FAQ 2.Teil
II Futter
1. Mein TA hat mir ein Diätfutter angeboten? Muss ich das füttern?
Eine diabetische Katze wird nicht nur mit Insulin reguliert, der ebenso wichtige Teil der Regulierung erfolgt über das richtige
Futter.
Grundsätzlich ist ein Diätfutter schon richtig, obwohl einige von uns festgestellt haben, dass Trockenfutter aller Art, also auch die Diät-Trofus, die Werte stark ansteigen lassen.
Diät-Nassfutter ist zu bevozugen.
Du kannstauch anderes normales hochwertiges Futter geben, es muss nicht das Diätfutter sein, lies dazu die nächste Frage.
2. Meine Katze mag das Diätfutter nicht, was nun? Darf ich auch normales Futter füttern?
Viele Katzen sind heikel, was die Futterfrage angeht. Sie wollen ihr gewohntes Futter und sonst gar nichts. Eine Umstellung sollte sowieso nicht von heute auf morgen erfolgen, das erzeugt nur Durchfall. Wenn du wirklich auf ein neues Futter umsteigen willst, mach das ganz langsam.
Es muss auch bei Diabetes nicht unbedingt ein Diätfutter vom TA sein. Wichtig ist, dass es ein Futter ohne Zucker, Getreide und Karamell ist, wichtig ist auch, dass es im Interesse des Tieres ein hochwertiges Futter ist. Sehr zu empfehlen sind Futter ohne Getreide. Frag mal im Forum an, mit welchem Futter wir gute Erfahrungen gemacht haben.
Wir haben im Ernährungsunterforum viele Tipps und auch eine Futterliste, mit erprobten Nassfuttern, die einen Kohlenhydratanteil unter 10 % in der Trockenmasse aufweisen.
Die Reihenfolge ist willkürlich und stellt keine Wertung dar. Durch Hometesting kannst du feststellen, wie welches Futter bei deinem Tier wirkt. Erfahrungswerte lassen sich leider nicht immer übertragen.
3. Der TA hat gesagt, meine Katze muss abnehmen. Wie macht man das am besten?
Dein Tierarzt hat Recht. Übergewichtige Katzen sollten ihr Gewicht deutlich reduzieren, denn damit ist schon ein Teil der Regulierung erledigt.
Dein Tier muss also weniger Kalorien zu sich nehmen, als es gebraucht. FdH ist bei einer Katze jedoch
nicht angebracht. Zu wenig Futter kann die Entstehung einer
Fettleber begünstigen.
Eine schnelle Gewichtsabnehme ist nicht gut. Füttere darum nur etwas weniger, die Futtermenge sollte nicht unter 70 % des Bedarfs sinken. Auf die Dauer wird sich so der Erfolg einstellen. Da viele Foris das gleiche Problem haben, lohnt es sich, im
Forum nach Erfahrungen zu fragen.
4. Welches Futter ist das Beste?
Das kann an dieser Stelle nicht klar beantwortet werden, denn es gibt viele hochqualitative Futter, die hier nicht alle aufgezählt werden können. Futter mit einem höheren Proteingehalt lassen die Blutzuckerwerte nicht so ansteigen, dürfen aber z.B. an Katzen, die gleichzeitig schwer nierenkrank sind, nicht in jedem Fall verfüttert werden. Du solltest das Futter mit deinem Tierarzt besprechen. Wenn deine Katze außer Diabetes auch nierenkrank ist, wende dich an die yahoo-group für nierenkranke Katzen.
5. Wann muss ich füttern?
Es wird zu den Insulingaben gefüttert. Am sichersten ist das Füttern vor der Insulinspritze. Umgekehrt kann es verhängnisvoll werden. Erst Insulin, dann womöglich zu wenig oder gar kein Futter, kann zu einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung führen. Und wer garantiert dir schon, dass dein Tier wirklich frisst? Es gibt immer Tage, wo eine Katze, aus was für Gründen auch immer, weniger frisst oder gar nicht.
6. Wie oft muss ich füttern?
Zu jeder Insulingabe, also in der Regel zweimal am Tag. Bei Caninsulin muss genug Futter gegeben werden, denn es wirkt in den ersten 4-5 Stunden oft sehr heftig. Dazwischen gibt es höchstens einen kleinen kohlenhydratfreien Snack (Pute, Hähnchen, Fisch, Quark, Joghurt, Ei, Hüttenkäse).
Einige Katzenhalter füttern jedoch viele kleine Mahlzeiten am Tag, vor allem unsere Lantus- und Levemir-User und diejenigen, die PZI geben.
7. Meine Katze nervt mich. Sie hat dauernd Hunger. Darf ich ihr was zwischendurch geben?
Ja, bei Caninsulin eine Kleinigkeit. Es sollte jedoch kein zuckerhaltiges Leckerli sein, sondern etwas , das die Zuckerwerte nicht hochtreibt. Wir geben etwas Pute, Hähnchen, Fisch, Quark, Joghurt oder Ei. Beliebt sind bei unseren Katzen grüne Bohnen aus der Dose, vermischt mit etwas Thunfisch. Die Zwischenmahlzeiten sollten nur ganz klein sein und in die Phase fallen, wo das Insulin noch wirkt. Be Langzeitinsulinen wie Lantus, Levemir oder PZI kann anders gefüttert werden.
8. Kann ich meine Zuckerkatze weiter frei füttern wie bisher?
Es wurde oben schon erwähnt, dass einige auch damit Erfolge haben. Besser ist allerdings die Methode mit zwei festen Mahlzeiten und wenig belastenden Zwischenmahlzeiten. Es ist auch eine Frage des verwendeten Insulins, siehe oben.
9. Meine Katze will nicht fressen, was soll ich tun?
Das ist eine Komplikation, die man als Halter eines diabetischen Tieres nicht gerne sieht. Denn
ohne Futter darf die Katze auch
kein oder nur wenig Insulin haben, das könnte schlimm ausgehen (
Unterzuckerung, Hypo). Ohne Insulin und ohne Futter können sich jedoch
Ketone bilden, Abfallprodukte des Fettstoffwechsels. Sie bewirken, wenn sie überhand nehmen, eine gefährliche Übersäuerung des Blutes, aus der sich eine
Ketoazidose entwickeln kann. Das ist eine schwere Stoffwechselentgleisung.
Diabetische Katzen, die nicht fressen, müssen auf jede nur mögliche Weise animiert werden. Manchmal ist für kurze Zeit ein
Füttern mit der Spritze angesagt.
Du solltest deinen TA aufsuchen, wenn die Futterverweigerung länger als einen Tag andauert.
10. Meine Katze hat das Futter erbrochen, was nun?
Hier heißt es
aufpassen! Denn wenn das Futter nicht gleich wieder durch neues ersetzt wird, dann ist Insulin im Körper, aber keine Nahrung. Das bedeutet, dass das Insulin die Blutzuckerwerte
bedenklich senken kann. Du bist gut dran, wenn du
Hometesting machst, denn dann kannst du die Zuckerwerte selber regelmäßig kontrollieren.
Solltest du kein Hometesting machen, behalte deine Katze gut im Auge, und achte auf alle Vorzeichen einer beginnenden
Unterzuckerung.
11. Ich habe das Futter verändert und bemerke plötzlich höhere/niedrigere Blutzuckerwerte. Kann das am neuen Futter liegen?
Ja, das kann am Futter liegen. Wenn du sonst nichts verändert hast, ist es sogar wahrscheinlich. Futter mit mehr Kohlenhydraten lässt die Werte steigen, Futter mit mehr Proteinen lässt die Werte fallen. Futter ohne Getreide und ohne Zucker bzw. Karamell bewirken auch niedrigere Zuckerwerte.
12. Was ist besser für die Blutzuckerwerte, Trocken- oder Nassfutter?
Wir beobachten seit Jahren, dass viele diabetische Katzen durch Trockenfutter hohe Blutzuckerwerte bekamen, sogar durch Diabetes- Diätfutter .
Bei Feuchtfutter ist es von der Futtersorte abhängig. Futter mit Zucker und Karamell, viel Soße oder viel Getreide erhöhen die Werte.
Auch Leckerlis (sogenannte Ergänzungsfuttermittel ) solltest du sorgfältig darauf prüfen, ob sie Zucker bzw. viele Kohlenhydrate enthalten. Hometesting ist hier eine entscheidende Hilfe, denn dann merkst du sofort , wie dein Tier auf das angebotene Futter reagiert.
13. Ich habe gehört, dass proteinreiches Futter die Blutzuckerwerte senkt. Stimmt das und was kann ich füttern?
Das stimmt, proteinreiches Futter hat einen guten Einfluss auf die Zuckerwerte. Es entspricht der natürlichen Ernährung einer Katze, die sich von kleinen Beutetieren (Mäuse etc.) ernährt und belastet die Bauchspeicheldrüse nicht so sehr. Wenn deine Katze allerdings gravierende Nieren- und Leberprobleme hat, solltest du dich vorher beim TA erkundigen, ob du das Futter umstellen darfst.
Pute, Rindfleisch, Hähnchen und gelegentlich Fisch enthalten viele Proteine. Damit kannst du das Futter deiner Katze anreichern, jedoch nicht ganz ersetzen. Dann würden wichtige Nährstoffe fehlen.
Proteinreiches Trockenfutter (46 %) ist Royal Canin Diabetic Programme oder Hill's m/d, es ist beim TA erhältlich, aber auch online. Die Zuckerwerte sind damit jedoch oft höher als mit herkömmlichem Nassfutter. Hilll's m/d gibt es jedoch auch als Nassfutter.
14. Ich möchte für meine diabetische Katze selber kochen. Ist das möglich?
Natürlich, nur solltest du dich vorher eingehend darüber informieren, welche Nährstoffe die Katzennahrung enthalten muss. Sonst schadet das Selbstgekochte eher als dass es nützt.
15. Meine Katze ist krank und will nicht fressen. Soll ich sie mit der Spritze füttern?
Ja, versuche es. Auf der HP befindet sich eine Seite mit
Ergänzungs-Futtermitteln. Katzen dürfen nicht lange hungern, nicht länger als 1-2 Tage, weil ihre Leber sonst Schaden nimmt (
Fettleber). Diabetische Katzen brauchen Nahrung, damit sie Insulin bekommen können. Kein Insulin und kein Futter , womöglich ein Infekt dazu, begünstigen die Entstehung von
Ketonen. Lies dazu die entsprechenden Seiten auf der HP oder im FAQ. Bei
akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung ist orale Futteraufnahme manchmal kontraindiziert. Oft wird es auch sofort wieder erbrochen. Diese Tiere müssen beim TA parenteral ernährt werden.
Katzen mit unstillbarem Erbrechen gehören in sofortige tierärztliche Behandlung!
15. Ist die Zwangsernährung keine Tierquälerei?
Nein, das ist es nicht, denn du machst es vorübergehend zum Wohle deines Tieres. Es ist mühsam, aber wenn du Erfolg hast, ist die Mühsal bald vergessen. Lass dich im Forum beraten, was du zum Aufpäppeln füttern kannst. Auch auf der HP findest du eine Seite dazu. Ich musste sowohl die nichtdiabetische Bonnie wie auch meinen Zuckerkater Clyde 14 Tage lang füttern, erst dann fraßen sie wieder von allein. Es hat sich aber gelohnt, sie wurden gesund. Ohne die Assistenzfütterung hätten sie keine Chance gehabt.
16. Die Blutzuckerkurve ist bei uns zu steil, und wir haben durch den schnellen Abfall der Blutzuckerwerte ständig einen Somogyi-Effekt. Kann man das durch Futter regeln?
Wenn du Glück hast, ja. Lies dazu bitte Tanjas Ausführungen auf der
Futterseite ganz unten. Man füttert dann "ins Insulin hinein", c. 2/3 vor der Spritze, 1/3 bis ca. + 4.
17. Ich möchte meine diabetische Katze von Trockenfutter auf Nassfutter umstellen. Was muss ich beachten?
Trockenfutter verursacht bei fast allen diabetischen Katzen hohe Blutzuckerwerte. Wenn du von Trockenfutter auf Nassfutter umstellst, musst du damit rechnen, dass die Blutzuckerwerte plötzlich drastisch fallen. Du wirst deine eventuell hohe Insulindosis drastisch reduzieren müssen, um eine Unterzuckerung (Hypo) zu vermeiden. Bei Futterexperimenten ist
Hometesting eine wertvolle Hilfe.
Alle Informationen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und geben meine persönliche Meinung wieder. Ich bin kein Tierarzt und übernehme keinerlei Haftung. Bitte sprecht die Therapie der Katze mit eurem Tierarzt ab. Jedes Kopieren, Einspeichern in automatisierte Dateien und Weiterverwenden der Texte und Bilder ist nur mit meiner Erlaubnis zulässig. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Helga Schoolmann