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Cortison-Diabetes
 
In unserer Vorstellungsmail fürs Forum wird gefragt, ob die Katze Cortison bekommen hat und oft ist das der Fall gewesen. Wir tippen in diesem Fall auf einen Diabetes, der durch Cortison ausgelöst wurde, und ernten oft energischen Widerspruch einiger Tierärzte, die behaupten, das sei nicht möglich. Das wird jedoch in Standardwerken der Veterinärmedizin immer wieder erwähnt.
 
z. B. Horzinek, Krankheiten der Katze, 2003, S. 565
 
Verfasser: Reusch/Rijnberk
 
"Häufigste Ursache für einen sekundären- in diesen Fällen meist reversiblen- Diabetes ist die vorangegangene Therapie mit Progestagenen, daneben kann auch eine Glucocorticoidtherapie einen Diabetes mellitus auslösen."
 
 
Anmerkung: Progestagene setzt man zur Unterdrückung der Rolligkeit ein, aber auch bei Hautproblemen (Megestrolacetat, Megecat)
 
Warum kann Cortison einen Diabetes auslösen?
 
Ganz einfach: Cortison wirkt auf Insulin wie eine Bremse.
 
Eine Reihe von Hormonen, sog. Insulinantagonisten wie z.B. Cortison, Adrenalin und Wachstumshormon, wirken dem Insulin entgegen und erhöhen den Blutzuckerspiegel. Eine hoher Blutzucker kann also entweder durch einen Mangel an Insulin oder durch einen Überschuß dieser Hormone bedingt sein.
 
 
 
 
 
 
 
 
Nicht jede Katze, die Cortison bekommt, entwickelt dadurch einen Diabetes Mellitus. Aber offenkundig sind es doch eine Menge. Und leider wird Cortison oft schnell gespritzt oder als Langzeitmedikament verschrieben, weil es in vielen Fällen schnell hilft. Kaum ein TA macht auf die möglichen Folgen aufmerksam, leider.
 
Wie oben schon erwähnt, ist ein Cortisondiabetes oft reversibel, d.h. nach Ausschleichen des Cortisons bildet sich der Diabetes langsam wieder zurück. Oft ist jedoch eine längere Insulinbehandlung mit sensibler Dosierung damit verbunden. Im Forum haben wir viel Erfahrung mit Cortisondiabetes.
 
Schwieriger wird es für die Katzen, die aus einem lebenswichtigen Grund trotz des entstandenen Diabetes weiter Cortison haben müssen, z.B. bei Allergien, Hauterkrankungen,  Asthma, entzündlichen Magen-/Darmerkrankungen usw.
 
 
Cortison,  Freund oder Feind?
 
 
Hier  ein Hinweis auf Ingrids Seite, deren Kater Schnurrli an Asthma UND Diabetes leidet.
 
 
 
Falls du noch Fragen wegen Cortisons  für dein Tier hast, melde dich bitte in unserem Forum.
 
 
Auf jeden Fall sollte man, wenn man eine diabetische Katze hat, Cortisonbehandlungen vermeiden, wenn sie nicht lebensnotwendig sind. Clyde bekam , als er schon Diabetes hatte, überflüssigerweise eine Cortison-Spritze, die angeblich nur drei Tage wirken sollte.
 
Fast drei Monate brachte diese eine Spritze seine an sich guten Werte durcheinander.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Alle Informationen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und geben meine persönliche Meinung wieder. Ich bin kein Tierarzt und übernehme keinerlei Haftung . Bitte sprecht die Therapie der Katze mit eurem Tierarzt ab. Jedes Kopieren, Einspeichern in automatisierte Dateien und Weiterverwenden der Texte und Bilder ist nur mit meiner Erlaubnis zulässig. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Helga Schoolmann