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Erfahrungen mit Hypurin Lente  (100 %iges Rinderinsulin)
 
 
 
Nach meinem bedauerlichen Fehlstart mit Caninsulin (zu große Insulinmenge, zu schnell erhöht) machte ich mich auf die Suche nach einem anderen Insulin und kam dabei über das FDMB auf Rinderinsulin, das dem Katzeninsulin am ähnlichsten ist. Es unterscheidet sich nur in einer Aminosäure. 
 
Zunächst bekam Clyde fast 1,5 Jahre Depot Insulin CR (100 % Rind) von Hoechst. Damit hatte er sehr gute Zuckerwerte und einen stark verbesserten Fructosaminwert. CR war allerdings kein Lente-Insulin, sondern mehr ein NPH-Insulin, d.h. die Wirkungsdauer war kürzer. Clyde musste es dreimal täglich im Abstand von 8 Stunden haben. Leider wurde dies Insulin dann vom Markt genommen, weil nur noch wenige Humandiabetiker es wegen der BSE-Krise anwendeten.
 
 
Weil Depot CR nicht mehr zur Verfügung stand, stieg ich im Dezember 2002  auf ein anderes Rinderinsulin um, Hypurin  Bovine Lente.
 
Hypurin Bovine Lente ist ein 100 %iges Rinderinsulin der Firma CP Pharmaceuticals Ltd, Wrexham, UK. Es ist  ein 100-er Insulin und nur in 10 ml-Durchstechfläschchen erhältlich. Das heißt, ein Fläschchen enthält 1000 IE Insulin. Offiziell hält sich das angebrochene Fläschchen nur ca. 4 Wochen, ich konnte es aber in der Praxis mehrere Monate ohne Wirkungsverlust anwenden.
 
 
 
Erfahrungsberichte:
 
1. Helga und Clyde
 
Ich startete bei Clyde mit 1 IE zweimal täglich und war nach kurzer Zeit wegen Ketongefahr auf 2 IE. Bei der Menge stellten sich die ersten, deutlichen Erfolge ein. Das Insulin braucht wohl, wie viele andere langwirkende Insuline, eine längere Anlaufzeit, um sich "einzunisten".
 
Im Laufe der Monate fand ich eine Dosis zwischen  3,5 und 4 IE , mit der Clyde den ganzen Tag Werte unter 300 mg/dl hatte , aber auch nicht zu tief (unter 100 mg/dl) fiel. Parallel dazu testete ich Futter, die den Blutzuckerspiegel nicht allzu sehr erhöhten. Trockenfutter aller Art, selbst die gängigen Diät-TroFus für Katzen darf ich nicht füttern, ohne die Insulindosis stark erhöhen zu müssen.
 
Das Insulin wirkt deutlich länger als Caninsulin, es hat seinen niedrigsten Punkt (Nadir) bei Clyde nach 6-8 Stunden. Als sehr angenehm empfinde ich das sanfte Fallen und Ansteigen der Werte, durchschnittlich 25 Punkte pro Stunde. Steile Abfälle habe ich unter Hypurin noch nie gemessen.
 
Leider bekam Clyde im Sommer 03 aufgrund einer anderen Erkrankung eine einmalige Depot-Cortison-Spritze (gegen unseren Willen).  Danach gab es Probleme mit der Einstellung. Die Werte fielen wochenlang nicht mehr so tief, wie ich es gewohnt war, und auch die Wirkungsdauer des Insulins war herabgesetzt. Es wirkte nicht mehr über 12 Stunden, so dass ich einen Zwischenversuch mit dem noch länger wirkenden Lantus unternahm, der mich aber auch nicht zufriedenstellte. Siehe dazu die Lantus-Seite der HP.
 
 
Es ging ihm immer sehr gut mit Hypurin Lente, man merkte ihm seinen Diabetes nicht an. Folgeschäden durch den Diabetes hat er bisher nicht. Leber- und Nierenwerte sind nach wie vor mittig.(Stand 2008)
 
Zur Bestellung und zum Preis:
 
Anfangs war es schwierig, das Insulin zu bekommen. Mit Rezept des TA bekommt man es jedoch über jede kooperative Apotheke, es dauert ca. 14 Tage oder weniger. Wir bekamen heraus, dass Apotheken, die vom Phoenix-Pharmahandel beliefert werden, es günstiger liefern konnten. Die Preise sind so schwankend, dass es sich lohnt, im Vorfeld bei Apotheken anzufragen (zwischen 54 und über 90 Euro!)  Ein Fläschchen Caninsulin enthält nur 100 IE (es ist ein 40-er Insulin) Eine Hypurin-Flasche entspricht also 10 Fläschchen Caninsulin.
 
Anmerkung:
Wie oben erwähnt, benutzte ich das Fläschchen ohne Wirkungsverlust mehrere Monate, machte aber eine auffällige Beobachtung. Wenn das Fläschchen sehr lange in Gebrauch war und sich zunehmend leerte, ließ die Wirkung des Insulins nicht nach, sondern steigerte sich. Das könnte, wenn man auf gut Glück immer die herkömmliche Dosis spritzt, zu gefährlichen Überdosierungen führen.
 
Dank Hometesting fiel mir jedoch diese Eigenart rechtzeitig auf, und ich brach ein neues Fläschchen an.
 
Helga
 
 
 
Update 2006:
 
Clyde bekommt nun Hypurin Bovine PZI und kommt damit noch besser zurecht als mit Hypurin Bovine Lente (siehe nächste Seite)
 
Update 2009:
 
Mittlerweile bekommt Clyde Levemir und hat damit sehr schöne Werte. Levemir hat den Vorteil, dass man es sehr schnell vor Ort bekommen kann.
 
 
 
 
 
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2.   Ulrike und Jackyripper
 
Nach der Diagnose Diabetes, ausgelöst durch eine einzige Depot-Cortison-Injektion im September 2003, wurde zunächst Caninsulin eingesetzt. Die viel zu hohe Einstiegsdosierung 2 x 5 Einheiten führte dazu, daß der Kater, da er zu dieser Zeit das Futter völlig verweigerte, die erste Woche dauerhaft zwischen Hypo und Somogyi pendelte. Ca. 2 Wochen später fand ich die Katzendiabetesseiten und habe dann mit der Einstellung bei einer Einheit von vorne angefangen und während der nächsten drei Monate 4 Einheiten erreicht.
 
Während der gesamten Zeit gingen die hohen 400er Werte wenig nach unten, aber zeitweise weit über 500. Auch fühlte der Kater sich eindeutig unwohl, er lag die meiste Zeit nur unter dem Bett, trank viel und kam nur zum Fressen und Pinkeln heraus. Außerdem hatte er immer wieder längere Phasen der Futterverweigerung und nahm in der Zeit fast 3,5 kg ab.
 
Nachdem mir meine TÄ zum wiederholten Mal erklärte, Hometesting sei Tierquälerei, und mein Tier brauche bei seinem Gewicht ( 7,8 kg) zwischen 8-10 Einheiten 2 x täglich, damit die Werte endlich sinken, wechselte ich den Tierarzt.
 
Der Neue ist vorbildlich und war auch ziemlich schnell der Meinung, daß wir die Murkserei mit dem Caninsulin lassen, und ein anderes Insulin versuchen sollten. Nach Rücksprache mit Helga haben wir uns für Hypurin Lente entschieden, obwohl der TA dieses Insulin nicht kannte. Über den Einkauf dieses Insulins war ich vorher von Helga informiert worden.
 
Am 20.01.2004 ging es wieder neu los mit einer Einheit Hypurin. Nach zwei Monaten mit wöchentlichen Steigerungen von 0,2 Einheiten, fielen die Pres das erste mal von den mittleren und oberen 400er Werten auf Werte mit der magischen 3. Da hatten wir dann 3,2 Einheiten erreicht. Mit viel Geduld haben wir uns bis auf 4 Einheiten herangetastet und dann traten, nach ungefähr 4 Monaten auch höhere 200er Werte auf.
 
Etwa einen Monat danach erreichten wir das von Helga bereits erwähnte auffällige untere Drittel der Insulinflasche. Es traten bei Reduzierung der Insulindosis auf 1-1,5 Einheiten Pres zwischen 150 bis 180 auf. Während dieser Zeit stieg er nach dem Nadir, bei ihm bei ca. 7-8 Stunden ( um 100-120 ) nach der Injektion, höchstens um 5 Punkte pro Stunde , während es im Moment bei mittelneuem Insulin 10-15 Punkte pro Stunde sind und die Pres wieder zwischen 270 und 310 liegen.
 
Nachdem bei uns keine Hypo bzw. keine allzu bedrohlichen Tiefstwerte auftraten, als das Insulin so stark wirksam war, habe ich auch den Bodensatz sehr kontrolliert benützt und konnte feststellen, daß diese starke Wirkung nach etwa 4,5 Wochen ganz plötzlich vorbei war und ich wieder 3,2 Einheiten brauchte, um die oben genannten "schlechteren" Pres zu bekommen.
 
Mit dem "Neustart" der 2. Flasche sind wir dann wieder bis auf 4 Einheiten geklettert und halten die oben genannten Pres regelmäßig ein. Wenn ich mehr spritze, gehen die Pres regelmäßig um 60-70 Punkte hoch, aber er fällt kaum tiefer als mit weniger Insulin, also halte ich strikt die Dosis, außer es gibt mal wieder einen Ausreißer nach unten, dann wird reduziert.
 
Dem Kater geht es sehr gut. Kommentar unseres tierärztlichen Unterstützerteams:" Dem sieht man ja überhaupt nichts an, gut gemacht". Seine Laborwerte sind bis auf einen Leberwert und natürlich Glucose im grünen Bereich, und er fühlt sich wie neu. Er hat wieder alles auf den Rippen, was abhanden kam, und ist nun mit seinen 8,6 kg wieder voll auf Kampfgewicht.
 
Für alle Mitleser, die glauben, daß das für einen Kater zuviel ist, sei erklärt, daß unser Tier in etwa so groß ist wie der etwas klein geratene Foxterrier unserer Freunde. Auch tierärztlicherseits gab es keine Einwände gegen das Gewicht, aber wir versuchen natürlich es so weit es geht zu erhalten.
Ich wünsche allen, die es mit diesem Insulin versuchen wollen, einen guten Einstieg und die Geduld, die Zeit abzuwarten bis das Insulin richtig gut wirkt.
 
Ulrike
 
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3. Rosi und Speedy
 
Mein Kater Speedy erkrankte im Oktober 2003 an Diabetes, ich startete mit Caninsulin, 2 mal täglich  0,5 IE ( U 40 Spritze). Hometesting kannte ich derzeit noch nicht, die Dosierung wurde durch das Trinkverhalten und nach Rücksprache mit der TÄ erhöht und das recht schnell, in Abständen von 1-3 Tagen um 1 IE. Speedy konnte von Tag zu Tag schlechter laufen, er litt unter einer schweren Neurophatie.
 
Mitte Dezember war ich bei 5 IE. Als Speedy mir zusammenbrach, habe ich die Dosierung sofort runtergesetzt und habe bei 0,5 IE wieder angefangen und langsam erhöht. Ich bin wieder bei 4 IE gelandet, und die Werte lagen bei Pres zwischen 350 und 450, nach 4 Std. zwischen 230 und 280. Die Werte gingen sehr schnell runter und auch wieder schnell hoch. Es ging Speedy immer schlechter, er lag nur noch unter dem Bett und konnte kaum noch laufen. Auf dem Kachelboden und Laminat rutschte er regelrecht weg, er konnte sich nicht mehr halten. Ich habe daraufhin alles mit Teppichen ausgelegt, trotzdem musste er sich nach jedem Meter setzten, weil er zu schwach war und keine Muskulatur mehr in den Hinterläufen hatte.
 
Auf Helgas Seiten habe ich von anderen Insulinen gelesen und meine TÄ gefragt, ob ich ein anderes Insulin bekommen könnte. Die TÄ schaute mich mit großen Augen an und sagte mir ganz energisch, es gäbe keine anderen Insuline für Katzen, das solle ich glauben!
 
Daraufhin habe ich auf Helgas Seiten unter "Wir helfen" nachgeschaut, ob es hier in Köln einen Gleichgesinnten gibt, der mir eventuell  einen guten TA empfehlen könnte. Von Helga bekam ich Ulrikes Adresse, ich nahm sofort Kontakt auf und bin mit Speedy zu ihrem TA gefahren.
 
Als dieser Speedy sah, nahm er mir jede Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten.
Ich habe sofort wieder  mit Ulrike Kontakt aufgenommen, wir sind dann zu dem Ergebnis gekommen, bei Speedy das Hypurin Lente auszutesten, bevor wir ihn aufgeben.
 
Ich startete mit 1,5 IE ( U 100 Spritzen) 2 mal täglich, dabei erreichte ich nur einen Nadir um 300, trotz der höheren Werte ging es Speedy nach ca. 2 Wochen schon besser, er kam unterm Bett hervor und hat wieder am Leben teilgenommen. Die Dosierung erhöhte ich in langsamen Schritten, man konnte zusehen, dass es  ihm Tag für Tag besser ging, er bekam wieder Muskulatur und konnte immer besser laufen und das nach ca. 2 Monaten.
 
Heute, ( Juli 2004) ist von der Neuropathie nichts mehr zu sehen, er läuft und fühlt sich wohl, als wäre er nie krank gewesen. Allerdings sind wir bei 4,5 IE zweimal tägl.gelandet, und er wiegt nur 4,5 kg. Die Pres liegen zwischen 200 und 350 und der Nadir( nach ca. 4 - 5 Std) bei 100- 180.
Auch bei Hypurin Lente fällt er teilweise stark runter, aber er kann es im Gegensatz zu Caninsulin besser vertragen. Ich habe auch einige Schwankungen drin ( Pre 180) oder auch mal  Pre 480, die ich mir nicht erklären kann, aber das kann tausend Ursachen haben. Deshalb ist es wichtig, vor der Spritze immer den Zuckerwert zu testen. Mein TA empfahl mir bei einer Futtersorte zu bleiben, weil es unterschiedlich verdaut wird und sich demnach auch die Zuckerwerte ändern. Ich habe eine Woche lang das gleiche gefüttert, trotzdem habe ich unterschiedliche Werte. Bei einer Katze funktioniert es vielleicht und bei der anderen nicht, jeder Körper reagiert eben anders.
 
Wie Helga und Ulrike schon erwähnen, wirkt das Hypurin  im letzen Drittel stärker, die Erfahrung habe ich auch gemacht, das ist mir aber zu riskant, und ich nehme dann lieber eine neue Flasche.
 
 
Rosi
 
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4. Izabela und Tinka
 
Tinka, geb. im August 1991, Diabetes wurde im September 1998 festgestellt.
 
Unser erstes Insulin hieß Insuman Basal von Höchst (heute Aventis) Tinka bekam es 4 Jahre lang nur 1 x täglich gespritzt. Nachdem ich im September 2002 das Hometesting kennen gelernt hatte (Tinka war damals schwer krank - Ketoazidose  und Resorptionsprobleme im proximalen Dünndarmbereich), stellte ich die Insulingabe auf 2 x täglich um und hoffte ein halbes Jahr lang, vernünftige Werte zu erreichen. Vor einem Insulinwechsel schreckte mich ihre hohe Anfälligkeit gegen Ketone ab. Wir kämpften verzweifelt tagtäglich gegen hohe PRE-s (meistens zw. 450 und 550), und steile Abfälle. Ich wusste, es musste etwas geschehen, sonst würde ich mein Tier bald verlieren.
 
Am 14. Februar 2003 bekam Tinka erstmals das Hypurin Lente ( jeweils 1 IE, obwohl sie vom Insuman Basal 2 x 4 IE gewohnt war). Es passierte gar nichts. Die Werte lagen fast den ganzen Tag lang weit über 300. Wir konnten aber bereits den ersten Erfolg verstreichen. Zum ersten Mal seit vielen Monaten sah ich endlich zum Abend-PRE keine 4 als erste Zahl auf dem Glucometer.
 
Einen Tag darauf erhöhte ich die Dosis auf 2 IE, da ich eine schreckliche Angst vor Ketonen hatte. Auf dieser Dosis blieb ich allerdings eine ganze Woche lang. Ich erhöhte dann die Insulinmenge in 0,2 Schritten. Nach ca. 2 Wochen konnte ich immer öfter PRE-s  zw. 280-330 ablesen. Unsere höchste Insulindosis mit dem Hypurin Lente waren 3,0 IE. Diese spritzte ich aber nicht lange. Inzwischen musste ich die Insulinmenge einige Male reduzieren, dann nach und nach wieder erhöhen und wieder reduzieren. Momentan sind wir bei 2,0-2,2 IE. Es mag damit zusammenhängen, dass Tinka nicht mehr so viel frisst wie in den Monaten zuvor. Der hohe Nachholbedarf an Futter nach ihrer Krankheit, die einen enormen Gewichtsverlust zur Folge hatte, ist längst ausgeglichen. Zur Zeit frisst sie jeweils ca. 100 g bis 120 g Futter und wiegt 4,8 kg. 
 
Bei Tinka sinkt normalerweise der Blutzuckerspiegel bei durchschnittlichen PRE-s von 270-320 um 100 bis 130 Punkte. Was heißt aber normal, wenn man Vieles gar nicht voraussehen kann. Überraschungen gibt es immer wieder. Es passierte schon einige Male, dass Tinka ganze 12 Stunden fiel und mich mit einem ziemlich niedrigem PRE verblüffte.
 
Ich konnte in diesen 1,5 Jahren bei der Wirkung von Hypurin Lente Folgendes beobachten:
 
1. den Nadir nach 3 bis 4 Stunden mit einer Senkung des Blutzuckerspiegels um ca. 100 bis 130, dann einen langsamen Anstieg des Blutzuckerwertes zw. +5 und + 6 und einen nochmaligen Abfall zw. +7 und +8 (den sog. Buckel);
 
2. den Nadir bei + 6 oder +7 und dann einen langsamen Anstieg der Werte;
 
3. den Nadir und gleichzeitig den nächsten PRE bei +12.
 
Am meisten überraschte mich aber die Tatsache, dass ich schon einige Male die Insulingabe für 12 Stunden aussetzen musste, weil die Blutzuckerwerte trotz der Fütterung nicht steigen wollten und die ganze Zeit bei ca. 100 blieben. Ob tatsächlich die Bauchspeicheldrüse zu stottern anfing, wage ich im Nachhinein zu bezweifeln. Es waren aber hoffnungsvolle, wenn auch ziemlich stressige Stunden.   
 
Zusammenfassung
 
Hypurin Lente ist ein gutes, langsam und sanft wirkendes Insulin. Es braucht aber enorm viel Zeit, um die richtige Wirkung zu zeigen. Der Nachteil liegt an der schwierigen Dosierung, da es ein 100er Insulin ist, und langer Lieferzeit (ca. 1 Woche). Es ist deswegen ratsam, immer ein Fläschchen im Kühlschrank vorrätig zu haben. Der Preis ist im Verhältnis zu anderen Insulinen auch nicht allzu hoch. Momentan zahle ich für ein Fläschchen 59, 80 EUR.
 
Izabela
 
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5. Bianca und Louie
 
unsere erfahrung mit hypurin bovine lente
am 18.06.04 wurde bei louie der diabetes festgestellt.
begonnen haben wir am 21.06 mit caninsulin.
wir haben von 1,5 i.e. über 2 i.e. bis runter zu 0,4 alles probiert
er rauschte teilweise innerhalb 2 - 3 stunden von über 400 auf knapp 50 runter und stieg ebenso schnell wieder an.
sein allgemeinzustand war erbärmlich. er lag nur noch im schrank oder unter dem bett wo wir ihn mühsam rauszerren mussten. der erste frukto im juni lag bei 714, der nächste im september bei 670
aber gut gings ihm noch lange nicht
wir haben uns lange überlegt ob wir auf ein anderes insulin wechseln sollen und auf welches.
 
es folgten diskussionen mit der tä und viele fragen im forum
letztendlich haben wir uns für hypurin bovine lente entschieden
 
für diese entscheidung gab es mehrere gründe
 
1. rinderinsulin ist dem katzeninsulin am ähnlichsten
2. es gab ja schon positive erfahrungen mit diesem insulin
3. louie ist ein eingefleischter häppchenfresser. bei uns steht rund um die uhr futter
4. unsere tä hat auch erkundigungen über verschiedene andere insuline eingeholt und uns letztendlich auch zum hypurin geraten
 
 
die ersten 3 monate waren ein ständiges auf und ab, ich hab andauernd die dosierung geändert, es ging rauf und runter
anfangs lagen die werte noch irgendwo zwischen 300 und über 400. das kannten wir ja nur zu gut von caninsulin
gestartet haben wir mit 0,5 i.e.
nach 2 tagen erhöht auf 0,75 i.e., nach 10 tagen auf 1 i.e. für 1,5 tage. dann wieder 0,75 i.e.
es folgten fast  wochen mit wechselnden dosierungen. dann reduziert auf 0,5 i.e. und das haben wir ca. 5 tage durchgehalten. die werte wurden etwas besser.
wir sahen immer öfter 200er werte.
 
 
anfang dezember hatten wir unseren ersten wert unter 200 und ich hab nur 0,2 i.e. gespritzt. aber als er bei + 3 einen wert von 103 hatte bin ich ein wenig in panik geraten und hab ihm trofu gegeben.
danach wurden die werte wieder höher und wir haben auf 0,5 i.e. erhöht
ende dezember haben wir reduziert auf 0,25 i.e. sind und stur dabeigeblieben.
anfang februar kamen dann immer öfter werte um 200
wegen einiger ausrutscher in die 300er werte haben wir wieder erhöht auf 0,4 i.e.
und nach 10 tagen wieder reduziert auf 0,25 i.e. weil die werte nicht besser wurden
 
anfang märz kam der durchbruch. sehr oft werte im 100er bereich  und reduziert auf 0,15 i.e.. dann kamen auch immer öfter werte unter 100 wo gar nichts gespritzt wurde und erstmal abgewartet wurde wie die werte nach 2 oder 3 stunden waren.
es folgten immer wieder mal tage wo wir abends oder morgends auch nach einigen stunden abwarten nicht spritzen brauchten
anfang mai hatten wir 2 tage komplett ohne insulin
 
am 09.mai wurde louie krank  (das war die geschichte mit der steckdose)
er bekam reichlich medikamente und infusionen, wir waren dauergäste bei unserer tä und am 12.05 musste er in die tk
die werte waren eine einzige katastrophe, aber schon nach einigen tagen wurden sie besser.
 
ende mai hatten wir auch wieder öfter werte im 100er bereich
vom 23.06.05 - 27.06.05 war louie insulinfrei und ihm gings wunderbar
dann wechselten sich die tage ab, mal mussten wir ein tröpfchen hypurin geben, dann wieder nicht. vom 01. - 03.07 wieder eine phase ohne hypurin. am 10.07 war es bei uns extrem heiss und schwül und louie fing an sich mehrfach zu übergeben. dann wieder 1 tag ruhe und am 12. 07 wieder. die tä meinte es könnte an der hitze liegen (letztendlich war es auch egal, er bekam wieder medikamente und infusionen)
 
diese woche waren wir insgesamt schon 3 x beim ta und das übergeben hat aufgehört. jetzt warten wir darauf das sich die werte wieder einpendeln
fazit ist: louie bekommt jetzt seit fast auf den tag genau 9 monate hypurin und wir haben diese entscheidung nie bereut
 
ihm sieht man den diabetes nicht an und er fühlt sich ausgesprochen wohl
unsere tä die schon so einige höhen und tiefen mit uns und louie mitgemacht hat ist schwer begeistert. bei ihr bekommen diabetische katzen nur noch hypurin bovine lente.
 
 
da wir das glück haben die flasche mit einem forumsmitglied teilen zu können kostet uns das hypurin nicht allzuviel
bis auf ein einziges mal gab es keine abstürze und ich fühl mich wesentlich ruhiger
ich kann nur sagen das man diesem insulin ruhig eine chance geben sollte. aber wie bei allen anderen insulinen braucht man vor allem geduld. wunder gibts nicht
der fruktosamin anfang juni kurz nach der leberentzündung lag bei 454
ich denke wir sind auf einem guten weg.
 
Bianca und Louie
 
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6. Tom und Nephele mit Freddy
 
Honeymoon mit Hypurin Lente
 
Wir melden uns zurück mit einer guten Nachricht.
 
Unser Freddy kommt nun schon seit 2 Wochen ohne Insulin aus. Wir hatten schon die Hoffung fast aufgegeben unseren Freddy jemals eingestellt zu bekommen. Entweder reagierte er gar nicht auf das Insulin, oder viel zu intensiv mit kurzer Wirkungsdauer.
 
Erst probierten wir eine ganze zeitlang Caninsulin. Jedoch mussten wir mit permanent hohen PRES kämpfen.Dann stellten wir um auf Insuvet Lente. Auf dieses Insulin reagierte Freddy gar nicht. Konstant hohe Werte um 500 machten ihm schwer zu schaffen. So gingen wir zurück auf Caninsulin. Auch wenn wir wieder mit hohen PRES leben mussten, so kam er doch wenigstens kurzzeitig auf ein niedrigeres Niveau. Schließlich wagten wir einen Versuch mit Hypurin Lente. Innerhalb kurzer zeit mussten wir bis auf 5 IE gehen, damit
seine Werte in akzeptable Bereiche gingen. Hatten jedoch noch immer mit viel zu hohen PRES zu kämpfen.
 
Nach ca. 3 Wochen sanken die PRES rapide. Immer häufiger mussten wir mit Zucker gegenregulieren und die  Dosis verringern.  Zuguterletzt haben wir die Spritzen ganz weggelassen. Das ist jetzt 2 Wochen her und Freddy hat konstant super Werte.
 
Vielen Dank an Helga, die uns in unserer Anfangszeit so fürsorglich betreut hat und uns unsere Angst und Unsicherheit nahm. Sie half uns , objektiv und
sachlich mit dieser Krankheit umzugehen und gab uns Hoffnung.
 
Vielen Dank an unseren TA in B , der sich so leidenschaftlich und fürsorglich um unseren Freddy kümmerte und selbst an Wochenenden für uns zur Verfügung stand. Wir sind überzeugt, das dieser Erfolg zum grössten Teil seiner professionellen und fürsorglichen Betreuung zu verdanken ist.
 
Und vielen Dank an euch alle für eure Anteilnahme, Rat und Beistand.
 
Wir wünschen euch und euren Lieblingen super Werte und ein baldiges Honeymoon :-)
 
Viele Liebe Grüße,
Tom, Nephele mit Freddy und Sally
 
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Weitere Erfahrungen gibt es dazu in unserem Forum, zu Hypurin Lente und Hypurin PZI.
 
 
 
 
Letzte Meldung (Oktober 2009):
 
Es wird zunehmend schwieriger wenn nicht unmöglich, in Deutschland an Rinderinsulin zu kommen. Viele unserer PZI -User steigen deshalb auf Lantus oder Levemir um. Auch Clyde bekommt seit 2008 Levemir, allerdings aus einem anderen Grund.
 
 
 
 
 
 
Alle Informationen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und geben meine persönliche Meinung wieder. Ich bin kein Tierarzt und übernehme keinerlei Haftung . Bitte sprecht die Therapie der Katze mit eurem Tierarzt ab. Jedes Kopieren, Einspeichern in automatisierte Dateien und Weiterverwenden der Texte und Bilder ist nur mit meiner Erlaubnis zulässig. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Helga Schoolmann