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Begleit- und  Folgeerkrankungen
 
1.Teil
 
 
In Verbindung mit Diabetes mellitus können (nicht müssen) einige Erkrankungen bzw.  Symptome auftreten, die an dieser Stelle kurz angerissen werden sollen. Ich bin weder Tierarzt noch Humanmediziner und versuche, mich allgemeinverständlich auszudrücken.
 
1. Diabetische Neuropathie
 
Besitzern diabetischer Katzen fällt  immer wieder auf, dass ihr krankes Tier schlechter springt bzw. das Springen vermeidet oder sogar schlechter läuft. Schon nach kurzen Ausflügen legt das Tier sich hin.  Gesunde Katzen laufen auf den Zehen, neuropathische Katzen laufen auf dem unteren Teil der Hinterbeine, d. h. oft laufen sie gar nicht mehr, sondern schlurfen (bärentatziger Gang, engl. walking on the hocks). Diese Schwäche der Hinterbeine  ist keine Arthrose, sondern eine diabetische Neuropathie.
 
Diabetische Neuropathie entsteht durch einen schlecht eingestellten Diabetes. Durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel werden die feinen Blutgefäße, die die Nerven der  Gliedmaßen versorgen, geschädigt.  Abbauprodukte des Zuckers schädigen die Nervenbahnen und die Blutgefäße, die die Nervenzellen versorgen. Es kommt zu Durchblutungsstörungen der Nervenfasern. Diese werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
 
Die Behandlung erfolgt in erster Linie bei der Katze durch eine gute Blutzuckereinstellung. Dadurch bessern sich die neuropathischen Erscheinungen. Unterstützt werden kann die Behandlung durch Gaben von Methylcobalamin, einem Vitamin-B12-Derivat.
 
Lies dazu auch die Seite Neuropathie auf der HP.
 
 
 
2. Diabetische Nephropathie (Nierenschädigung)
 
Die Nieren sind die Kläranlage des Körpers. Durch den Stoffwechsel der verschiedenen Körperzellen entstehen Abfallprodukte. Die Nieren sorgen dafür, dass diese ausgeschieden werden. Außerdem reinigen sie das Blut von Giftstoffen, die eventuell mit der Nahrung aufgenommen wurden. Darüber hinaus sorgen sie dafür, dass der Wassergehalt des Körpers und die Zusammensetzung der Blutsalze (Natrium, Kalium, Kalzium) stimmen. Nicht zuletzt werden in der Niere Hormone gebildet, die für den Blutdruck oder für die Blutbildung verantwortlich sind.
 
Blutreinigung und Wasserausscheidung werden von den Nierenkörperchen (Glomeruli) bewältigt . Das ungereinigte Blut fließt in die Kapillaren des Nierenkörperchens und wird gefiltert.Als Abfallprodukt entsteht Urin. Beim Filtern  werden in der gesunden Niere hochwertige Eiweißbestandteile zurückgehalten und ins Blut zurückgeführt. Wasser, Salz und Abfallprodukte des Stoffwechsels hingegen passieren den Filter und erscheinen im Urin.
 
Was geschieht nun beim Diabetes? Die Gefäße der Nieren nehmen Schaden, die großen wie die kleinen. Die Filterfunktion  der Nierenkörperchen lässt nach  (Glomeruloskose). Als erstes gelangt das Blut-Eiweiß Albumin in den Urin. Zunächst sind es sehr kleine Mengen (Mikroalbuminurie). Sowie Albumin im Urin der Katze nachgewiesen kann, beweist es, dass der Diabetes erste Schäden angerichtet hat.
 
Die Filterfunktion verschlechtert sich weiter, wenn der Diabetes nicht gut genug geregelt ist. Immer größere Mengen an Albumin  und andere Eiweißstoffe passieren den Filter und erscheinen im Urin  (Makroalbuminurie). Nun sind die Nieren schon deutlich geschädigt. Das ausgeschiedene Albumin verstopft zum Teil noch die Nierenkörperchen, so dass sie nicht mehr genug durchblutet werden und absterben.
 
Hinzu kommt dann ein weiterer Einflussfaktor: der Bluthochdruck. Er beschädigt die zarten Strukturen der Nierenkörperchen und bewirkt zugleich vermehrte Ausscheidung von Eiweißstoffen, die  noch mehr Nierenkörperchen verstopfen und zum Absterben bringen.
 
Nach und nach kann so die Niere ihren Aufgaben nicht mehr gerecht werden. Die Folgen sind im  Blut messbar. Das Kreatinin und der Harnstoff steigen an. Wird dieser Prozess nicht rechtzeitig gestoppt, kommt es zu einer chronischen Niereninsuffizienz, die mit Nierenversagen enden kann.
 
Die Behandlung bei der diabetischen Katze erfolgt in engster Zusammenarbeit mit dem Tierarzt. Durch eine strikte Nierendiät, durch regelmäßige Infusionen, die auch zu Hause durchgeführt werden können ,  und mit  Medikamenten  kann der Prozess zwar nicht aufgehalten, aber jedoch stark verlangsamt werden, so dass das Tier noch lange einigermaßen  beschwerdefrei leben kann.
 
Auf eine Nennung mir bekannter Medikamente verzichte ich an dieser Stelle bewusst. Die Behandlung darf auf keinen Fall durch Selbstmedikamentation erfolgen, sondern nur durch einen Tierarzt.
 
Das Problem der Nierendiät besteht darin, dass nierenkranke Katzen einerseits wenig Protein aufnehmen sollen wegen der kranken Nieren, andererseits zugleich aber wenig Kohlenhydrate wegen des Diabetes. Eine sorgfältige Beratung durch einen geschulten TA ist hier unerlässlich. Auf jeden Fall sollte das Protein, das dem Körper zugeführt wird, hochwertig sein. Auch auf eine salzarme und an Phosphat niedrige Kost ist zu achten. Das wird jedoch in den angebotenen Nierendiäten berücksichtigt. Die richtige Behandlung der Niere ist vorrangig!! Denn was nützt ein niedriger Zuckerwert, wenn die Nieren kaputt sind!
 
Anzeichen für eine Nierenerkrankung (außer den Blutwerten) können sein:
 
Apathie und Schwäche, mangelnder Appetit mit Gewichtsverlust , auffälliger Durst, große Urinmengen,  Zahnfleischerkrankungen, Erbrechen, Verschlechterung des Fells, Austrocknung des Körpers (Dehydrierung), urinöser Geruch
 
Lesenswerte Seiten:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
3. Harnwegsinfektionen
Der Urin eines diabetischen Tieres ist süß. Bakterien finden deshalb ideale Bedingungen, sich zu vermehren. Sie sterben nicht ab wie im sauren Urin, sondern können sich nach Herzenslust vermehren. Darum erkranken Diabetiker so oft an Harnwegsinfekten, die langwierige Behandlung erfordern.
 
 
Anzeichen einer Harnwegsinfektion:
 
  • erschwerter, schmerzhafter Urinabsatz
  • Harnzwang mit brennendem Schmerz
  • häufiger Harndrang mit geringen Harnmengen
  • Blut im Urin
  • im fortgeschrittenen Stadium Fieber
  • Stetiges Belecken und auch Kahllecken der unteren Bauchregion (regio inguinalis). Die Katzen tun dies, um sich vom Schmerz abzulenken oder diesen zu mildern. Das ist ein ganz auffälliges Zeichen, z.B. wenn der Diabetes noch subklinisch ist (also kein vermehrter Durst oder Gewichtsverlust auftreten), aber durch den veränderten Urin-ph-Wert eine Blasenentzündung entstanden ist.
 
 
Die Tiere versuchen, wiederholt Urin abzusetzen und äußern dabei Schmerzen. Sie verlassen oft fluchtartig das Katzenklo, weil sie den Ort mit den Schmerzen verbinden. Das mag auch erklären, dass manche Katzen plötzlich das Katzenklo meiden und überall in der Wohnung den Urin absetzen.
 
 
Das Allgemeinbefinden ist zunächst wenig gestört, erst wenn sich die Krankheit ausbreitet, können ernsthafte Krankheitsbilder entstehen. So weit sollte man es aber gar nicht erst kommen lassen.
 
 
Eine Katze, bei der die obigen Symptome beobachtet werden, gehört sofort zum Tierarzt. Außer dem klinischen Bild und einer Blutuntersuchung ist vor allem die richtige Untersuchung des Urins notwendig. Keineswegs sollte der zu untersuchende Urin durch Ausmassieren der Blase gewonnen werden, da auf diese Weise der infizierte Harn nur hoch ins Nierenbecken gepresst werden kann und dort weitere Infektionen verursacht.
 
 
Die Gewinnung der Urinprobe sollte nach Möglichkeit durch Zystozentese (Blasenpunktion) stattfinden. Hierbei wird beim stehenden oder liegenden Tier von außen eine dünne Kanüle durch die Bauchwand eingeführt und steriler Urin entnommen. Für das Tier ist das kaum schmerzhaft. Manche Katzen werden jedoch kurzfristig dafür in einen Rauschzustand versetzt.
 
Unbedingt sollte eine Urinkultur (+ Antibiogramm) durchgeführt werden. Manche Erreger sind bei häufigen Infektionen und bei Verabreichung von Breitband-Antibiotika resistent geworden. Durch die Urinkultur kann festgestellt werden, welche Keime vorliegen. Das Antibiogramm gibt Auskunft, welches Antibiotikum eingesetzt werden kann.
 
Wenn es schnell gehen muss, kann jedoch auch spontan aufgefangener Urin untersucht werden. Sind keine Keime drin, liegt auch kein HWI vor. Sind sehr viele Keime enthalten, wird auf Verdacht ein Breitbandantibiotikum eingesetzt.
 
 
Eine Harnwegsinfektion kann anfangs so versteckt verlaufen, dass man sie als Katzenhalter nicht sofort bemerkt, zumal wenn die Katze Freigänger ist und überwiegend draußen den Urin absetzt. Da die Erkrankung, wie alle Infektionen, jedoch meistens den Blutzuckerwert hochtreibt, sollte man bei unerklärlich hohen Blutzuckerwerten diese Art der Infektion immer in Betracht ziehen. Lieber einmal zuviel zum Tierarzt gehen als einmal zu wenig! Wie bei allen anderen Erkrankungen ist auch hier eine Selbstmedikamentation nicht angebracht. Homöopathische Mittel können zwar vorbeugen, aber eine bakterielle Infektion nicht ausheilen. Antibiotika müssen bei diabetischen Katzen, die an einer Harnwegsinfektion leiden, oft über einen längeren Zeitraum gegeben werden.
 
 
Auch bei einem gut eingestellten Diabetes kann es immer wieder zu Harnwegserkrankungen kommen. Diese Infekte verlaufen bei Diabetikern oft ohne jegliche Symptome. Bei plötzlich auffälligen Zuckerwerten ist also stets eine Urinkontrolle angebracht.
 
 
 
 
 
 
Auch bei meinem Clyde lag mehrfach ein HWI (Harnwegsinfekt) vor, der vollkommen ohne Symptome verlief. Das Blutbild gab nichts her, der Combur5- und Combur 9-Streifen zeigte nichts Auffälliges, erst die Untersuchung des Urins im Labor ergab jede Menge Keime.
 
Harnwegsinfekte müssen bei diabetischen Tieren lange genug behandelt werden, mindestens 14 Tage, in Einzelfällen deutlich länger.
 
 
 
 
 
 
 
 
Alle Informationen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und geben meine persönliche Meinung wieder. Ich bin kein Tierarzt und übernehme keinerlei Haftung. Bitte sprecht die Therapie der Katze mit eurem Tierarzt ab. Jedes Kopieren, Einspeichern in automatisierte Dateien und Weiterverwenden der Texte und Bilder ist nur mit meiner Erlaubnis zulässig. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Helga Schoolmann