Tiergeschichten - Überblick

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Eigene Geschichten 47
 
Gefährlicher Schwan
 
Wer kennt sie nicht, diese wunderschönen Wasservögel, wie sie majestätisch auf dem Wasser dahingleiten, weiß oder schwarz, wie sie scheinbar unbeeindruckt wirken von den Menschen, die sie fotografieren und von den Kindern, die sie füttern.
 
 
 
Als Kinder bzw. Jugendliche unternahmen wir gerne Ausflüge in die weitere Umgebung meiner Heimatstadt Norden, meistens von einigen Hunden begleitet. Ein beliebtes Ziel war der Lütetsburger Wald und der in der Nähe liegende Lütetsburger Park, wo schon unsere Ente Gagack ausgesetzt wurde.
 
Eines Tages waren wir wieder zu mehreren unterwegs, streiften durch die wunderschönen Anlagen der Gärtnerei in  Lütetsburg und landeten dann in dem besagten Park.
 
Plötzlich fiel mir auf, dass in der Ferne am Ufer eines der zahlreichen breiten Gräben, die den Park durchziehen, ein großer weißer Fleck im Gras zu sehen war. Was war da los? Neugierig gingen wir näher zu der Stelle hin. Ach du meine Güte, da lag ein riesiger Schwan wie tot im Gras. Hatte ein Hund ihn totgebissen oder ein Fuchs? Mitleidig trat ich näher an das Tier heran. Lebte es überhaupt noch? War es etwa schwer verletzt? Konnten wir noch Hilfe holen?
 
Als ich so dicht beim Schwan stand, dass ich ihn berühren konnte und mein Hund Teddy, den ich an der Leine hatte, bereits neugierig an dem weißen Vogel schnüffelte, erwachte das vermeintlich tote oder schwer verletzte Tier plötzlich  aus seinem Mittagsschläfchen, das es sich im Gras gegönnt hatte.
 
Ich glaube, nie wieder in meinem Leben habe ich mich derart erschrocken. Mit weit ausgebreiteten Schwingen stürzte der Schwan fauchend und zischend auf mich los, auch der Hund erschrak zu Tode, ich ließ die Leine fallen, und er raste davon. Der Schwan hatte es jedoch auf mich abgesehen. Ich wusste gar nicht, dass diese gewaltigen Vögel dermaßen schnell laufen können!
 
Doch ich war jung und schneller, und das war sicher mein Glück. Ich  konnte mich in eine sichere Entfernung retten, der Schwan drehte um und suchte wieder das Wasser auf. Seine Mittagsruhe war wohl nachhaltig gestört. Man hat mir später erzählt, dass wütende Schwäne schon mehrfach Menschen schwer verletzt und Hunde sogar getötet haben.
 
Seitdem begegne ich den majestätischen Vögeln mit Respekt und erfreue mich an ihrem Anblick, mehr nicht!