Tiergeschichten - Überblick

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Spinnen!
 
 
Wenn wir mal nicht mehr im Schuldienst sind und man unsere Namen so nach und nach vergisst, wird es wahrscheinlich einige Norderneyer geben, die sich erinnern  und sagen: „Ach, das waren doch die beiden Lehrer, die es mit den Spinnen hatten!"
 
 
Alfred und ich können nämlich eins auf den Tod nicht leiden, und das ist, wenn Kinder sinnlos Tiere töten, vor allem Spinnen. Ich bin als Lehrerin wirklich ganz ruhig und friedlich, aber wenn ich sehe, dass ein Kind,  wenn es eine Spinne sieht, wild drauflosschlägt, werde ich böse. Und schon die 5-Jährigen in der Vorschule lernen, dass Spinnen nützliche Tiere sind, die man nicht einfach totschlägt. Dasselbe gilt auch für Ameisentottreten, Blüten- und Blätterabreißen, alles das können wir beide nicht ab. Wobei ich zugebe, dass Mücken und Zecken bei uns auch keine Chance haben, und Flöhe und Läuse natürlich auch nicht.
 
Doch zurück zu den Spinnen. Ich würde mir keine Vogelspinne als Haustier anschaffen, aber wenn ich eine Spinne in der Wohnung entdecke, befördere ich sie nach draußen. Ich schlage sie nie tot. Allerdings habe ich mich zu Hause auch schon vor großen Spinnen tüchtig erschrocken. Einmal ging ich nachts ins Badezimmer, es ist schon lange her, damals hatten wir noch ein weißes Waschbecken, und da saß ein solch schwarzes Riesenvieh im Becken, dass ich mitten in der Nacht laut schrie. Alfred kam aus dem Bett gestürzt und kriegte einen Lachanfall. Es war ein riesiger Weberknecht, der dort gefangensaß und befreit werden musste.
 
 
Weberknecht
 
Ein anderes Mal klappte ich meine Bettdecke hoch, und auch dort saß so ein Monstervieh. Beinahe hätte ich mich draufgelegt. Da habe ich aber nicht geschrien, sondern es nur aus dem Fenster geworfen.
 
An einer anderen Spinne hat sogar ein Arzt Geld verdient. Im Wohnwagen gibt es besonders viele Spinnen. Daran haben wir uns schon gewöhnt. Sie werden immer schnell vor die Tür gesetzt. Besonders eklig finde ich allerdings die Spinnen, die keine Netze bauen, sondern auf ihr Opfer losspringen. Die Sorte (sie heißen Springspinnen) haben wir oft im Wohnwagen, und ich muss mich jedesmal zusammenreißen, wenn sie versuchen, einem ins Gesicht springen. Sie haben auch so merkwürdige Greifzangen und sind mir einfach unsympathisch.
 
Eines Nachts hatte ich ein so komisches, krabbliges Gefühl im Ohr. Mir fiel sofort der Ohrenkneifer von Christine ein. Alfred musste  auch mir  ins Ohr leuchten, aber er sah nichts. Das Kribbeln verlor sich, aber am nächsten Morgen, als ich mit einem Wattestäbchen im Ohr herumpükerte, wurde es ganz schwarz. Nun werde ich ja wohl nicht so dreckige Ohren haben, dass ein Wattestäbchen pechschwarz wird. Aber ich hatte so ein dumpfes Gefühl im Ohr und keine Hilfsmittel, das Ohr sauberzukriegen.
 
 
Springspinne
 
Wir standen damals mit dem Wohnwagen auf einem Campingplatz in der Nähe von Trier und machten uns auf die Suche nach einem HNO-Arzt. Wir fanden auch einen, bei dem ich nicht lange warten musste. Nun wollte mir dieser gute Mann aber partout nicht glauben, dass eine Spinne in meinem Ohr verendet sei. Oh nein, das musste etwas Schlimmeres sein!! An einer Spinne konnte er wahrscheinlich kein Geld verdienen. Er untersuchte das Ohr, spülte es aus, machte einen Abstrich und seine Diagnose war: PILZBEFALL!!
 
Ich bekam ein Medikament, das ich nie angewendet habe, und zu Hause in Norderney wartete später eine hübsche Rechnung auf mich. Wir hätten uns lieber in der Apotheke ein Gerät zum Ohrsäubern, so einen Gummiball mit entsprechender Flüssigkeit dabei, holen sollen. Das wäre billiger und zeitsparender gewesen.