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Erfahrungen mit Lantus und Levemir  bei diabetischen Katzen
 
 
Wer in unserem Forum mitliest, wird bemerken, dass viele Katzenhalter mit Caninsulin und anderen Insulinen nicht so gute Erfahrungen gemacht haben und deshalb auf Lantus ausgewichen sind. Dieses Insulin steht selbst für Menschen noch nicht lange zur Verfügung, für diabetische Katzen liegen nur wenige Erfahrungen vor.
 
Auf dieser Seite der HP werden deshalb die unterschiedlichen Erfahrungen der Lantus-User gesammelt, damit sich jeder, der umsteigen möchte, selbst ein Bild davon machen kann, wie verschieden Katzen auf dieses Insulin reagieren. Da ständig neue Erfahrungen dazukommen, lohnt es sich, immer wieder mal hier vorbeizuschauen.
 
Die hier vorgetragenen Erfahrungen sind subjektive Berichte und nicht allgemeingültig. Du kannst sie nicht ohne Weiteres auf deine Katze übertragen. Ich rate dringend zur Zusammenarbeit mit einem kompetenten Tierarzt.
 
Allgemeine bisherige Erkenntnisse über Lantus aus unserem Forum:
 
a) In fast allen Fällen wird Lantus bei Katzen zweimal täglich gegeben im Abstand von 12 Stunden.
 
b) Lantus hat  seinen Nadir (tiefsten Wert) deutlich später als Caninsulin (etwa nach 6-8 Stunden).
 
c) Zuckerwerte können auch unter Lantus stark schwanken.
 
d) Die Werte fallen nicht bei allen Katzen langsam.
 
e) Das Insulin braucht eine lange Anlaufzeit, bis es richtig gut wirkt.
 
f) Unterzuckerungen können auch bei Lantus vorkommen.
 
g) Auf zuviel Lantus reagieren einige Katzen auch mit der Gegenregulation (Somogyi-Effekt).
 
h) Einige Katzen waren mit Lantus schnell auf einem Honeymoon (insulinfrei).
 
i) Einige Katzen brauchen Minimalmengen Lantus auch bei sehr niedrigen Werten, sonst steigen die Werte wieder an.
 
j)  Nicht jede Katze spricht auf Lantus an.
 
 
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Nun zu den einzelnen Erfahrungen (in der Reihenfolge, wie sie mir angeboten werden) :
 
 
1. Christian und Charly
 
Lantus ist ein noch gar nicht lang auf dem Markt befindliches Humaninsulin, das biotechnologisch erzeugt wird.
 
Durch gezielte Substitution bestimmter Aminosäuren in der Sequenz des Insulins soll Lantus die Eigenschaft haben, beim Menschen gleichmäßig bis zu 24 Stunden zu wirken - und das ohne Zusatz von Verzögerungsstoffen (das Insulin neigt durch die Modifikation verstärkt zur Oligomerisierung und wird dadurch nur langsam und gleichmäßig vom Gewebe ins Blut abgegeben)!
Bei Katzen ist die Wirkungsdauer von Lantus allerdings erfahrungsgemäß kürzer. Lantus muss daher auch zweimal gespritzt werden. Dennoch konnte ich bei Charly immerhin eine Wirkungsdauer von ca. 12 Stunden beobachten, die jedes konventionelle Insulin übertrifft. Demzufolge steht ein PRE-Wert in der Regel noch unter dem Einfluss der letzten Lantus-Injektion und dokumentiert nicht den annähernd „insulinfreien“ Zustand wie z.B. bei Caninsulin. Manche Katzen können dadurch overlap-Probleme bekommen, weshalb es besonders wichtig ist mit einer niedrigen Dosierung zu beginnen (bei Neigung zur Ketonbildung allerdings Vorsicht!).
 
In diesem langsamen und gleichmäßigen Wirkungsmechanismus liegt der entscheidende Vorteil von Lantus. Ziel der Behandlung ist es ja, die Werte möglichst auf physiologischem Niveau und vor allem dort konstant zu halten, wie es auch die gesunde Bauchspeicheldrüse tut.
 
Es ist jedoch auch Geduld bei der Einstellung aufzubringen. Bis der Körper sich richtig auf eine Dosis eingestellt hat, können Wochen vergehen. Man kann Erhöhungen der Dosis daher im Allgemeinen nur durch langfristige Beobachtung und Beurteilung der Werte beschließen.
 
Zudem reagiert jede Katze anders auf das Insulin: während es bei der einen Katze sehr gut wirkt, kann die Behandlung bei einer anderen Katze erfolglos bleiben.
 
Aktuelle Werte:
 
Charly ist nun schon seit mehr als einem Monat sehr gut auf Lantus eingestellt.
Momentan erhält er 2 x 0,5 IE.
Die PRE-Werte liegen in der Regel zwischen 90 mg/dl und 140 mg/dl. Im Laufe des Tages fallen die Werte bei Charly auf ca. 60 mg/dl – 90 mg/dl ab.
 
z.B. am 30.7.2003:
 
PRE 113 mg/dl   0,5 IE Lantus   72 g Animonda
+6 75 mg/dl    75 g Animonda
PRE 94 mg/dl    0,5 IE Lantus    54 g Animonda
 
Man beachte die außerordentliche Konstanz der Werte. Wird das Insulin für eine Woche ausgesetzt, so überschreiten die Werte wieder 400 mg/dl.
 
Christian und Charly (GA)
 
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2. Klara und Roland mit Wombat
 
Hier melden wir uns als Lantus-User. Zur Kurz-Info: Wir benutzen Lantus jetzt seit gut 7 Monaten; hatten Wombat nach gut 3 Monaten "eingestellt"; haben jetzt seit 4 Monaten konstante Werte, so gut wie keine Schwankungen, gleiche Einheiten ...
 
Wir haben mit Wombat die Erfahrung gemacht, dass wir auch bei Werten unter 100 spritzen mußten und müssen, weil sonst der nächste Pre sehr hoch war. Es gab Zeiten, in denen Wombat einen Pre bei ca. 250 hatte, wir die normale Dosis spritzten, der nächste Pre dann unter 100 war, wir nicht spritzten, der nächste Pre war wieder bei ca. 250 ...
 
Um diese Achterbahn-Fahrten zu durchbrechen, spritzten wir auch bei niedrigen Werten und die Kurven wurden  ruckzuck flacher ... Allerdings reduzierten wir dann kontinuierlich die Einheiten insgesamt, die hohen
Pres wurden niedriger, die Schwankungen geringer ...
 
Mensch braucht Mut so vorzugehen; außerdem muß mensch sein Kätzchen sehr, sehr gut kennen, wie es worauf reagiert und nach Möglichkeit ganze Tage, wo mensch es beobachten kann ...
 
Wir starteten damals mit 2 x 0,5 IE, waren zwischen zeitlich auf 2 x 2,5 IE; heute spritzen wir nur noch Tröpfchen ;-))) Und Wombat geht es fantastisch !!!
 
Bei Fragen einfach melden !
 
Klara & Roland
Wombat, Leeloo & Dusty
 
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3. Helga mit Clyde
 
Neugierig geworden durch positive Erfahrungen anderer, startete auch ich zwei Versuche mit Lantus. Kurz zu unserer Vorgeschichte: Clydes erstes Insulin war Caninsulin, leider zu hoch dosiert, so dass er später nicht mehr so darauf reagierte, wie es wünschenswert gewesen wäre.
 
Anschließend bekam er lange Zeit Depot Insulin CR von Hoechst, einem reinen Rinderinsulin. Damit hatte er sehr gute Werte. Leider wurde dieses Insulin vom Markt genommen, und wir mussten wieder wechseln.
 
Sein drittes Insulin war Hypurin Lente, auch ein 100%iges Rinderinsulin aus England, in Deutschland jedoch auch über jede Apotheke erhältlich. Auch mit diesem Insulin kam er gut zurecht, bis er im Juli 2003 eine Depot Cortison Spritze bekam. Daraufhin ließ die Wirkungsdauer des Hypurins deutlich zu wünschen übrig.
 
Ich setzte meine Hoffnungen auf das langwirkende Lantus.
 
Bei meinem ersten Lantus-Versuch startete ich mit 0,5 IE zweimal täglich und endete mit 1 IE zweimal täglich . Clyde hatte so hohe Werte (hohe 400er und 500er-Werte) und war so apathisch, dass ich aus Sorge vor Ketonen den Versuch nach ca. 10 Tagen abbrach. Clyde bekommt in Neueinstellungsphasen mit wenig Insulin schnell Ketone, das wollte ich ihm (und mir) nicht zumuten.
 
Der zweite Versuch mit Lantus war ca. ein Jahr später. Diesmal startete ich mit 1,5 IE zweimal am Tag (0,2 IE pro kg Körpergewicht, wird von TÄ so empfohlen). Ich blieb immer eine Woche auf der Dosis , bevor ich um 0,5 IE erhöhte. Unter Lantus fielen seine Werte kaum. Zunächst fütterte ich, wie gewohnt, nur zur Spritze morgens und abends. Das Futter wirkte, die Werte stiegen deutlich an, weit über 400 mg/dl. Aber  Lantus schaffte es   nicht, sie deutlich runterzubekommen, selbst nach Insulinerhöhung nicht. Dann verteilte ich die Futtermenge auf 5 kleine Mahlzeiten. Die Werte blieben weiterhin zu hoch, viel höher als mit Hypurin Lente. Nur durch zusätzliches Altinsulin in geringer Dosierung bekam ich die Werte zwischendurch einigermaßen in den Griff, und das wollte ich mir nicht auf Dauer zumuten. Ich fürchtete auch, durch die hohen Werte Clydes Nieren zu schaden.
 
Bedenklich stimmte mich, dass ich die Werte an einem Tag, als Clyde sein Futter erbrochen hatte, stundenlang trotz Trockenfutters nicht hochbekam. Von 60er-Werten fiel er trotz Futters in die tiefen 40-er und war erst nach vielen Stunden wieder auf Werten um 90. Ich frage mich, was hätte passieren können, wenn ich bei dem niedrigen Wert nicht Futter zur Verfügung gestellt hätte. Leider darf ich Clyde das Futter nicht unkontrolliert stehenlassen. Er teilt es sich nicht ein, er frisst dann mehr, als ihm gut tut. 
 
Der Versuch endete bei 3 IE zweimal täglich. Dann bekam er wieder Hypurin Lente.
 
Mein dritter Lantus-Versuch war eigentlich der Beste von allen. Ich wählte, wie bei Prof. Rand gelesen, die hohe Startdosis von 0,5 IE pro kg Körpergewicht, weil ich davon ausging, dass Clyde ein Insulingroßverbraucher bei all seinen Insulinen war, er verstoffwechselt Insulin unheimlich schnell. Die Werte entwickelten sich von Anfang an mit den fast 4 IE Startdosis zweimal täglich sehr erfreulich. Als das Depot sich aufgebaut hatte, musste ich schnell reduzieren. Wir fuhren dann in den Urlaub zu unserem Wohnwagen, wo beide Katzen Freilauf haben. Als die PREs deutlich sanken, wagte ich mir nicht mehr, so viel Lantus zu geben und reduzierte weiter. Das war falsch, die Werte stiegen daraufhin deutlich wieder an, es wurde eine Achterbahnfahrt. Ich brach den Versuch  ab und gab wieder Hypurin Lente. Das war für mich im Urlaub kalkulierbarer.
 
Anmerken muss ich noch, dass Clyde sich unter Lantusversuch 2 und 3  sehr wohl fühlte.
 
Helga, Bonnie und Clyde
 
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4. Martina/Poose (GA)
 
Wir haben bei Poose Lantus eingesetzt, als wir nach über einem halben Jahr mit Caninsulin leider keinen Erfolg verzeichnen konnten. Poose sprach auf Caninsulin leider nicht an, seine Werte fielen nie unter 400 mg/dl. Da Poose unter diversen anderen Erkrankungen litt (FIV im terminalen Stadium, Babesiose, Ehrlichose, Mycoplasmose, hyperthrophe Kardiomyopathie, Hepatomegalie, CNI, Plattenepithelkarzinom) ist sein Fall sicher nur schwer mit einem ansonsten gesunden Tier zu vergleichen. Wir hatten seinerzeit schrittweise und ganz langsam von 2 x täglich 0,5 bis 6 Einheiten Caninsulin erhöht und waren den gleichen Weg dann auch wieder zurück gegangen. Nicht selten hatte Poose nur HI-Werte - tagelang. Aus heutiger Sicht haben wir damals zu lange mit einem Wechsel gewartet...
 
Mit Lantus erreichten wir innerhalb kurzer Zeit Werte in den niedrigen 300ern, bis runter auf ca. 280 mg/dl - mit ca. 2 bis 3 IE. Poose sprach darauf also besser an. Allerdings war die Freude jeweils nur von kurzer Dauer, denn nach ca. 3 oder 5 Tagen war Poose erneut HI (über 600 mg/dl). Ich habe dann über mehrere Tage und Nächte eine Kurve gemacht, um mit Sicherheit sagen zu können, was passierte. Die Werte lagen bei 300 und nur zwei Stunden später waren wir wieder bei HI - Rebound. Von diesem erholten er sich langsam wieder, bis das Spiel nach wenigen Tagen erneut begann. Ich versuchte dann Lantus nur einmal täglich zu verabreichen, aber dazu reichte die Wirkdauer leider nicht aus. Diese mit Alt-Insulin zu verlängern gelang mir auch nicht im ausreichenden Maße.
 
Wohl oder übel verabschiedeten wir uns von Lantus nach ein paar Monaten wieder und wechselten zu Hypurin. Erst hiermit gelang es uns Poose in akzeptablen Glucosewerten unter 300 mg/dl zu halten. Altinsulin benutzten wir weiter zusätzlich, um ab und an Spitzen auszugleichen oder Poose eine Zwischenmahlzeit zu ermöglichen.
 
Martina und Poose (GA)
 
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5. Jenny und Lisa
 
Wir benutzen das Lantus jetzt seit Mitte April 2004. Lisa hat es bisher ausgezeichnet vertragen.
 
Natürlich haben wir ganz moderat mit einer geringen Dosis von 2 x 0,5 IE begonnen, haben aber schnell auf 1,0 IE erhöht, da es Lisa anfangs mit den noch hohen Werten nicht so gut ging.
 
Wir mussten etwas experimentieren, um zu sehen wie Lantus wirklich wirkt, denn man kann es wirklich nicht mit den sonst üblichen Insulinen für Katzen vergleichen.
 
Das wichtigste, was wir feststellen konnten, war, dass Lantus seine Zeit braucht und der Körper erst nach etwa 5-7 Tagen auf eine Dosisumstellung reagiert hat.
 
Desweiteren haben wir herausgefunden, dass bei steigenden PRE-Werten unter einer Dosisänderung, eine Reduzierung des Insulins nichts gebracht hat, sondern dass uns hier eine Dosiserhöhung den gewünschten "Erfolg" brachte.
Natürlich kann ich nicht beurteilen, bis zu welchem Punkt das funktioniert. Wir sind inzwischen bei 2 x 2,0 IE angekommen und bewegen uns mit den PRE-Werten unterhalb der 300er Linie.
 
Einen Somogyi-Effekt konnten wir bisher noch nicht feststellen. Auch keine Hypo.
 
Ich muss aber sagen, dass auch wir die eher vorsichtigeren Katzenbesitzer sind und bei niedrigeren PRE-Werten (um die 100 mg/dl), die wir leider nur 2x hatten, nur ein Tröpfchen gespritzt haben und beim nächsten PRE dafür mit Werten nahe der 400er Linie "belohnt" wurden.
 
Jetzt warten wir eigentlich auf den Augenblick, wo wir den Rat anderer Lantus-Benutzer befolgen können, auch bei PREs um die 100 mg/dl etwas mehr zu spritzen, wobei wir in diesem Fall sicher keine volle Dosis von 2,0 IE spritzen werden.
 
Der heutige PRE von Lisa lag bei 161 mg/dl. Ich war mir wirklich unschlüssig. Gestern habe ich bei einem PRE von 192 mg/dl die volle Dosis gespritzt und keine Hypo-Anzeichen oder ähnliches erlebt. Im Gegenteil: Lisa ging es ausgezeichnet. Sie ist viel gesprungen, hat nicht einmal am Wassernapf gesessen, hat mich in der Badewanne in Ruhe gelassen (sonst will sie immer das Badewasser saufen), hat nicht gebettelt und ihr Fell glänzt wie Seide.
 
Bei den heutigen 161 mg/dl habe ich die Dosis etwas reduziert auf ca. 1,75 IE, hoffe aber gleichzeitig, damit nicht wieder etwas kaputt gemacht zu haben, denn nach dem Tröpfchen-Spritzen haben wir quasi immer wieder von vorne angefangen, um von den hohen Werten herunterzukommen.
 
Zum Nadir noch ein paar Sätze:
 
Ich denke, es ist ein langer Weg, der auch viel Zeit für das Tier benötigt, bis man die Katze optimal auf das Lantus eigestellt hat. Unter optimal verstehe ich eine nahezu "gerade Kurve" innerhalb von 24 Stunden, die nur durch futterbedingte kurzfristige BZ-Anstiege geprägt wird. Ist dieses tatsächlich erreicht, gibt es keinen Nadir.
 
Menschen versucht man auf dieses Optimum einzustellen, jedoch können Menschen sich mitteilen, wenn ihnen eine Hypo droht, und es kann rasch gehandelt werden.
 
Bei Katzen jedoch sollte in meinen Augen nicht das Ziel sein, sie optimal einzustellen, denn die Gefahr einer unerkannten bzw. zu spät erkannten Hypo ist einfach zu groß. Wir sollten uns als Katzenhalter damit zufriedengeben, dass die Katze gut eingestellt ist, was in meinen Augen bedeutet, dass die BZ-Werte für mehrere Stunden pro Tag unter 300 mg/dl liegen, die größte Zeit des Tages jedoch unter 200 mg/dl. Dazu sollte man unbedingt das Allgemeinbefinden der Tiere registrieren, sowie das Aussehen und Trink- und Pieselverhalten.
 
Es ist klar, dass bei dieser "nur" gut eingestellten Katze ein Nadir zu erkennen ist, denn nach der Insulin-Gabe sollte der BZ ja sinken, sonst bräuchten wir nicht zu spritzen. Dieser "Nadir" lag bei uns immer bei +5. Danach ging es mit der Kurve wieder aufwärts - mal schnell, mal langsam, je nach Dosis!
 
Ich muss aber auch erwähnen, dass Lisa tagsüber alle 4 Stunden Futter bekommt.
 
Jenny & Lisa
 
 
Ergänzung vom 21.07.2004:
 
Gestern und heute hatten wir unter Lantus unsere ersten (bemerkten)  Hypos, obwohl wir aufgrund des niedrigen PRE-Wertes reduziert spritzten. Gestern lief alles symptomlos ab, jedoch haben wir 4 Stunden nach der Spritze einen Wert von 49 mg/dl gemessen. Auch mit Trockenfutter und zuckerhaltiger Malzpaste war dieser Wert nur schwer wieder hoch zu bekommen. Der Somogyi-Effekt scheint uns aber erspart geblieben zu sein, denn der nächste PRE-Wert war nicht außergewöhnlich hoch.
 
Heute haben wir bei einem üblichen PRE-Wert etwas weniger als die normale Dosis von 2,0 IE gespritzt. Nach etwa 6 Stunden wurde Lisa auffällig, indem sie seltsam durch die Wohnung schlich. Die BZ-Messung ergab 45 mg/dl.
Fazit:
Viele haben es schon erwähnt, dass Lantus seine "richtige" Wirkung erst nach Wochen zu entfalten scheint. Das macht das Insulin etwas gefährlich!
 
Nach wochenlanger gleicher Dosierung kann es plötzlich passieren, dass die Werte in den Keller sausen, weil der Körper aus unbekannten Gründen "besser" auf das Insulin reagiert.
 
Hometesting ist auch hier unerlässlich. Vor allem Berufstätige sollten lieber über längere Zeit von mindestens 3 Wochen eine geringe Dosis an Lantus beibehalten und freie Tage unbedingt für Tagesprofile nutzen!
 
Ein deutlicher Nachteil von Lantus ist, dass es sich schwer in Zwischenschritten dosieren lässt, da es ein U 100- Insulin ist. Ein kleiner Tropfen kann hier schon zu viel, oder aber auch zu wenig sein.
 
 
 
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6. Lars und Phillip
 
Wir haben von unserem ersten TA ein gentechnisches Humaninsulin bekommen, das Caninsulin in nichts nachstand: Jähe Abfälle, steile Anstiege, Somogyis, eine Hypo war auch dabei...
 
Danach wechselten wir auf Caninsulin und machten das selbe noch mal mit. Nach dem Wechsel auf Lantus waren wir zunächst begeistert: Tatsächlich erreichten wir für einige Tage mit geringer Dosis 2x0,5 für uns Traumwerte (180...250) ohne Minima. Nach drei Tagen war es damit vorbei und wir mussten erhöhen, besagten Effekt erreichten wir aber nie mehr. Wir haben in 6 Monaten Dosen von 1x0,5 bis zu 2x3 ausprobiert.
 
Zusammenfassend kann man für uns sagen:
 
2x0,5 Wirkschwelle - Phillip (8kg) bleibt auf 330...400 - das ist exakt der Wert, der sich auch ohne Insulin nach einiger Zeit bei ihm einstellt und über seine eigene Insulinbildung und über die Niere reguliert wird. Mit Insulingabe pinkelt er allerdings weniger, so dass man trotz der hohen Werte was gutes für ihn tut.
 
2x1,5 im Prinzip seine Dosis: Die Pres werden langsam von Tag zu Tag niedriger. Nach ein paar Tagen kommt man unter 300. Leider kommt kurze Zeit danach Onkel Somogyi, und zwar klassisch: PRE: 250 +2 180 +4 110 +6 560
 
Danach kann man dann geben was man will - für 4 Tage hat man nur hohe Werte, dann fängt das Spiel wieder von vorne an.
 
Natürlich haben wir versucht bei niedrigen PREs (obwohl 250 nicht wirklich niedrig ist) zu reduzieren - der ganze Zustand ist aber sehr instabil und entweder gehen die Werte hoch, weils zu wenig ist oder weil Somogyi kommt...
 
alles darüber bis zu 2x3
Werte zwischen 380 und 650 ohne irgendwelche Korrelation der Insulingabe. Wir haben aber in 3 Monaten NIE einen Wert unter 380 abfangen können.  Es scheint sich hier weniger um Somogyi sondern um eine andere Abwehrreaktion des Körpers zu handeln.
 
Also, man sieht - für uns war Lantus nichts, schade eigentlich, denn trotz des Misserfolgs kann ich unterstreichen, dass es "sanfter kommt" und vom Handling her ist es auch einfacher (entmischt sich nicht) -
 
zudem gelang es uns mit Kochsalzlösung ein U20-Insulin zu mischen. Das ist mit Hypurin (damit probieren wirs im Moment ) nicht möglich (zeigte keine Wirkung mehr).
 
Bei Lantus ist das angeblich auch nicht möglich, kann aber aus meiner Erfahrung sagen, dass das verdünnte Insulin genauso wirkte, wie das unverdünnte. Aufgrund unseres Misserfolges ist diese Aussage natürlich mit der gebotenen Vorsicht zu genießen...
 
Lars & Phillip
 
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7. Barbara mit Zorro
 
 
Zorro bekam Ende April '04 vom TA die Diagnose Diabetes ( ohne Fruktosaminwert) und ein Fläschchen Caninsulin und U40 Spritzen mit nach Hause mit der Empfehlung zweimal 2 IE zu spritzen. Die erste Woche verlief ziemlich chaotisch, das Spritzen ging oft daneben und nach vier Tagen wurde beim TA erneut BZ gemessen und ich sollte auf einmal 3 IE und einmal 2 IE erhöhen.
 
Zum Glück hatte ich den Abend zuvor Helga's Seite gefunden und mich erst mal um ein Glukometer gekümmert. Bis das da war reduzierte ich auf zweimal 1 IE, da Zorro zwar schon weniger trank und pieselte, aber dafür sehr matt wirkte. In der Woche darauf wurde das Hometesting geübt und das Trockenfutter verbannt. Zorro's Pres lagen um die 480-600 oder höher (HI). Nach einigen Tagen zeigte sich ein Nadir bei ca. +5, der aber auch nur im besten Fall bei 450 lag. Also erhöhte ich jeweils nach einer Woche um 0,2 IE.
 
Die Tagesprofile zeigten deutliche Tendenzen nach unten, jedoch die Pres änderten sich nicht; der beste Nadir lag noch bei 380. Bei einer Dosis von 1,6 IE fiel Zorro rasant um 280 Punkte in vier Stunden um dann innerhalb der nächsten zwei Stunden wieder auf HI zu klettern, wir hatten Mr. Somogyi zu Gast. Also reduzierte ich das Insulin um die Hälfte, blieb eine Woche dabei und tastete mich wieder langsam höher. Zorro's Werte wurden einfach nicht besser, er hatte noch die gleichen hohen Pres wie zu Anfang und mit jeder Erhöhung wurden die Nadirs niedriger, der Fall steiler und Somogyi war wieder im Haus.
 
Nach sechs Wochen wechselten wir von 1,0 IE Caninsulin zu 0,5 IE Lantus. Am Anfang sah es aus, als hätte es keinen Wechsel gegeben: gleich hohe Pres, Abfall der Werte bereits bei +2, Anstieg bei +8 oder früher. Die für Lantus typische gleichmäßige Kurve war überhaupt nicht in Sicht, die Tagesprofile sahen aus wie vorher unter Caninsulin. Ich blieb eine Woche auf 0,5 IE und erhöhte dann etwas zügiger in 0,25-Schritten bis 1,5 IE. Auffallend war, dass es Zorro offensichtlich viel, viel besser ging, auch wenn seine BZ-Werte etwas anderes sagten. Er hatte immer noch Pres von 480-HI, fiel aber manchmal schon unter oder bis knapp 300 und stieg erst nach +10 wieder an.
 
Nach drei Wochen und bei einer Dosis von 1,5 IE kam dann der Durchbruch: ein  +7  Wert von 192, der Pre bei 182! Hier habe ich auch 1,5 IE gespritzt, was aber zuviel war und mit Somogyi belohnt wurde. Nach der Reduzierung auf 1,25 IE wurden die Werte wieder besser, es gab vereinzelt Pres im 200er und 300er Bereich. Der Nadir fiel immer weiter, erst unter 200, dann unter 100! Zorro hatte noch nach zehn Stunden Werte unter 300, die Kurve wurde insgesamt weicher, wenn auch nicht flach. Nach zehn Tagen (und einem lieben Tipp aus dem Forum) reduzierte ich wieder auf 1,0 IE. Erst war der Nadir (bei Zorro bei ca. +6) wieder etwas höher, so um ca. 30 Punkte, dann kamen wieder Pres knapp unter 200. Hier habe ich dann einmal die Dosis um die Hälfte reduziert, was zu wenig war und der folgende Pre war 460, dann beim nächsten Mal die vollen 1,0 IE gespritzt und beobachtet, dass Zorro damit nicht tiefer als 70 fiel. Somogyi gab es diesmal nicht, seine Toleranzgrenze hatte sich wohl den niedrigen Werten angepasst, die er ja die meiste Zeit des Tages hatte.
 
Obwohl es ein ziemliches Chaos war, gaben mir die vereinzelt guten Pres Hoffnung und ich änderte die Dosis nicht nach zehn Tagen. Und das war, wie es heute aussieht, genau die richtige Entscheidung. Zorro hatte jetzt seit sechs Tagen regelmäßige Kurven, seit drei Tagen keinen Pre mehr über 300! Nun fängt die Fummelei um die richtige Dosis an, statt immer 1,0 IE und bei sehr niedrigen Pres 0,5 IE zu spritzen, werde ich versuchen, ihn bei 0,75 IE einzupendeln. Dabei muss man natürlich aufpassen, dass er nicht zu tief fällt, bei einem +4 Wert von 50 habe ich ihm schon Stückchenweise TroFu gegeben, danach stieg er wieder, aber nicht zu sehr, der nächste Pre war dann 122.
 
Zusammenfassend lässt sich feststellen:
 
Lantus macht bei Zorro (noch?) keine Gerade, sondern eine anfangs auch steile Kurve, die er aber besser verträgt als die Achterbahnen unter Caninsulin. Mittlerweile werden die Pres immer niedriger und die Kurve somit weicher. Es hat drei Wochen bis zu den ersten guten Werten gedauert, und vier Wochen bis sich diese stabilisierten. Abfälle unter 100 sind normal und müssen natürlich beobachtet werden. Da die Wirkung von Lantus jedoch gleichmäßig und langandauernd ist, hat man genügend Zeit, tiefe Werte mit Futter zu regulieren, man muss nicht gleich Jubin geben.
 
Je besser die Werte werden, desto eher sollte man an Reduzierung denken, damit es nicht zu Abfällen unter 50 kommt. Es kann sich lohnen, eine Dosis bei vereinzelt guten Werten längere Zeit beizubehalten statt gleich zu erhöhen. Zorro hat die ganze Zeit gleichbleibende Futtermengen von Animonda und Miamor zu freien Verfügung gehabt, die er sich selbst ein- und mit Kater Moritz teilt. In letzter Zeit bleibt immer mehr davon stehen, der Heißhunger ist verschwunden. Er trinkt gar kein Wasser mehr (nur Pfützen auf dem Balkon) und pieselt normal. Und seit zwei Wochen jagt er den viel jüngeren Moritz durch die Wohnung, dem er sich zwei Jahre untergeordnet hat!
 
Lantus? - Es sieht gut aus ... :-)
 
Barbara und Zorro
 
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8. Marina und Jonathan
 
 
Bei Jonathan wurde bereits 1998 Diabetes festgestellt. Er bekam hohe Dosen CR -Depot Hoechst Insulin. Wir hatten sehr gute Fructosaminwerte, aber auch zwei heftige Unterzuckerungen (natürlich noch kein Hometesting). Im Laufe der Zeit habe ich die Insulindosen eigenmächtig reduziert. In Folge einer Erkrankung bekam Jonathan im Januar 2003 einen Honeym**n , den ich Dank Hometesting (Dank auch an Martina/Poose für die tolle Unterstützung damals) auch erkannte !
 
Die insulinfreie Zeit hielt bis Januar 2004 , danach stiegen die Werte plötzlich an,  und ein Infekt beendete leider den Honeym**n. Nach zwei Wochen benötigte Jonathan erneut weniger Insulin, so dass wir  nach kurzer Zeit wieder auf Insulin verzichten konnten. Die Freude hielt nicht lange an,die Gabe eines ABs ruinierte den Honeym**n und so blieb es bis jetzt. Das CR -Depot (Rinderinsulin)  war mittlerweile im Handel nicht mehr erhältlich, so wechselten wir zum  Hypurin Lente, dass in der Zusammensetzung dem CR ähnlich ist.
 
Leider haben wir damit nur schlechte Erfahrungen gemacht, ständige Gegenregulationen und keine konstanten Werte. Meine TÄ riet zum Monotard, ein Langzeitinsulin (Bestandteil 30 % schnellwirkendes Insulin  und 70 % Verzögerungsinsulin). Wir hatten nach 5 Tagen schon wesentlich bessere BZ-Werte, allerdings reichte es maximal 8 Stunden. Da Jonathans PREs sehr hoch waren, hatten wir auch außerordentliche Abstürze, von über 500 auf 90.
 
Die Abstürze blieben auch nach 6 Wochen. Da Jonathan sehr unter diesen Achterbahnfahrten litt und im Forum eine allgemeine Lantus-Euphorie ausgebrochen war, dachte ich, Lantus sei  vielleicht DIE Alternative, da es zumindest eine lange Wirkdauer besitzt.
 
Wir starteten mit 1 iE Lantus, die überhaupt keine Wirkung zeigte. Mit 1,5 iE befanden wir uns immer noch in den hohen 400- er und 500-er Bereichen. Mit 1,9 iE rutschten wir allmählich in den 300er Bereichen. Mit 2,0 und 2,5 iE hatten wir kurze Zeit akzeptable Werte, die plötzlich wieder verschwanden, die PREs stiegen wieder auf über 400 an.
 
Hohe PREs bedeuteten und bedeuten bei uns teilweise stundenlange hohe Futterspitzen. Ein sehr grosser Nachteil von Lantus, es fehlt die schnellwirkende Komponente. Um die PREs zu senken erhöhte ich auf 3iE, das brachte allerdings Abstürze von 360 und mehr Punkten , innerh. 4 - 5 STd., von wegen "langsames Lantus-Absinken". Ich reduzierte auf 2,6 iE mit mehr oder weniger grossen Erfolgen, mal gab es durchweg gute Werte und danach wieder konstant höhere Werte.
 
Nach 3 -4 Wochen purzelten die Werte. Nervig waren die steilen Abfälle innerhalb kurzer Zeit oder eben die konstant hohen Futterspitzen. Manchmal gab es gute niedrige PREs, die man sich in schöner Regelmäßigkeit mit einer falschen Dosis zunichte machte. Anfangs habe ich bei den niedrigen PREs, das Insulin um die Hälfte reduziert und es brachte uns einen wundervollen hohen Pre am nächsten Tag, aber nicht nur da, einige Tage gab es kaum einen Wert unter 400. Als der nächste niedrige PRE nach einigen Nervenzusammenbrüchen errungen war, spritzte ich wie so oft geraten wurde, die ganze Dosis, mit dem Erfolg, dass Jonathan gleich nach 2 Stunden kontinuierlich steil nach unten fiel, nur - bei 80 mg/dl Blutzucker bleibt da nicht viel Spielraum, denn Jonathan sinkt über 12 Stunden !
 
 
Fallbeispiele von 490  bis auf 41 waren bei uns nicht selten. Lantus liess Jonathan ganz heftig sinken, und ich machte mir Gedanken, ob wir nicht wieder die Achterbahn des Grauens bestiegen hatten, nur hiess sie diesmal Lantus und nicht Monotard. Wenn man einen PRE von 438 hat, denkt man nicht unbedingt daran, bei + 5 auf 52 zu rutschen, zumindest nicht bei Lantus. Lantus hat bei uns völlig anders gewirkt als es gemeinhin propagiert wird! Mittlerweile liegen wir  nun bei ca. 1 iE bis 1,5 iE mit wechselnden Werten (von 100 - 300 , nichts ist unmöglich). Die Dosis wird bei niedrigen PREs individuell angepasst, denn einen generellen Standard gibt es nicht. Jeder Besitzer sollte  versuchen, die entsprechende Dosis  für sein Tier herausfinden.
 
Fakt ist, es gibt heftige Abstürze mit Lantus, es reagiert nicht bei allen Katzen gemächlich, eine Unterzuckerung ist sehr wohl möglich, und es besteht gerade bei Lantus die Schwierigkeit, den Blutzucker hochzubekommen, ich benötigte einmal 4 Gaben Traubenzucker plus Futter ! Eine Dosierung bei niedrigen PREs erfordert viel Fingerspitzengefühl. Gerade in der Anfangszeit, wenn man sich in Sicherheit wähnt und die Werte konstant erscheinen, gibt es plötzlich Einbrüche.  Es kann wirklich lange Zeit gut gehen, und plötzlich gibt es einen Fall, der tief nach unten geht.
 
Mir ist Lantus mittlerweile ein bisschen unheimlich, und ich denke, es ist nicht unbedingt geeignet für alle Katzen. Katzen die z. B. eine größere  Insulinmenge benötigen, sehr hohe PREs haben ( man verliert die Nerven, weil man nach Futtergabe noch Stunden hohe Werte verzeichnet, teilweise 5 STd. und länger!) usw. Dennoch : ich bleibe vorerst dabei, weil wir endlich 12 Stunden lang eine Wirkung verzeichnen können und wir sonst wenig Alternativen haben.
 
Marina
 
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9. Marisa und Tiger
 
 
Hier ist mein Bericht über meine bzw. Tigers Lantus-Erfahrung:
 
Begonnen hatten wir mit 0,5 IE und nach einer Woche waren die PREs schon im begehrten „knapp über 300er-Bereich“. Mit 0,75 IE dann auch mal knapp unter 300 und mit 1 IE auch öfters mal um 250-270.
 
Doch besonders tief fiel er nie – unter 200 kam er einfach nicht. Dafür hatte er mit 1,25 IE gleich einen steilen „Absturz“ mit wahrscheinlich anschließendem Somogyi-Effekt, z.B. PRE: 422, +2 1/2: 248, +4 1/2: 177, PRE: 395.
 
Wie man sieht hatte Tiger unter Lantus erst kaum Veränderungen in den Kurven, schöne PREs, aber dafür keine Nadirs unter 200 und bei kleinster Erhöhung um 0,1 – 0,25 IE einen zu schnellen Abfall und Anstieg mit hohen PREs danach. Seine Nadirs waren übrigens meistens bei +6.
 
Ich entschloss mich daher wieder mein „geliebtes“ Ultratard zu verwenden, da er damit ähnliche Werte erzielte, doch wesentlich öfters den 100er-Bereich erreichte und ich es außerdem feiner dosieren konnte (40er-Insulin) mit den 100er-Spritzen.
 
Marisa
 
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10. Rainer und Pantoffel (GA)
 
-- Pantoffels Diabetes-Geschichte --
 
Pantoffel's Diabetes wurde im April 03 diagnostiziert. Die anfängliche Dosierung von Caninsulin nach Vorgabe meiner damaligen TÄ eskalierte bei immer schlechteren Pre's bis zu 5,5 IE alle 12 Stunden. Als die TÄ dann von Insulinresistenz sprach, stieß ich auf das Forum für Katzendiabetes, reduzierte die Dosis drastisch und begann mit Hometesting. Die Werte wurden zusehends besser und im September 03 war Pantoffel insulinfrei.
 
Als dann ein BB auf Nierenschwäche hindeutete verordnete die TÄ eine Nierendiät, die Pantoffel's BZ wieder in ungeahnte Höhen steigen ließ. Von da an kam er mit Caninsulin auch nach Absetzen der Diät nicht mehr zurecht, so dass ich zu Lantus wechselte.
 
Pantoffel hat sehr lange gebraucht, bis er positiv auf Lantus reagiert hat. Erst im April begannen die Pre's noch bei 2,0 IE unter die magischen 300 mg/dl zu sinken. Ich führe dies vor allem auf meine anfänglich viel  zu hohe Dosierung (ich hatte wie für U40 Insulin umgerechnet) und meine unregelmäßigen Spritzzeiten zurück.
 
Im Mai gab ich zur Unterstützung Acidum Phosphorikum C200, von da an sanken die BZ Werte im Sturzflug, und ich hatte meine liebe Not, nicht zu hoch zu dosieren, bzw. zwischendurch zu füttern, um keine Hypo zu riskieren.
 
Im Juni konnte ich oft nur noch einen Touch Lantus spritzen, und ab dem 22. Juni war Pantoffel insulinfrei mit Pre-Werten zwischen 80 und 55 mg / dl.
 
Leider hatte meine damalige TÄ am 11. Juni 04 einen Knubbel in der Nähe der Bauchspeicheldrüse ertastet, und Pantoffel hatte stark Gewicht verloren.
 
Diese Tendenz ließ sich leider nicht mehr in den Griff bekommen.
 
Am Montag, den 19. Juli, musste ich meinen tapferen Pantoffel bei einer neuen sehr netten TÄ einschläfern lassen. Vermutlich war der Knubbel tatsächlich ein bösartiger Tumor, der auf dem Weg zur TÄ aufgebrochen war.
 
 
-- Allgemeines zu Lantus --
 
Das Lantusrezept habe ich von der TÄ bekommen.
 
Das Lantus gibt es in unterschiedlichen Flaschen bzgl. Größe und Verschluss. Ich habe es als 'Injektionslösung in einer Durchstechflasche'. Es gibt, wenn ich  mich richtig erinnere, Packungen zu 3 mal 5ml und 1 mal 10ml. Ich habe mich für die 10 ml entschieden. Sie kosteten 64,17 Euro.
 
Es soll Leute geben, die mit dem Apotheker handeln. Letzes Jahr hat sich bei mir kein Apotheker darauf eingelassen. 2004 hat sich ja beim Rabattgesetz was geändert - vielleicht kannst man es also billiger bekommen ;O)
 
Das Insulin heißt 'Lantus 100 I.E./ml' von 'Aventis', es ist ein Human-Insulin. Es kann sein, dass die TÄ sich weigern, es zu verschreiben, da es nicht für Katzen zugelassen ist. Dem kann man zum einen entgegnen, dass auch Caninsulin in Deutschland nicht für Katzen, sondern nur für Hunde zugelassen ist und zum anderen darf ein  TA sehr wohl bei erfolgloser Caninsulin-Therapie andere Insuline verwenden.
 
Sollte er (sie) darauf nicht eingehen, würde ich versuchen, ihm (ihr) klar zu machen, dass du es sehr bedauern würdest nur wegen der Insulinfrage den  TA, mit dem du ansonsten zufrieden bist, wechseln zu müssen ;O)
 
Die Lantus - Einstellung braucht u.U. noch mehr Geduld als es bei anderen Insulinen der Fall ist. Wichtig scheint mir besonders ein regelmäßiger Spritz-Zyklus, da Lantus eine flache aber lang andauernde Wirkkurve hat, überlappen sich manchmal die Spritzzyklen. Das erschwert nicht nur die Einstellung wegen  komischer Werte, sondern es birgt auch die Gefahr der Überdosierung.
 
Positiv ist natürlich die flache Kurve, da der Katzenkörper nicht andauernd die steilen Berg- und Talfahrten wie bei Caninsulin mitmachen muß.
 
Lantus ist als U100 Insulin nicht so leicht dosierbar wie Caninsulin, da es wesentlich weniger Volumen hat.
 
Rainer
 
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11. Dieter und Krümel
 
Vorweg eine kurze Zusammenfassung: Am 16.05.2003 übernahm ich KRÜMEL, einen 7 Jahre alten roten Kater, bei dem 9/2002 Diabetes diagnostiziert worden war. Er hatte einen Fructosaminwert von 380 bei 2,5 IE Caninsulin, nach drei Wochen ohne Insulin 421. Krümel ist groß und wiegt 5,4 KG.
 
 
Seine Blutzuckerwerte lagen zwischen 320 und 488, die +4 (Nadir) zwischen 253 und 381. Nach den drei Wochen ohne Insulin habe ich bei 0,4 IE CAN begonnen und in 0,4-er-Schritten erhöht, später mit den Demi-Spritzen in 0.2er-Schritten. Zwischenzeitlich bis 3,6 IE. Ohne den erwünschten Erfolg.
 
Am 15.06.2004 entschied ich, auf LANTUS umzusteigen. Meine Hoffnung auf einen schnellen Erolg wurde enttäuscht. Es passierte kaum was. Die Werte waren ähnlich hoch wie beim Caninsulin und verhielten sich manchmal richtig unsinnig. Doch KRÜMEL ging es sichtlich besser. Der Nadir lag nun bei +6. Die langsamere Wirkungsweise bekam ihm besser.
 
Seit Freitag registriere ich nun PREs zwischen 188 und 252 und +6-Werte zwischen 161 und 169, so z. B, gestern:
 
10 Uhr-PRE  252, ..+ 4---191, + 5 --178, + 6--- 169, + 7--- 170
22 Uhr-PRE  188
 
KRÜMEL war mittlerweile bei 3,5 IE angekommen.
 
Da er tagsüber von 252 auf +6-- 169 gefallen war, entschloß ich mich um 22 Uhr, die volle Dosierung zu spritzen. Also 3.5 IE.
 
KRÜMEL bekommt morgens und abends drei Mahlzeiten SCHMUSY, jeweils 80 Gramm in stündlichen Abständen. Das Insulin gibts mit der ersten Portion.
 
Vorsichtshalber habe ich um 2 Uhr nochmal den BZW kontrolliert: Da hieß es dann 64. Für +4 war mir das zu niedrig und ich gab ihm nochmal 80 Gramm. Die Werte sanken weiter auf +4 1/2-- 61 ,+5-- 59. Also nochmal 80 Gramm. Dann stiegen sie langsam +5 1/2--- 73, +6--- 79, +6 1/2--- 95. Geschafft! Und zum ersten Mal habe ich mich über steigende Werte gefreut.
 
Heute um 10 Uhr gabs dann 325 und nur 2 IE. Das ergab einen +3 von 350 und einen +6 von 366.
 
So gesehen könnte dieser Beitrag auch heißen: LANTUS - Das Risiko! - Was wäre gewesen, wennn ich geschlafen hätte?
 
Übrigens, als ich in der Pflegestellle fragte, was Katzendiabetes für mich als künftigen Halter bedeute, hieß es, zweimal täglich Insulin spritzen und alle drei Monate den Fructosaminwert überprüfen lassen. Die Bekannte, deren Computer ich benutze, machte mich auf Katzendiabetes.de aufmerksam. So erfuhr ich vom Hometesting. Ich sprach meine TÄ darauf an und sie meinte, sie wünsche sich alle ihre KD-Leute machten Gebrauch davon ...
 
PS: Ich benutze die 10 ml-Durchstechfläschchen, lagere sie im Karton bei 6 Grad im Kühlschrank. Kann bisher (8 Wochen ) keinen Wirkungsverlust festellen (Im Gegenteil).
 
DIETER
 
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12. Biggi und Lisa
 
Lisa und Lantus:
 
Seit Februar 2004 wissen wir, dass Lisa Diabetes hat. Sie wog ca. 8,3 kg zu dieser Zeit. Lisa war aber auch schon auf etwas über 9 kg. (Sie ist eine grosse, hochbeinige Katze)
 
Angefangen haben wir mit  0,5-1,2 IE Caninsulin. Es tat sich nicht besonders viel bei den Werten. Ein Auf und Ab, ähnliche Werte wie Lisa sie ohne Insulin auch hatte, immer zwischen  300 und 400 und manchmal sogar darüber. Ich war nicht geduldig genug und schon nach ca. 4 Wochen sind wir auf Lantus umgestiegen.
 
Schön war sofort, dass sich eine flache Kurve bildete, allerdings kaum ein Abfall der Werte.
 
Mit den 1,5- 2 Einheiten tat sich bis Mitte Mai kaum etwas. Wenn Lisa mal gefallen ist, bis knapp über 200, schnellte sie im nächsten Moment schon wieder hoch auf ihre 300er Werte und leider auch bis 400. Ich hab fast täglich ein Profil erstellt und kann mit Gewissheit sagen, dass Lisa nur einmal unter 200 gefallen ist. Das war wohl arg niedrig für sie, denn die folgenden Tage konnte ich nur ein Ansteigen der Werte messen. Ich hatte den Eindruck, sie steht bombenfest, und immer der Blick auf die Werte ohne Insulin, sie waren sich zu ähnlich. Und ständig hatte ich das Gefühl, sie reguliert gegen das Lantus-Insulin.
 
Im Mai habe ich dann Lantus reduziert auf 0,5 IE und es damit geschafft, Lisa einen vollen Monat unter 300, aber noch immer über 200 zu halten. Ihr ging es gut, wir waren zufrieden.
 
Aber dann schlich sie sich wieder langsam nach oben. Vielleicht habe ich dann zu schnell das Insulin erhöht, aber Lisas PREs stiegen wieder über 300 und 350 an, sie war also wieder ständig durstiger und schleppte den ganzen Tag die höheren Werte mit sich rum. Ich bekam wieder arge Probleme mit der überlappenden Wirkung von Lantus. Und es dauerte oft 4 Stunden, bis sie mal ganz langsam von ihrem Futterwert runter kam.
 
Im Juli wurden Lisa einige Zähne gezogen. Sie musste nun ziemlich viele Stunden am Stück nüchtern bleiben. Seit dieser OP frisst Lisa nur noch 2 mal am Tag 150-200 gr. Das halte ich für einen guten Nebeneffekt. Es bleibt nur noch sehr wenig Futter über Tag stehen, und meist kann ich es abends wegwerfen, weil keine meiner vier Katzen dran gegangen ist. Ich hatte gehofft, dass es nun besser wird mit Lantus, aber dem war nicht so. Lisa fiel langsam und stieg ebenso wieder an, das ganze über 2-3 Tage. Es gab also einen Nadir bei +17 oder wie auch immer.
 
 
Nun habe ich seit ein paar Tagen wieder das Insulin gewechselt und wir nehmen jetzt Hypurin Bovine Lente. Schon nach wenigen Tagen fällt mir auf, dass Hypurin Lente schon nach zwei Stunden deutlich anfängt zu wirken. Ich konnte einen Nadir messen bisher bei +6 .
 
Sie fällt zwar auch mit 1 IE Hypurin nur sehr gemächlich, aber genauso langsam steigt sie nach +6 wieder an. Keine Spur von einer Gegenregulation.  Ich habe schon 3 tolle Pres unter 300 gemessen. Das alles spielt sich für mich gut überschaubar innerhalb 12 Stunden ab. Das ist mir persönlich viel lieber als diese knifflige Dosierung mit Lantus. Lisa hat zu sehr auf Dosisveränderungen unter Lantus reagiert. Mein Ziel ist es sie zwischen 200 und 300 zu halten. Ihr geht es wirklich gut unter 300. Kein Trinken, kein Betteln wegen Hunger. Und ich denke, bald wird Lisas Körper merken, dass es ihr knapp unter 200 auch noch gut geht.
 
Ich hoffe, dass Lisa das neue Insulin annimmt und es ihr gute verträgliche Werte beschert.
 
Biggi
 
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13. Doro und Loulou
 
ich benutze lantus seit oktober 2003.
loulou ist 14 jahre alt und bekommt nach einem neustart ( nach zahnoperation im juni) 1,0 i.e. lantus, 2x tgl.
 
wir haben auch schon werte um 40 gehabt.
das war nicht gut, weder für loulou noch für mich, ( bin berufstätig) und die lange wirkdauer von lantus ( nach unten) war für mich in den unteren bereichen beunruhigend.
 
die anschliessenden pres waren immer deutlich zu hoch.
 
also fahre ich auf der sicheren schiene. ich habe nicht mehr den ehrgeiz, loulou auf werte unter 200 einzustellen. Meines Erachtens geht es ihr sowieso besonders gut, wenn die werte so um die 300 sind.
 
ich merke das immer an ihren aktivitäten und dass sie sich wohlfühlt, ist mir das wichtigste.
 
bei werten unter 150 gibt es max 0,5 i.e.
 
Sie hat auch gut zugenommen. von 4,5 kg sind wir jetzt bei 5,3 kg. sie frisst gut, trinkt normal. keine ketone.
 
also ist unser weg mit lantus für m i c h der richtige.
 
 
wünsche allen gutes gelingen bei der zuckereinstellung
 
lg
 
doro und loulou
 
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14. Yvonne und Minka
 
Nach ziemlich genau 2 Monaten Lantus habe auch ich Positives zu berichten.
 
Nach vielen Enttäuschungen mit Caninsulin habe ich all meine Hoffnungen in dieses Insulin gesetzt und wurde nicht enttäuscht!
 
Wir begannen am 20.06. mit 0,5 IE Lantus.
 
Der erste Erfolg zeigte sich bereits am nächsten Tag – die Pres fielen sofort von über 400 auf durchschnittlich 350.
 
Das änderte sich auch nicht als ich eine Woche später auf 1 IE, und die Woche drauf auf 1,5 IE erhöhte.
 
Leider fielen die Werte tagsüber auch kaum unter 300 (das taten sie allerdings bei Can auch nie!) und so erhöhte ich die Dosis weiter, wöchentlich um 0,25 IE.
 
Bei 1,75 und 2 IE stiegen die Pres wieder auf über 400. Das tolle an Lantus – sie blieben nicht so hoch, sondern normalisierten sich spätestens nach 2 Tagen wieder.
 
Mit 2 IE fielen Minkas Werte erstmalig auf ca. 240 bei +6.
Für mich ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass Minka offensichtlich zu den Katzen gehört, die etwas mehr Insulin brauchen.
 
Am 30.07. spritzte ich bei einem M-Pre von 371 das erste Mal 2,25 IE und schon der A-Pre war eine Überraschung: 310 mg/dl !!! Unser bis dahin niedrigster Pre!!!
 
Am Samstag, 31.07. machte ich ein Tagesprofil und jubelte:
 
M-Pre: 325 (2,25 IE)
+4: 140
+6: 143
A-Pre: 353 (2,25 IE)
 
Inzwischen sind wir bei 2,75 IE angelangt. Minkas Pres liegen durchschnittlich zw. 300 – 320.
 
Ihre Abfälle im Laufe des Tages sind verschieden. Ich habe +6 Werte von 251, 219, 140, 106 und auch mal 80 gemessen. Warum sie bei gleicher Dosis und Futtermenge so unterschiedlich ausfallen, weiß ich nicht.
Wichtig ist nur, dass es Minka mit Lantus besser geht, viel besser.
Sie erwacht langsam aus ihrer Lethargie, ist aktiver, bei den niedrigen 100-er Werten sah ich sie das erste Mal seit Monaten wieder durch die Wohnung galoppieren. Wow, was für ein Bild!. Ich sehe sie überhaupt nicht mehr am Wassernapf, die schlimmen Fressattacken sind weg.
 
Im Gegensatz zu manchen anderen, die von chaotischen Lantus-Werten berichten, haben wir bisher erstaunlich stabile Werte und fast gleiche Pres. Keine steilen Abstürze, kein Somogyi-Effekt, keine Hypos!
Allerdings auch keine nahezu gerade Linie, die typisch ist bei gut eingestellten Lantus-Katzen.
 
Aber vielleicht kommen auch wir mal dorthin, denn in den letzten Tagen zeigte der Glukometer schon zwei mal Pres von 257, einmal 203 und gestern sogar 194.
 
Minka hat die magische 300-Grenze durchbrochen!!!
 
Als bei Minka im März ´04 Diabetes diagnostiziert wurde, war ich noch so herrlich unbeschwert und ahnungslos, und somit natürlich voller Zuversicht, dass ich die Krankheit mit Insulin schnell in den Griff bekomme. Durch ständige Rückschläge und Enttäuschungen schwand diese Zuversicht von Woche zu Woche, bis ich dann an einem Punkt angelangt bin, wo ich dachte: „Das war´s, du wirst deine Kleine verlieren“. Es ging ihr wirklich besch....
 
Nun können wir endlich die ersten Erfolge verzeichnen und dafür möchte ich mich bei EUCH ALLEN bedanken. Eure Tipps und Ratschläge waren mir sehr hilfreich.
 
Yvonne
 
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15. Inge und Benny
 
 
Heute folgt mein Erfahrungsbericht mit Lantus. Zuerst möchte ich euch Benny kurz vorstellen.
 
Benny, 11 Jahre alter Kater, hat seit Ende März 04 einen diagnostischen Diabetes. Er wurde in der TA - Praxis auf 12 IE Caninsulin (kein Schreibfehler ) eingestellt. Dank der Tatsache, dass ich über eine Suchmaschine schnell auf Katzendiabetes gestoßen bin und auch gleich Hometesting angefangen habe, konnte ich richtig reagieren, denn Bennys erster Wert zu Hause war nur 56. Wenn ich die volle Dosis gegeben hätte, wäre er eventuell nicht mehr am Leben, und ich hätte ihn auf dem Gewissen. Die ersten beiden Tage hat er kein Insulin erhalten. Nach einigem Hin und Her hatte er stabile Werte um 400 mit 0,8 IE Caninsulin. Das Problem war allerdings, dass er bei einer Erhöhung  der Dosis auch mit den Werten anzog, und wenn ich reduziert hatte, fing er an viel zu trinken und pieseln und hat ständig um Futter gebettelt.
 
Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, den Wechsel auf Lantus zu versuchen. Unser Start war am 6.7 mit 0,75 IE. Nach dem ersten Profil war sein tiefster Fall bis auf 200. Weil nach unten noch Luft war, habe ich auf 1,0 IE erhöht.
 
Zwischendurch sind seine Werte auch wieder hoch gegangen, aber nach 2 -3 Tagen wieder runter. Seit  dem 1.8 haben wir vermehrt Werte um 300 gehabt. Am  5.8 hatte ich dann ein besonderes Erlebnis und zwar habe ich ihn normal getestet und gefüttert. Mpre 449 um   8.00 Uhr  (2oog NF ), aber das Spritzen vergessen, das dann um 11 Uhr bei einem Wert von 360 nachgeholt. Der Apre lag dann bei 282.
 
Das letzte Profil vom 18.8              Mpre   235   200g NF     1,0 IE
                                                   +2   256
                                                   +4   150
                                                   +6   126
                                                   +8   228
                                                 +10   368
                                                 +12   403   200g NF   1,0IE
 
                                    19.8 Mpre 333
 
Am 21.8   dann ein  Mpre von 180 wegen beschriebener Hypo Reduktion auf 0,5 Lantus
                                      +4          51   Felix ¼ Dose statt Proteinsnack
                                      +6          58
                                      +9          75
                                    +12         231     0,5
 
Die letzten Tage schwanken in den Werten zwischen 400 - 220 in den Pres, ich bleibe aber bei 0,5 und werde in den nächsten Tagen ein neues Profil erstellen. Insgesamt sind wir sehr zufrieden,  es geht ihm supergut, er hatte bis jetzt nicht einmal Ketone, allerdings hat er noch immer Leukos positiv im Teststreifen, denn er hat Struvitsteine, die auch behandelt werden. Für uns hat sich der Wechsel auf alle Fälle gelohnt und wir sind sehr zufrieden.
 
Update: Seit dem 23.2. 05 ist Benny insulinfrei und in einer Remissionsphase. Er hat ständig Werte unter 100 mg/dl.
 
LG Inge und Benny
 
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16. Natascha mit Nero
 
Mein Erfahrungsbericht bei Nero mit Lantus:
 
Im Januar 2004 bemerkte ich schon, dass Nero öfter trank und pieseln musste als früher und bin daraufhin zur TÄ, um ihn untersuchen zu lassen. Es wurde leider kein Bluttest gemacht, er wirkte fit und gesund und es wurde auf trockene Heizungsluft, weil er eine reine Hauskatze is,t zurückgeführt.
Sein vieles Trinken und Pieseln wurde immer mehr, so dass er fast nur noch vom Napf zum Katzenklo pendelte. Am 02.05.2005 bekamen wir dann die Diagnose Diabetes auf Grund des Fructosaminwertes, der 840 ergab. Am selben Tag noch haben wir begonnen mit einem S-Insulin von Bayer zu spritzen, 2 x 3IE täglich.
 
Wir sollten bei der Einstellung keine Futterumstellung vornehmen und fütterten weiterhin täglich u.a. normales Trockenfutter (großer Fehler!!!).
 
 
Wir haben dank Helgas Seite mit Hometesting begonnen und hatten ständig Werte, die 500 aufwärts gingen- manchmal tagelang HI!
 
Wir wechselten nach 14 Tagen auf CAninsulin 2x3IE in Verbindung mit GlipTabletten von Rathiopharm 2 x 1 täglich. Zusätzlich stellten wir das Futter auf Diabetes Trockenfutter um, und Animonda Nassfutter. Die Werte wurden nicht besser, eher im Gegenteil, und er magerte nun ab auf 5 Kilo ab (von 8,5Kilo ). Die Dosis wurde auf 2 x 5IE erhöht bzw. einen Tag lang bekam er insgesamt sogar 11 IE.
 
Durch Helgas HP wusste ich nun mehr über diese Krankheit und begann zu reduzieren und lies auch die GlipTabletten weg.
 
Die Werte haben sich nach 4 Wochen CAN (ich hatte inzwischen auf 1IE 2xtägl. Reduziert) etwas verbessert, aber es war eine Achterbahnfahrt. Teilweise hatte er PRE- Werte um 400 und der Nadir lag zwischen 150 und 200. Trockenfutter ließ ich dann zwischenzeitig ganz weg und fütterte nur Nassfutter.
 
Dank Helga merkte ich, dass auch CAN nicht sein Insulin war und wagte am 24.07.2005 auch auf Anraten von Helga einen Neustart mit Lantus.Wir haben mit 0.5 IE 2 x täglich begonnen, da er schon bei CAN mit 2 x 1 IE teilweise gute Werte erzielte.
 
Unter Lantus haben wir versucht, peinlich genau die Futter/Spritzzeiten einzuhalten, so dass immer genau 12 Stunden Abstand zw. dem Spritzen lag Ich habe Trockenfutter ganz weggelassen und dem Insulin mit Häppchen zugefüttert, d.h. spätestens alle 3 Stunden gab es zu fressen, damit das Insulin was zu tun hatte. Da ich beruftätig bin, habe ich einen Futterautomat aufgestellt und mein Mann und ich haben im Schichtbetrieb Krankenpfleger gespielt.
 
Mit Lantus haben wir begonnen tägl. 500 mg Taurin und 2 TL Vitaminflocken dem Futter beizumischen. Seine Werte lagen in den ersten 10 Tagen zwischen 100 und PRE 190, nach diesen 10 Tagen fingen die Werte runter zu gehen, ohne dass ich unsere Startdosis erhöht habe. Nach 14 Tagen Lantus hatten wir plötzlich PRE -Werte von 100, ich habe fortan begonnen Tröpfchen zu spritzen. Nero hat schon unter CAN sehr stark auf jeden Tropfen Insulin reagiert, was unter Lantus noch extremer wurde !!!
 
 
Ich zog als Fazit aus allen Lantus-Berichten, die ich gelesen habe, für mich, dass es wichtig ist,  eine gewisse regelmäßige Wertekurve zu erreichen - um die Wirkung zu optimieren, was mein absolutes Ziel war, denn ich sah, wie es ihm immer besser ging. Jede  kleine Werteschwankung (z.B. PREM 125, +6/75 , PREA 115) machte ihm zu schaffen und man sah es ihm auch immer gleich an. Somit war ab dem 10.7. nun Kleinstarbeit, was Tröpfchenspritzen anging angesagt, um seine sehr gleichmäßige Kurve zu erhalten. (Mit viel Unterstützung von Kirsten aus dem Lantusforum!!)
 
 
In dieser Zeit habe ich so oft gemessen wie ich nur konnte, aus Angst, er könnte unterzuckern und um die Gleichmäßigkeit der Werte zu kontrollieren.
Er war im Wertebereich zwischen 80 und 100, den ganzen Tagesverlauf über. Am 13.7. (unserem 19. Tag mit Lantus) hatte Nero einem PRE Wert um 70 und ich habe das erste Mal das Insulin weggelassen. Es ist nun eine Woche her und bisher mussten wir noch nicht wieder zum Insulin greifen. Während er in seinen ersten 3 insulinfreien Tagen Futterwerte hatte, die bei 75 lagen, hat er seit 2 Tagen Futterwerte um 60.
 
 
Ich kann jedem nur raten, sich vor einem Neustart sehr gut über das Insulin zu informieren (egal welches!) , viele viele Erfahrungsberichte zu lesen, zu prüfen ob das Insulin zur Katze passt, denn es ist Medizin und Medizin wirkt wie auch bei einem Menschen  bei jedem anders.
 
Zu meinen Erfahrungen mit  Lantus kann ich nur sagen: Wirklich akribisch genau, aber mit Geduld zu handeln! Wir hatten zum Glück nie Ketone, was ja auch abhängig von der Veranlagung der Katze ist, und Nero war auch nie im Unterzucker, vielleicht weil ich und mein Mann wirklich peinlich genau handelten!
 
Natascha, Juli 2005
 
 
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17. Anne mit Xerxes und Penelope
 
Am Freitag den 01.April 2005 ging ich mit Xerxes zum Tierarzt, da mir sein Zustand nicht gefiel. Er saß ständig in der Katzentoilette, richtete sich dort häusliche ein.
 
Wenn er dort nicht war, lag er müde neben dem Wassernapf.  Des weiteren schlurfte  und wackelte er durch  die Wohnung.
 
Ich war erschrocken, als mir gewahr wurde, in welch elendem Zustand er war.
Wie konnte ich so etwas übersehen??? Wie lange ging das schon so? Ich kann den genauen Zeitraum nicht sagen. Es kam schleichend, bis ich eines morgens in Panik seinen Zustand erkannte. Ich vermutete Nierenversagen, wegen des starken Durstes.
 
Dann die Erleichterung. Nur leicht erhöhte Nierenwerte, aber: ZUCKER!!! Diabetes!!!! Keine Ahnung was das war, nie damit zu tun gehabt.
Er hatte einen BZ von 436 mg/dl.
 
Da ich an dem Freitag gerade vor einer Urlaubswoche stand und bis dato noch analoges Internet hatte, richtete ich mich am Wochenende im menschenleeren Büro ein und fand Helgas Seite.
Ich druckte mir alles mögliche aus und las und las und las.
 
Am Montag darauf kaufte ich mir ein Glukometer und stellte bei seiner Schwester Penelope ebenfalls Zucker fest. Chaos!!! Die Mutter: Sultan;  zum Glück mit einem BZ von 63 mg/dl nach dem Fressen.
 
Jetzt ging es los. Wieder zum Tierarzt. Fruktosaminwert sollte genommen werden. Die Vertretung meines Arztes musste erst einmal in einem Buch nachschlagen und mit dem TA telefonieren, bevor sie verstand, von was ich sprach.
 
Der Fruktosaminwert von Xerxes lag bei 606mg/dl,  bei Penelope bei 447 mg/dl.
Ich kaufte in der Praxis Spritzen und wurde mit Caninsulin entlassen.
 
Die dann folgenden 10 Wochen waren grauenvoll. Der Zustand von Penelope und Xerxes änderte sich nicht wesentlich. Ihr Fell war speckig, sie tranken viel, hatten Heißhunger, waren müde und unglaublich anlehnungsbedürftig. So kannte ich sie gar nicht. Eigentlich sind die beiden richtige Rabauken, die sich auch mal streiten. Hinzukam eine stark ausgeprägte Neuropathie bei Xerxes. Er kam noch nicht einmal mehr mühelos auf das Bett. Gerade er, wo er doch so ein Brummer ist, der unglaublich viel fängt und richtig Kraft hat. Ihn zu halten, fiel manchmal sogar schwer - wenn er nicht wollte.
 
Ich weinte viel und glaubte nicht ,sie behalten zu können. Sie waren zu dem Zeitpunkt der Diagnose 13,5 Jahre und ich war doch ihre Hebamme. Seit Geburt an, nur bei mir.
 
Das KD-Forum gab mir viel Hilfe in dieser Zeit, auch daß Helga immer und sofort einen Rat hatte, machte mir Mut und ließ die Hoffnung aufkommen, meine Katzen einstellen zu können.
 
Der Gedanke, meine Beiden irgendwann nicht mehr spritzen zu müssen kam mir gar nicht. Diabetes heißt lebenslänglich.  Ab und an las ich von Remission, wusste aber nicht, was es zu deutsch heißt.
 
Im Forum las ich auch  immer wieder mal etwas zu dem Insulin Lantus. Und dann fand ich Kirstens Homepage!!!! Las die Ansätze amerikanischer Studien zu Untersuchungen mit Lantus bei Katzen. Ich meldete mich gleich im Yahoo-Forum bei Barbara an und dann ging es los.
 
Mit meinem Tierarzt hab ich nichts weiter besprochen. Er schrieb mir ein Lantus-Rezept, nachdem er in seinem dicken Buch nach der genauen Bezeichnung nachschaute. Er lobte das Hometesting, war offen und kooperativ, gab mir aber die verkehrten Spritzen und konnte mir zu Lantus nicht viel sagen.
 
Ich hielt mich so gut es ging an die Vorgaben der amerikanischen Studie. Ließ aber immer auch mein Gefühl entscheiden, da ich mit meinen Katzen alleine wohne und in Vollzeit berufstätig bin.
 
Obwohl anfangs die Werte immer noch hoch waren, merkte ich aber schon ab dem 3. Tag bei beiden eine totale Verbesserung ihres Allgemeinbefindens.
Lantus tat ihnen gut, trotz hoher Werte und auch trotz mancher Achterbahn. Sie verhielten sich fast wie gesunde Katzen.
Xerxes war durch seine Neuropathie noch schwer gehändikäpt. Nachdem er durch die Lähmung ein paar Mal von der Katzenleiter fiel, baute ich ihm eine Katzenleiter mit beidseitigen Wänden.
Sein Jagdtrieb konnte ihn nun nicht mehr bremsen. Er wurde wieder zu dem Rabauken, den ich kannte.
 
Am 06.06.2005 spritzte ich beiden das erstemal Lantus. Am 28.07.2005 bekam Penelope ihre letzte und am 29.07.2005 bekam Xerxes seine letzte Spritze.
Bis heute.
Die Einstellung auf physiologische Werte hat ganze 6 Wochen (!!!) gedauert.
Die Neuropathie ist vollkommen verschwunden. Unter Lantus haben meine niemals einen Somogy gehabt, jedenfalls hab ich keinen beobachten können. Sie erlebten zum Glück auch nie eine Unterzuckerung.
 
Ich beobachtete immer nur, dass ich keinen Nadir fand. Lantus wirkte so gleichmäßig, manchmal gleichmäßig hoch, dann wieder gleichmäßig niedrig. Einen höchsten Wirkungsgrad konnte ich nicht feststellen.
Mir erschien die Einstellung wie ein langsames Treppen absteigen. Wenn zwei Stufen auf einmal gemacht wurden, ging es zur Strafe wieder eine Stufe zurück. Aber eben gleichmäßig. Eine wesentliche Senkung  wurde immer mit sehr niedrigen Werten angekündigt, die immer nur mal kurz vorbeischauten. Dann pegelte es sich wieder auf den vorherigen Wert ein und mit einem Mal: war eine Senkung von ca. 100 Punkten stabil.
So ging es weiter bis zum zweistelligen Bereich.
 
Da sind sie heute, und ich hoffe, dass dieser Zustand lange hält. Mir ist bewusst, dass Diabetes auch mit Lantus lebenslänglich heißt. Sollten die Werte irgendwann wieder dreistellig werden, werde ich wieder Lantus spritzen und ihnen damit hoffentlich wieder Lebensqualität bieten können.
 
Das dieser doppelte Erfolgsbericht so möglich war, liegt sicher auch daran, daß keine weiteren Erkrankungen die Remission behindert haben.
 
Nicht jede Katze wird auf Lantus ansprechen, ich hab sehr viel Glück gehabt.
Glück, daß die Forschung im Jahr 2005 schon so weit ist,
Glück, daß Kirsten so eine umfangreiche wertvolle HP geschrieben hat,
Glück, daß Kirsten und Barbara und die übrigen Lantus-User meinen Beiden mit Tipps beistanden und natürlich
Glück, daß ich Helgas Seite fand - denn ohne dieses Wissen, würden meine beiden heute Abend nicht durch die Vorgärten stromern (die Geschwister sind beide zur Zeit wieder unterwegs, nur die Mutter kuschelt gerade gemütlich auf meinen Kopfkissen und schaut mich fragend an, wann ich den gedenke, mich zu so später Stunde endlich zu ihr zulegen).
 
Euch allen ein ganz herzliches Dankeschön, daß es Euch gibt.
 
Anne mit Sultan, Xerxes und Penelope
Hannover, 23.August 2005
 
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18. Momo mit Cäsar
 
Ein anderer Behandlungsplan mit Lantus
 
Caesar ist eine norwegische Waldkatze. Im September 2004 wurde im Alter von 10 Jahren der Diabetes diagnostiziert. Der Fructosaminwert lag bei 695.
Grundsätzlich vormerken möchte ich, dass Caesar fast konstant unter Kontrolle ist, ich mit dem Thema Diabetes durch eine Forschungsarbeit an der Uni grundsätzlich vertraut bin, und mein Ex-Mann ebenfalls im Gesundheitsbereich tätig ist.
 
Ich habe Mitte September 2004 mit Caninsulin angefangen, damit aber keine vernüftigen Werte zustande bekommen. 6 Wochen später bin ich auf Lantus umgestiegen. Mit 2 x 1,6 iE hatten wir innerhalb von 3 Wochen physiologische Werte unter 100. Dann sogar Werte um die 50. Die Insulindosis wurde natürlich den Werten angepasst und nach unten korrigiert bis zu dem bekannten Tröpfchen.
 
Auf Anraten meiner TÄ ließ ich versuchsweise das Insulin ganz weg, was sich als kolossaler Fehler herausstellte. - Bereits nach einem Tag stiegen die Werte erst in den 300er, dann in den 400er Bereich. Auch der sofortige Wiedereinstieg mit Lantus (2x0,5 iE) brachte keine Besserung. Das war Mitte November 2004.
 
In den darauf folgenden Monaten begann ich immer wieder, Caesar einzustellen, rauf und runter - bis zu 2x2 iE. Ich wechselte auf Hypurin, ohne Erfolg. Die Werte blieben im mittleren 300er Bereich, häufig stiegen sie in den 400er.
 
In der Zwischenzeit erhielt er eine Interferonbehandlung für die Zähne und eine zytoplasmatische Therapie. Beides blieb ohne Wirkung auf den BZ.
 
Den Ausschlag, die ganze Therapie zu überdenken, kam Mitte März von meiner TÄ, die von einer Insulinresistenz sprach und mir anriet, eine Menge zu spritzen, die ein Vielfaches einer menschlichen Dosis entsprach. Das konnte natürlich nicht die Lösung sein. Nach Rücksprache mit jemanden aus dem Forum entschied ich mich, einen Neuanfang mit 2x5 iE zu starten. Damit erreichte ich konstante 300er Werte, die 400er Werte blieben aus. Aber es brachte nicht den Durchbruch.
 
Anfang April 2005 habe ich den Intervall des Tagesprofils verringert, insbesondere nach dem Spritzen. Dadurch bemerkte  ich zweimal bei +1 Werte Werte im 200er Bereich, um eine Stunde später wieder im mittleren 300er Bereich zu sein.
 
Meine Zweifel brachten mich dazu, das Insulin noch einmal ganz wegzulassen. Den Messintervall von einer Stunde behielt ich bei. Aus der Kurve konnte ich sehen, dass die Wirkung des Insulins nach ca. 15 Stunden aufhörte. Ich wiederholte einige Tage später das Vorgehen: spritzen, dann weglassen. Mit dem gleichen Resultat.
 
Ich überlegte mir, was da passieren könnte: einerseits niedrige Werte bei +1, andererseits eine Insulinwirkdauer von 15 Stunden.
 
Daraus folgerte ich: der Spritzintervall von 12 Stunden führt zu einem Überlappen der Insulindosis um 3 Stunden. Das bedeutete, dass ich zum einen in die Wirkung der vorherigen Dosis hineinspritzte und zum anderen dadurch vermutlich eine Gegenregulation auslöste.
 
Da ein Spritzintervall von 15 Stunden praktisch nicht durchzuführen ist, überlegte ich, ob es nicht möglich sei, durch häufigeres Spritzen mit geringerer Dosis ein permanentes Überlappen zu ermöglichen und so die richtige Dosierung hinzubekommen.
 
Ich entschied mich, alle 6 Stunden zu spritzen und die Dosis den aktuellen Werten anzupassen. Nach 2 Tagen (!) hatte ich Werte zwischen 270 und 77, mit Tendenz nach unten. Die Insulinmenge schwankte zwischen 1-1,5 iE.
 
Leider ließ sich der Spritzintervall berufsbedingt nicht gut einhalten und ich ging auf 3x2 iE über und hielt diese Dosis mehrere Wochen konstant. Die Werte pendelten sich erst im oberen 200er Bereich ein. Anfang Juni sanken die Werte wieder deutlich unter 100, so dass ich die Dosis weiter reduzierte. Seit Juni spritzen wird 3x0,5-1 iE, angepasst nach dem aktuellen Messergebnis. Die Werte schwanken zwischen 140 und 50.
 
Das Futter habe ich komplett auf Nassfutter umgestellt. Da Caesar auch ein Futterallergiker ist bleibt Yarrah, Leonardo, Grau, Fisch und Miamor übrig. Das Weglassen des Royal Canin bzw. Hills Diabetikerfutter in der "Einstellungssphase" führte zu einer Verringerung der Werte um ca. 50 Punkte. Vor 14 Tagen habe ich versuchsweise Hills gefüttert und bekam direkt Werte von über 300.
 
Beim mehrmaligen Spritzen verhält sich Lantus nicht so konstant wie gewohnt. Die Schwankungen können durchaus bis zu 70 Punkte betragen. Wenn ich die Dosis nicht dem Messwert anpasse, variieren sie noch mehr. Vermutlich müsste man hier noch feiner die Dosis anpassen, was mir bei einem 100er Insulin nicht möglich erscheint.
 
Aktuell ist es sogar so, dass ich, wenn ich 'mal unterwegs bin, die 24.00 Uhr-Spritze auslassen kann, ohne dass die Werte völlig entgleisen (< 220). Nach der zweiten Spritze sind die Werte wieder im Lot. (Natürlich mache ich das nur selten.)
 
Ein "Tagesprofil", so wie man es kennt, gibt es nicht mehr, da es keine Nadirs nach festen Zeiten mehr gibt. Caesar steht permanent unter Insulinwirkung. Das verunsichert in den ersten Zeiten und erfordert in der Anfangszeit Nerven und die Fähigkeit, autark entscheiden zu können, da man keine externen Werte zum Vergleich hat. Auch war die Hilfe von außen, außer von Helga (danke an dieser Stelle), eher destruktiv und ich wurde  im Forum offen kritisiert. Zu keiner Zeit bestand für Caesar Lebensgefahr und er war in den entscheidenen Phasen nie alleine.
 
 
Update vom 27.10.05
 
Caesar wird seit 4 Wochen nur noch 1 bis 2-mal täglich gespritzt, 0,2-0,5 iE Lantus. Die Werte liegen maximal bei 120.
 
 
Momo mit Cäsar
 
 
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19. Nicole mit Lo-Si
 
Bei Lo-Si wurde Diabetes im August 2004 im Tierheim festgestellt. Er landete dort als Fundtier, über seine Vorgeschichte und die Ursache des Diabetes ist daher nichts bekannt. Er wurde auf 8 - 10 Jahre geschätzt.
 
Am 21.11.04 zog er bei uns ein.
 
Zu diesem Zeitpunkt bekam er 2 x 2 IE Caninsulin.  Darauf war er im Tierheim eingestellt worden. Einige Zeit kamen wir mit Can gut klar, ab April/ Mai 2005 hatten wir dann aber nur noch PREs um 350, der Nadir lag meist deutlich über 220, bei Erhöhung er Dosis begann die Gegenregulation, auch ein Absenken veränderte die Werte nicht. Es ging nicht mehr. Sein Fell war schon besser als zu Anfang, jedoch schuppig und im Gesichtsbereich hatte er oft kleine Hautrisse, die jedoch gut verheilten.
 
Am 25.05.05 wechselten wir zu Lantus.
 
Wir begannen mit 0,5 IE und steigerten uns in 0,25-Schritten langsam bis zu 2,25 IE.
 
Lo-Si ging es gut, Haut und Fell verbesserten sich, er war munter und ich zufrieden. Die Werte waren akzeptabel, aber nicht wirklich gut. Mit steigender Dosis (2 IE - 2,5 IE) fing es dann an problematisch zu werden. Bei 2 bzw. 2,25 IE, einem PRE von 250 (konstante Spritzzeiten, Futter, Dosis usw.) stieg Lo-Si innerhalb von 5 Stunden auf 350, blieb konstant auf 250 oder fiel innerhalb dieser Zeit auf 31 ab.
 
Das passierte mehrmals, ich wusste nie, ob er bei solchen PREs nun steigt, konstant bleibt oder mehr oder weniger stark fällt.
 
Konstante Werte gab es für uns zu keiner Zeit, nur konstantes Chaos. 2,5 IE habe ich nur wenige Tage gegeben, damit fiel er zu schnell, um anschließend wieder zu stark zu steigen.
 
Sehr problematisch war, fiel Lo-Si tief, dauerte es mit der Zeit immer länger, bis er endlich wieder stieg und mit steigen meine ich, dass er von 31 innerhalb von 4 Stunden und 100g zusätzlichem!!! Futter auf 56 stieg. Ja und da waren wir bei +9. Danach war der nächste PRE noch ok, dann schoß er zum nächsten auf 350 hoch. Das ging eine ganze Zeit  und Lo-Si war von der permanenten Achterbahnfahrt total geschlaucht.
 
Es kann doch nicht Ziel der Einstellung sein, an einem Tag meinen kleinen Mann mit Futter voll zu stopfen, damit er nicht gänzlich abschmiert, dann 3 Tage auf mittelmäßigen Werten rumzudümpeln, um dann wieder voll nach unten zu gehen. Das akzeptiere ich für eine gewisse Zeit in der Einstellungsphase, aber nicht permanent.
 
Ich versuchte, die Dosis zu senken, nur dann bewegten sich die Werte nur noch im Bereich zwischen 300 - 350 (PRE) und 200-250 (Nadir). Wobei es aber auch hier immer wieder heftige Ausreißer nach oben oder unten gab. Es war vollkommen unberechenbar.
 
Nach ziemlich genau 5 Monaten habe ich einen weiteren Insulinwechsel beschlossen, da Lo-Si körperlich einfach zu stark unter den Achterbahnfahrten litt.
 
Wir nehmen jetzt Hypurin Bovine PZI und Lo-Si geht es wieder gut, er ist entspannt, lustig, aufmüpfig. Nach 3 Wochen ist es sicher noch zu früh phantastische Werte zu erwarten, aber wir sind auf einem guten Weg.
 
Nicole und Lo-Si
im November 2005
 
 
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20. Edda mit HopSing
 
 
HopSing habe ich am 13.05.2005 aus dem Tierheim geholt. Die Diabetes hatte er schon seit Dez. 2004 und es wurde im Tierheim nicht lange gefackelt und ihm direkt 2,5 IE Caninsulin verpasst.
 
Nachdem ich mich erst auf Helgas Seite informiert hatte, holten wir dieses verwahrloste Etwas aus dem Tierheim. HopSing kam mit Can nicht klar. Wir haben alles probiert. Reduziert, erhöht, aber seine Werte blieben, egal welche Dosis er bekam, er blieb konstant zwischen 330 und 470. Helga und andere Foris empfahlen uns das Insulin zu wechseln und zwar zu Lantus.
 
HopSing startete mit 1,0 IE und sein Fell sowie sein allgemeines Befinden besserten sich.  Wir hatten auch schon bei nur 1 IE ein paar Werte unter 300 dabei, was bei Can in den Monaten zuvor nur 2x vorkam.  Nach vorgeschriebenem Rhythmus erhöhten wir, was er aber immer die ersten 3 Tage danach mit hohen Werte belohnte, aber das schien wohl normal. Mit der Erhöhung des Insulins wurden seine Werte trotzdem dann nach den 3 Tagen wieder besser. Bei 1,5 IE zeigte sich sein 1. Wert unter 200 (198 - ich weiß, das ist jetzt nicht wirklich viel unter 200, aber ich hatte seine Can-Laufbahn noch zu gut im Kopf).
 
Bei ständiger Erhöhung der Insulingabe traten kaum noch Werte über 400 auf. Alles schön im Rahmen, für seine Verhältnisse.
 
Als wir dann die 2,25 IE erreicht hatten, ging es das 1. Mal los.  Als Pre 130 und was macht man da? Tja, einige spritzen dann wohl, aber ich konnte es nicht, denn ich bin nicht zuhause, ich gehe dann arbeiten und das Risiko war groß. Ich fütterte ihn und wartete. Er stieg dann nach 1 Stunde auf 200 und das war in Ordnung - also Spritzen. (War ich froh, denn ich wusste, dass sie normalerweise nicht so schnell unter Lantus steigen.) Ich dachte noch, wenn das die Achterbahn ist, dann geht das ja noch. Aber weit gefehlt. Das war nur so ein kleiner Vorgeschmack.
 
Bei 2,5 IE fing es an - diese Karussellfahrt.  Er startete mir hohen Pres und rasselte mir auf einmal nach 3 Stunden ab in den Keller. Bei verschiedenen sehr niedrigen Pres konnte ich einfach nicht spritzen, denn trotz Futter vermochte er nicht zu steigen. Er fiel ohne Insulin und trotz Futter einfach weiter runter. Er bekam Mengen an Trockenfutter und alles was ich im Kühlschrank und in meinen Küchenschränken fand. Ich habe ihn gemästet wie eine Weihnachtsgans. Er genoss es auch anfänglich (denn er bekommt so etwas ja so gut wie nie), aber irgendwann hatte selbst HopSing (und er ist ein richtiges Vielfraß) einfach keinen Hunger mehr und er fiel weiter.
 
In diesen Nächten hatte ich einfach nur noch Angst. Er fiel und stieg trotz Futter nicht an und dann war er je nach dem am nächsten Morgen wieder ziemlich hoch. Ich hatte keine Ahnung mehr auf was ich mich bei ihm einstellen konnte. Wir hatten das komplette Angebot. Selbstverständlich haben wir auch die reduzierte Gabe von Insulin versucht, aber auch das brachte nicht den gewünschten Erfolg.
 
Etliche dieser Nächte haben wir durchgestanden. Ich wollte doch, dass es ihm gut geht und ich wollte nichts falsch machen. Nicht zu früh hysterisch werden, aber irgendwann waren meine Nerven aufgebraucht und meine Kraft schwand wenn man nachts erst um 4 Uhr zu schlafen geruht, um dann wieder um 5:30 Uhr auszustehen, damit man "fit" auf der Arbeit ist und immer die Angst im Nacken hat, wie es dem Kerl jetzt geht. Ist er weiter gefallen, oder gestiegen oder was auch immer.
 
Was aber noch wichtiger war: HopSing kam mit diesem Hoch und Runter nicht klar. Es bekam ihm überhaupt nicht. Er spielte nicht mehr. Er kauerte nur noch und hörte in seinen kleinen Körper. Fall ich jetzt um oder nicht.
 
Ich musste eine Entscheidung treffen. Reduziert hatten wir ihn ja schon, denn es kann ja nicht sein, dass ich einen niedrigen Wert erhalte und ihn dann hochfüttern muss. Was erhält man denn dann für einen Wert, nach dem man sich richten kann? Klar, das kann immer mal passieren, aber bei ihm war es ja nicht 1 oder 2x. Es war zu oft.
 
Alle 3 Tage erstellten wir ein unfreiwilliges Nachtprofil, anstelle eines schön über den Tag verteilten Tagesprofils.
 
Wir haben jetzt seit 3 Tagen ein anderes Insulin und ob ihm dies bekommt weiß ich nicht, aber ich muss es probieren. Es ist meine Pflicht.  Wir werden suchen müssen und immer hoffen, dass irgendwann ein Insulin dabei ist, was auf ihn zugeschnitten ist. Ich bin guter Hoffnung, denn eigentlich ist er ein mittlerweile relativ lieber Kater geworden und war schon immer ein vorbildlicher Patient und da hat er es einfach verdient, dass es ihm gut geht.
 
An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal bedanken bei den Menschen, die ich morgens früh telefonisch oder auch nachts aus dem Bett werfen durfte, weil ich nicht wusste was ich machen soll. Es waren alle möglichen Leute von Usern dabei, egal ob Lantus oder Hypurin oder ein anderes. Sie haben meinem HopSing immer geholfen und das ist nicht selbstverständlich.
 
Also, Lantus ist genau wie alle anderen Insuline für bestimmte Katzen ein sehr gutes Insulin, aber leider nicht für meinen HopSing. Vielleicht ein anderes Mal. Ich habe keine Ahnung.
 
Ich hätte es ihm so sehr gewünscht. Er ist so ein bewundernswerter tapferer Kerl.
 
 
Edda mit HopSing
 
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1. Anja mit Tinka - Erfahrungsbericht zu Levemir
 
 
Tinka-update
 
Nachdem es um uns in der letzten Zeit doch recht ruhig geworden war, weil es auch wirklich nichts zu berichten gab, möchte ich hier nun endlich berichten, wie es dazu kam, dass Tinka endlich schöne Werte hat ;)
 
Dies ist ein persönlicher Erfahrungsbericht, der eine grundsätzliche Herangehensweise bei der Einstellung einer diabetischen Katze beschreibt. Die Vorgehensweise war sehr sorgfältig durchdacht, engmaschig überwacht und fachlich sehr kompetent begleitet und ist keinesfalls zur unreflektierten Nachahmung gedacht!
 
Tinkas Geschichte von Vorne:
Anfang Oktober wurde bei Tinka Diabetes diagnostiziert. Standardmäßig bekam Tinka vom Tierarzt zunächst Caninsulin mit einer viel zu hohen Dosis (4 IE morgens, 2 IE abends, das sehe ich heute etwas differenzierter, was nach Lektüre unseres Erfahrungsberichtes sicher nachvollziehbar ist ;)).
 
Wie wohl alle hier, versuchte ich schnellstens an so viel wie möglich Informationen, insbesondere zur Startdosierung, zu kommen und führte als allererstes hometesting ein. Nach einem Neustart mit sehr wenig Caninsulin erhöhte ich sachte die Dosis. Tinkas BZ-Werte blieben unverändert hoch.
 
Nach drei Wochen Caninsulin wechselten wir auf Monotard. Etwa 8 Wochen lang experimentierte ich vorsichtig in verschieden Richtungen: Dosis langsam erhöhen - keine Reaktion. Neustart, um Somogyi auszuschließen - keine Veränderung der Werte.
 
Dann Wechsel auf Hypurin PZI. Vom PZI versprach ich mir nun mehr, da es als Insulin dem der Katze am ähnlichsten ist. Auch hier ging ich zunächst entsprechend vorsichtig vor: langsame, aber kontinuierliche Dosiserhöhung. Nichts tat sich. Konstant Werte zwischen 300 und 450.
 
Ich befürchtete eine Insulinresistenz, wenngleich die wirklich äußerst selten ist! Meine Recherche ergab, dass beispielsweise sehr hohe Triglyceride im Blut dazu führen können, dass eine hohe Dosis Insulin erforderlich ist, um eine Wirkung zu erzielen. Das war immerhin ein Anhaltspunkt, denn dieser Wert war bei Tinka tatsächlich enorm hoch. Also erhöhte ich die Dosis weiter - mittlerweile hatten wir eine "relativ hohe" Dosis (2x 8 IE) erreicht - aber immer noch passierte gar nichts! Es war, als ob ich Wasser statt Insulin gespritzt hätte! Knapp über fünf Monate lang dümpelte Tinka auf einem hohen BZ-Niveau herum, ohne dass ich mit dem Insulin irgendetwas hätte ausrichten können. Anfang Januar tauchten sogar Ketone auf.
 
Stichwort Glukosetoxizität
 
Dann endlich bekam ich genauere Informationen zu diesem Phänomen "Glukosetoxizität". Dabei verhindert der Zucker selbst, dass das Insulin entsprechend wirken kann; es ist, als ob eine Sperre im Blut wäre. Nun ging es also darum, Bewegung in die Werte bringen und runter kommen vom hohen Blutzucker, um diese "Sperre" (Glukotoxizität) zu durchbrechen. Dies ist wohl umso schwerer, je länger der Zustand schon anhält und geht offensichtlich bei uns mit einem hohen Insulinbedarf einher.
 
 
Das Experiment
Also wagte ich mich daran, Tinka von ihren Werten runterzuholen. Dazu war es wichtig, ein paar Tage wirklich daheim sein zu können, um die Katze rund um die Uhr (!!) im Blick zu haben! Das ganze hätte ich so auch überhaupt nicht machen können, wenn Tinka nicht bravourös ihre Ohren hingehalten hätte für immer wieder halbstündige Messungen! (Danke, meine Tinka!)
 
Übrigens: Vor einer Hypoglykämie habe ich inzwischen keine Angst mehr. Selbst wenn eine aufgetaucht WÄRE, hätte ich die wesentlich leichter in den Griff gekriegt, als eine immer wahrscheinlicher werdende Ketoazidose - noch dazu bei schon vorhandener Leberschädigung.
 
Vorrangigstes Ziel waren niedrige Werte, deutlich unter 200. Das ging mit einem schnellwirksamen Insulin (Alt) sehr gut. Das Alt hatte ich sehr behutsam, nach und nach dazugegeben und Tinka ist damit wunderbar sanft innerhalb von 10 Stunden in physiologischen Werten gelandet.
 
Im zweiten Schritt war es wichtig, ohne Alt auszukommen! Hier wurde es nun mehr als spannend. Laut Theorie sollte sie, nachdem die Glukosetoxizität einmal durchbrochen war, nun auch auf das PZI reagieren. Es funktionierte! Einen weiteren Tag lang spritzte ich also kontinuierlich PZI nach, um sie auf niedrigem Level zu halten (möglichst zwischen 100 und 200). Der Körper sollte sich erholen können und sich wieder an niedrigere Werte gewöhnen.
Wichtig ist dabei wohl, dass die Leber nicht mehr dazwischenfunkt und ständig Glucose ausspuckt! An diesem Tag brauchte Tinka unvorstellbar viel Insulin; sie badete regelrecht darin. 
 
Nachdem Tinka zwar auf das PZI gut reagierte, aber nur max. 6 Stunden damit auskam, entschied ich mich schließlich für´s Levemir. Für Tinka scheint es ein geeignetes Insulin zu sein; innerhalb von 4 Wochen gelang es, die Anzahl der Spritzen auf 2 täglich zu reduzieren. Tinka hat inzwischen wirklich sehr gute Werte, nur sind die Schwankungen im Moment noch zu groß. Aber ich denke, wir werden auch damit noch fertig ;)
 
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
 
Euren Pelzköpfchen alles Gute!
 
Anja mit Tinka
 
 
 
 
 
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Fragen zur Einstellung auf physiologische Werte (Werte unter 100 mg/dl unter Fremdinsulin) werden bei uns im Forum nicht beantwortet. Die Einstellungsweise auf diese niedrigen Werte und die damit verbundene Vorgehensweise ist so unterschiedlich zu anderen Insulinen (wie z.B. Caninsulin, Insuman Basal, Hypurin Lente oder PZI  usw.), dass es zu gefährlich ist, wenn stille Mitleser oder Tierhalter, die nur sporadisch und flüchtig mitlesen, diese Form der Einstellung unbesehen übernehmen.
 
Info:
Wir haben mittlerweile jedoch Unterforen zu Lantus und Levemir und Rinderinsulin Hypurin Bovine Lente und Hypurin Bovine PZI,  in denen  wir bei einer Einstellung behilflich sind, die zum Ziel Werte zwischen ca. 200 mg/dl (PRE) und 80 mg/dl (Nadir) anstrebt. Honeymoons sind dabei nicht ausgeschlossen, verhindern kann man sie auf die Weise nicht:-)
 
Katzendiabetes-Forum
 
 
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Wenn du physiologisch einstellen möchtest, melde dich bitte in diesem Forum an:
 
 
Im Waltham Focus Heft 3/2005 stehen  Infos zur Einstellung zu Glargine (Lantus).
 
 
 
 
Noch weitere HP zum Thema Lantus und Diabetes:
 
 
 
 
 
 
 
Achtung: Mehr Infos und Erfahrungsberichte zu Levemir folgen an dieser Stelle bald, bei dringenden Fragen bitte im Forum melden!
 
 
 
 
 
 
 
 
Alle Informationen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und geben meine persönliche Meinung wieder. Ich bin kein Tierarzt und übernehme keinerlei Haftung . Bitte sprecht die Therapie der Katze mit eurem Tierarzt ab. Jedes Kopieren, Einspeichern in automatisierte Dateien und Weiterverwenden der Texte und Bilder ist nur mit meiner Erlaubnis zulässig. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Helga Schoolmann