Eigene Geschichten 50
Chico von Formentera
(erzählt von Andrea)
Im November war ich zur Tauchlehrerprüfung auf Formentera. Vorher hatte ich Grammys Krankheit bemerkt, habe meinen Flug verschoben und bin gegen den Rat meines TA's nach Gießen in die Tierklinik gefahren. Dort habe ich Grammy dann auf Rat der dortigen Ärzte stationär gelassen. Wie viel Lust ich hatte, zur Prüfung zu fliegen, könnt Ihr Euch vorstellen.
Wir Prüflinge (5 an der Zahl und alles Freunde) wohnten im Ferienhaus unseres Freundes, der zwar immer so hart tut, seinen Kater zuhause aber über alles liebt.
Nach zwei Tagen tauchte Chico auf. Zutraulich, gut genährt, sehr sauber, so dass die Vermutung nahe lag, er habe einen Besitzer. Deswegen gab es nur einen heimlichen Happen vom Grill, sonst nix. Unser Freund wollte auch nicht, dass sich eine Katze ans Grundstück gewöhnt (sonst sind nachher 20 da) Naja, wie das mit Katzen so ist, die Besuche wurden häufiger, und wir stellten fest, dass eine Katze, die freiwillig hartes, trockenes Weissbrot frisst, keinen Besitzer haben kann. Im November ist, davon abgesehen, die Insel ziemlich leergefegt.
Zwei Tage gab es, was der Kühlschrank so hergab, dann stand auf einmal Katzenfutter in der Küche. Rate, wer es gekauft hat? Genau, der Chef höchstpersönlich. Von da ab gab es kein Halten mehr. Die Bilder zeigen, wie wohl sich Chico bei uns gefühlt hat.
Nach 10 Tagen kam meine Freundin nach, und unsere Abreise rückte näher. Was tun mit Chico? Von uns konnte ihn keiner nehmen. Also haben wir die dortige Katzenhilfe eingeschaltet, einen Futterplatz auf dem Baum auserkoren und, pünktlich zum Abschied, stand Chico parat, und wir konnten ihm den neuen Platz zeigen. Wir haben dann Geld da gelassen, damit für ihn gesorgt ist, und wir bekommen regelmäßig Bericht.
Jetzt ist er kastriert, steht jeden Morgen um 11:00 Uhr an der Futterstelle stramm, und die Mutter unseres Freundes, die drei Wochen dort war, hat ihn auch ins Herz geschlossen. Er ist sehr verschmust und treu.
Natürlich ist es nicht die Ideallösung, es wäre viel schöner, wenn Chico ein schönes Zuhause hätte, denn er hat unendlich viel Liebe zu verschenken. Aber ehrlich gesagt, kann ich ihn mir nicht in einer Stadtwohnung vorstellen. Das müsste dann schon was mit großem Garten und ohne Landstraße in der Nähe sein - also, wenn du jemanden weißt...
Das ist die Geschichte von Chico, zumindest mit halbem Happyend....
...und das ist eine der Meereschildkröten, die wir in die Freiheit entlassen haben. Der Betreiber unserer Tauchbasis dort pflegt verletzte Schildkröten gesund, die rund um Formentera und Ibiza gefunden werden. Häufig haben sie Angelhaken geschluckt, an denen sie jämmerlich zugrunde gehen, wenn sie nicht operiert werden...
Doch das ist eine neue Geschichte.
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