Wirtstiere hervorgerufene Erschütterungen veranlassen die jungen Flöhe zu schlüpfen.
Der Nachweis von Flöhen erfolgt durch eine genaue Untersuchung des Haarkleides auf herumlaufende Flöhe und Flohexkremente. Gibt man Flohkot auf ein angefeuchtetes Löschpapier, färbt es sich aufgrund des Gehaltes an unverdautem Blut rötlich.
Die nicht seltene invasionsartige Ausbreitung der Flöhe in Wohnung oder Zwinger ist letztlich auf die Störung des natürlichen Gleichgewichtes zwischen Parasit und Wirt zurückzuführen. Im Hundekot enthaltene Bandwurmeier können von Flohlarven aufgenommen werden und sich in ihnen zu Hundebandwurmzwischenstadien entwickeln. Der Hundefloh und der Katzenfloh stellen somit Zwischenwirte für den Gurkenkernbandwurm des Hundes dar. Durch den flohbedingten Juckreiz lecken die Tiere das Fell, zerbeißen dadurch Flöhe und schlucken sie runter. Auf diesem Wege gelangen die Bandwurmlarven in ihren Endwirt. Sie entwickeln sich zu ca. 45cm langen Würmern, die im Dünndarm des Hundes leben. Dort beenden sie ihren Entwicklungszyklus, indem sie gurkenähnliche Bandwurmteilchen mit Eipaketchen in den Hundekot abgeben.
Flohdermatitis ist eine schmerzhafte, akute Hautentzündung bei Hund und Katze. Sie wird meistens durch die physische Anwesenheit des Flohes oder durch Verletzungen der Haut beim Flohbiss ausgelöst. Substanzen, die beim Biss mit dem Speichel abgesondert werden, verursachen in der Haut Entzündungen und allergische Reaktionen. Das Ausmaß der Hautveränderungen ist dabei nicht von der Anzahl der Flohbisse abhängig, sondern nur von individuellen Reaktionen des Körpers auf die Irritation. Die Veränderungen treten dabei meistens an Flanken, hinterem Rücken, Schwanz und Nacken auf. Die vorwiegenden Läsionen sind rötliche Pusteln, Rötungen, Abschuppung, übermäßige Verhornung und Haarverluste. Die Tiere leiden meistens an einem starken, quälenden Juckreiz. Bei Katzen können kleine, knotige, mit Krusten versehene Hauterhebungen beobachtet werden.
Das Ziel jeder Behandlung ist die Beseitigung des Flohbefalls und eine Unterbrechung des Lebenszyklus der Flöhe. Dazu ist eine Behandlung des befallenen Tieres sowie eine zusätzliche gründliche Umgebungsbehandlung notwendig.
Möglichkeiten zur Therapie
BEHANDLUNG AM TIER
Flohspray
Die Flöhe werden sofort abgetötet. Zum Teil wird zusätzlich auf den Entwicklungsmechanismus eingewirkt.
Flohhalsband
Wirkt vorwiegend prophylaktisch, indem es Ungeziefer abhält.
Spot-on Behandlung
Das Medikament gelangt in den Blutkreislauf des Tieres. Beim nächsten Saugakt sterben die Flöhe.
Unterbricht den Entwicklungszyklus der Flöhe, indem sie die Chitinbildung der Flohpuppe verhindert.
BEHANDLUNG DER UMGEBUNG
Staubsauger
Entfernt mechanisch Flöhe
Fogger oder Pump-Spray
Tötet Flöhe sofort und hemmt zusätzlich den Entwicklungszyklus der Parasiten
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