Begleit- und Folgeerkrankungen
2. Teil
4. Fettleber (hepatische Lipidose)
Als Begleitkrankheit bei Diabetes mellitus, Darmerkrankungen und Entzündung der Bauchspeicheldrüse tritt bei Katzen nicht selten eine
Leberverfettung auf, die unbehandelt zum Leberversagen und zum Tode des Tieres führen kann.
Übergewichtige Tiere erkranken besonders häufig.
Wegen mangelnder Nahrungsaufnahme entsteht ein Energiemangel, Fett aus den Depots wird mobilisiert. Die Fettsäuren können in der Leber nicht abgebaut werden und sammeln sich dort an.
Das Tier verweigert ohne ersichtlichen Grund plötzlich die Nahrung, frisst wenig oder gar nicht, ist apathisch, erbricht zuweilen und hat Durchfall. Dadurch entsteht eine starke Dehydration (Flüssigkeitsverlust) des Körpers und im fortgeschrittenen Stadium auch eine Gelbsucht (Ikterus), die man an der Gelbfärbung der Ohren feststellen kann. Im Blutbild sind die Leberenzyme oft stark erhöht, besonders die Alkalische Phosphotase (AP), die GLDH und die AST. Die ALT ist bisweilen kaum erhöht.
Jede hungernde oder stark gestresste Katze, die nicht frisst, muss sorgfältig im Auge behalten werden. Eine künstliche Ernährung, z.B. das Füttern mit der Spritze ist umgehend einzuleiten. Führt es nicht zum Erfolg, darf auf keinen Fall gewartet werden, dass sich der Hunger schon von alleine wieder einstellen wird.
Wichtig: Die Zwangsernährung darf aber nur erfolgen, wenn eine akute Pankreatitis mit unstillbarem Erbrechen (siehe unten) ausgeschlossen ist. Bei dieser Erkrankung kann orale Nahrungsaufnahme unter Umständen den Zustand noch wesentlich verschlimmern. Du solltest unbedingt deinen TA befragen, wie du vorgehen sollst.
Durch das Ausbleiben der Nahrung wird ein Teufelskreis ausgelöst: Die Verfettung der Leber bewirkt weiteren Appetitverlust, die Lebererkrankung wird immer schlimmer und kann tödlich enden.
Katzen, die länger als einen Tag die Nahrung verweigern, sich nicht ausreichend mit der Spritze füttern lassen und alles wieder erbrechen, müssen unbedingt dem Tierarzt vorgestellt werden. Nur durch eine intensive tierärztliche Behandlung ist es möglich, der Katze Nahrung zukommen zu lassen. Die Prognose ist sonst ungünstig.
Wenn eine übergewichtige Katze abnehmen soll, darf man sie aus den oben genannten Gründen nicht zu strikt auf Diät setzen, da auch dadurch eine Leberverfettung auftreten kann. Die Gewichtsreduktion muss langsam erfolgen. FdH ist nicht angesagt, die Katze sollte mindestens 70 bis 75 % der Energiezufuhr bekommen, die sie benötigt. Mehr als 1-2 % ihres Körpergewichtes sollte eine Katze pro Woche nicht verlieren.
Besonders kompliziert wird die Fettleber bei diabetischen Katzen. Weil sie nicht oder nicht genug fressen, darf kein oder nur wenig Insulin gespritzt werden. Wenig oder kein Insulin und dazu keine Nahrungsaufnahme sind eine ideale Ausgangslage für
Ketone, die wiederum unbehandelt zu einer oft tödlich endenden Ketoazidose führen können.
Die Ursachen für Probleme mit der Leber sind vielfältig bei Katzen:
Eine Ursache können Infektionskrankheiten wie FIP oder Leukose seien. Gerade bei älteren Katzen können auch Leberfunktionsstörungen bei älteren Katzen oft eine Gelbsucht (Ikterus) verursachen. Wie schon oben beschrieben, können Nahrungsverweigerung oder rapider Gewichtsverlust bei adipösen (übergewichtigen) Katzen durch den besonderen Leberstoffwechsel der Katze zu einer hepatischen Lipidose führen.
Auch Vergiftungen oder eine Entzündung der Leber und Gallengänge (Cholangiohepatitis), die oft mit einer Stauung der Gallengänge einhergeht und eine Gelbsucht (Ikterus) zur Folge hat, sollen nicht unerwähnt bleiben.
Bei allen Leberproblemen ist der TA zu Rate zu ziehen. Ihm stehen Medikamente zur Unterstützung der Leber zur Verfügung.
In diesem Zusammenhang soll noch auf ein Medikament hingewiesen werden, das bei schlechten Leberwerten für eine schnelle Verbesserung sorgen kann. Es heißt Denosyl SD 4. Die Behandlung ist auch nicht billig und muss über einen längeren Zeitraum erfolgen.
Hier ist Denosyl SD 4 erhältlich:
Über den Wirkstoff von Denosyl SD 4, SAM, kann man hier etwas nachlesen:
Zu weiteren bewährten Lebermitteln kannst du in unserem Forum nach Erfahrungen fragen.
Als Alternative zu Denosyl SD 4 wird Zentonil genannt.
5. Pankreatitis
Eine akute Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) ist bei Katzen nicht leicht zu diagnostizieren, zumal typische Symptome oft fehlen. Fieber tritt normalerweise nicht auf, aber Erbrechen, Durchfall, Lethargie und völlige Verweigerung der Nahrungsaufnahme.
Die Behandlung einer akuten Pankreatitis wird in aller Regel in einer Tierklinik erfolgen. Eine stationäre Aufnahme ist oft unumgänglich, die Erkrankung kann lebensbedrohlich werden. In schweren Fällen mit unstillbarem Erbrechen kann das erkrankte Tier mehrere Tage keine Nahrung per os , d. h. durch eine normale Fütterung, aufnehmen. Es bekommt alles, was es braucht, nur über Infusionen, um die erkrankte Pankreas völlig zu entlasten und um Flüssigkeit, Elektrolyte und eventuell Medikamente zu verabreichen. Nach einigen Tagen wird mit einer Schonkost die normale Nahrungsaufnahme wieder in Gang gebracht. Dabei soll fettige Nahrung und Futter mit viel Kalorien vermieden werden, da dadurch die Pankreassekretion angeregt wird.
Die Behandlungsansätze werden in der Literatur kontrovers beschrieben, ich gehe deshalb an dieser Stelle nicht näher darauf ein.
Aus einer akuten Pankreatitis kann eine chronische Pankreatitis entstehen, auch eine chronisch-rezivierende Form, d.h. es treten immer mal wieder Schübe der Pankreatitis auf in mehr oder minder schwerer Form. Diabetische Tiere mit dieser rezidivierenden Form lassen sich sehr schwer oder gar nicht einstellen.
Bei uns im Forum wird auch immer wieder über diabetische Katzen berichtet, die an EPI (Exokriner Pankreas-Insuffizienz) erkrankt sind. Erkennbar ist das an großen Mengen hellem, breiigen Kots, an häufigen Durchfällen, oft unglaublich hohen Futtermengen und dennoch auftretendem Gewichtsverlust. Diesen Tieren fehlen die Pankreasenzyme, sie müssen von außen zugeführt werden.
Mehr dazu auf Anfrage im
Forum.
Es sprengt den Rahmen dieser HP, umfassend über alle Pankreatitis-Erkrankungen der Katze zu berichten, ich beschränke mich deshalb auf einige gute Links, die ich zu dem Thema gefunden habe:
Zur Behandlung der Pankreatitis erfährst du etwas in den yahoo-groups
Alle Informationen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und geben meine persönliche Meinung wieder. Ich bin kein Tierarzt und übernehme keinerlei Haftung . Bitte sprecht die Therapie der Katze mit eurem Tierarzt ab. Jedes Kopieren, Einspeichern in automatisierte Dateien und Weiterverwenden der Texte und Bilder ist nur mit meiner Erlaubnis zulässig. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Helga Schoolmann