Eigene Geschichten 44
Mit Katzen reisen???
Eins greift ins andere. Erst bekamen wir Katzen, die eigentlich gar nicht bei uns auf dem Plan standen. Danach ergab sich das Problem mit dem Freigang, wie auf der vorigen Seite beschrieben.
Durch Clydes Diabeteserkrankung ergab sich ein drittes Problem: Was sollten wir mit ihm am Wochenende machen?? Wir fuhren doch so oft zu unserem Wohnwagen und wollten die Entspannung, die wir dort erfahren, auch nicht missen.
Bis zum Diabetesausbruch hatten wir keine Reiseprobleme gehabt. Eine tierliebe Nachbarin versorgte meine Katzen, meine Blumen, meine Wohnung, kein Problem. Sie bekamen ihr Futter, ihren Ausgang und ihre Streicheleinheiten, mehr verlangten sie nicht. Einmal nahmen wir sie 3 Wochen mit zu unserem Wohnwagen, dann wurden sie für lange Zeit in den Ferien wieder auf der Insel versorgt.
Doch durch den Diabetes änderte sich das. Clyde war noch nicht eingestellt, meine Nachbarin konnte zwar Insulin spritzen, aber Hometesting traute sie sich, wen wundert`s , nicht zu. Er war auch zu instabil, also nahmen wir ihn kurzerhand mit. Ich hätte sonst sowieso keine ruhige Minute gehabt.
Er war jahrelang nicht beim Wohnwagen gewesen, erkannte jedoch auf Anhieb alles wieder und blühte richtig auf. Zu Hause steht er immer unter der Fuchtel von seiner Schwester, hier war er der King. Er sprang oben auf den Wohnwagen und schaute mit glühenden Augen hinunter, er probierte, ob man auch auf einem Vorzeltdach laufen kann, er kletterte die Bäume halb hoch und belauerte den halben Tag unsere Vogeltränke, ob er nicht einen Piepmatz abmurksen könnte. Doch listigerweise hatten wir die Tränke so platziert, dass er keine Chance hatte. Nie entfernte er sich weit vom Wohnwagen, aber wenn mein Mann mit Lara losging, begleitete er ihn den ganzen Weg und lernte so die Umgebung immer besser kennen.
Als wir wieder nach Hause kamen, kam uns Bonnie „freudestrahlend” entgegen und tat uns plötzlich Leid. Sie hatte uns vermisst, war sie doch ganz allein gewesen. Beim nächsten Mal nahmen wir sie also auch mit. Sie ist im Auto ungeduldiger und miaut oft, aber wenn sie erst da ist, kennt ihre Begeisterung keine Grenzen.
Hier auf der Insel leben die Katzen in den Dünen schon urwüchsig, aber bei unserem Wohnwagen ist es für sie noch toller. Beide machen dort echt Urlaub, wie wir. Leider muss seit kurzem nachts die Wohnwagentür geschlossen bleiben. Sonst konnten die beiden auch nachts raus- und reinlaufen und genossen das. Aber Bonnie schenkte mir nachts um 2 Uhr eine lebendige, total unversehrte Maus und ließ sie in mein Bett fallen. Es dauerte einen ganzen Tag, bis wir die Maus wieder aus dem Wohnwagen entfernt hatten.
Nun schlafen die Katzen nachts im Vorzelt, wenn die Außentemperatur danach ist.
Während der Fahrt sind die beiden in der Transportbox, wenn Bonnie dabei ist. Clyde allein darf auch zu meinen Füßen liegen, der rührt sich stundenlang nicht. Wenn wir dann wieder mit dem Auto auf der Fähre sind, dürfen sie aus der Box raus und turnen zum Erstaunen der Fahrgäste im Auto rum. Dazwischen liegt Lara, der das sichtlich unangenehm ist, wenn die beiden über sie springen. Ihre Augen sprechen Bände, aber sie macht keinen Mucks, das gute Tier.
Für alle Fälle haben wir ein kleines Reise-Katzenklo im Auto, falls auf der Fähre mal jemand „muss”. Es wurde bis jetzt noch nie benutzt. Denn unterwegs machen wir immer einen Zwischenstop auf einem Parkplatz oder im Garten meiner Mutter. Die beiden sind im Katzengeschirr und verrichten artig ihre Geschäfte.
Fazit: Reisen mit unseren Katzen geht gut. Man nimmt allerdings etwas mehr Gepäck mit, zumal mit einem Zuckerkater. Es ist ungefähr so wie eine Reise mit kleinen Kindern.