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Neufundländer begleiten unseren Lebensweg
 
Als Kind wollte ich (Helga) immer einen eigenen Hund haben, doch aus Wohnungs- und organisatorischen Gründen ist nie etwas daraus geworden.
 
Ich bin jedoch mit den Hunden meiner Nachbarn und Freunde groß geworden und kannte wohl fast jeden Hund in meiner Heimatstadt mit Namen.
 
Als unser Jüngster vier Jahre alt wurde wurde, stand für uns fest: Nun kommt ein Hund ins Haus. Die Kinder sind groß genug.
 
Zufällig machten wir um die Zeit einen Betriebsausflug und nahmen in einem Waldgasthof eine Mahlzeit zu uns. Danach machten wir einen Verdauungsspaziergang durch den geräumigen Garten und sahen plötzlich in der Ecke des Gartens ein riesiges, schwarzes Tier. Ein Bär? Nein, natürlich nicht, ein Neufundländer!
 
Es war Liebe auf den ersten Blick. So einen großen, lieben, gutmütigen Hund wollten wir haben. Alfred konnte sich gar nicht wieder losreißen.
 
 
 
Doch wo bekommt man einen Neufundländer her? Wir kannten keinen Züchter, und vom VDH hatten wir noch nie was gehört.
 
Doch nach langem Suchen in Zeitungen und Nachfragen bei Bekannten gerieten wir an die Adresse des VDH, der uns seriöse Zuchtadressen vermittelte.
 
Wir nahmen Kontakt zu einem Züchter in Niedersachsen auf, dessen Hündin bald Welpen erwartete. Glücklicherweise hatten wir uns rechtzeitig gemeldet, er konnte uns noch auf seine Warteliste setzen.
 
So kam unser kleiner Cliff zu uns, der nur so kurz leben durfte. Die Geschichte von ihm ist sehr traurig. Er musste wegen Echinococcus granulosus (Hundebandwurm) eingeschläfert werden, Anfang der 70er-Jahre gab es keine Behandlungsmöglichkeit.
 
 
 
 
 
Cliff, 3 Monate jung
 
Nach seinem frühen Tod wollten wir zunächst gar keinen Hund wiederhaben, doch nach einem halben Jahr war alle Sorge vergessen, und wir standen beim gleichen Züchter wieder auf der Liste. So kam Derry zu uns, der uns über 12 Jahre lang begleiten durfte.
 
   
 
 
Derry war der Neufundländer schlechthin, lieber kann gar kein Hund sein. Groß, pechschwarz, gutmütig bis zum Gehtnichtmehr, eine Wasserratte wie alle Neufis, war er der beste Freund und Spielkamerad unserer Kinder. Er kam überall mit hin. Wo Derry nicht sein konnte, da gingen wir erst gar nicht hin. Eine einzige Nacht in seinem Leben hat er in einer Tierklinik ohne uns verbracht, er war der Mittelpunkt unserer Familie, und jedes Schulkind auf der Insel kannte ihn.
 
Derry hatte nämlich doch einen Fehler, aber einen verzeihlichen. Er heulte stundenlang wie ein Wolf, wenn eine läufige Hündin in der Nachbarschaft war, bzw. an unserem Haus vorbeigelaufen war. Und das kam auf einer Insel mit so vielen Kurgästen sehr oft vor.
 
Wir nahmen ihn dann mit in die Schule. Dort lag er den ganzen Morgen in der Klasse, ließ sich seelenruhig von 25 Kindern streicheln und führte in den Pausen seine Kunststücke vor: Fuß geben, auf Kommando bellen, schlafen und erst beim Aufwachen das Leckerli essen, zählen, rechnen, sein Alter angeben ... Es gibt heute noch Leute, die erzählen: Schoolmanns Hund konnte rechnen.
 
 
Derry war in seinem ganzen Leben nie krank. Am Ende seines Lebens war er einfach nur müde, totmüde, und wir ließen ihn sanft über die Regenbogenbrücke gehen.
 
 
Sieben Jahre (lange Jahre!!) waren wir dann ohne Hund. Die Kinder waren groß und hatten das Haus verlassen, wir wollten endlich mal unabhängig sein und hatten außer unserem großen Aquarium keine Tiere mehr.
 
Nach 7 Jahren war plötzlich der Wunsch nach einem Hund wieder da, natürlich sollte es wieder ein Neufundländer sein. Ich wollte gerne eine Hündin haben, weil die nicht so heulen.
 
Wir besuchten Ausstellungen und lernten in Oldenburg auf einer Spezialzuchtschau Familie Lampe kennen mit den „Belmer Bären”. Auf Anhieb gefiel uns die Zuchtrichtung, und zum dritten Mal standen wir auf einer Warteliste.
 
Am 29. August 1995 war es so weit: Lara-Bär vom Belmer Berg wurde geboren. 8 Wochen später zog sie bei uns ein, und unser Glück war vollkommen.
 
Über 11 Jahre war sie bei uns. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Aber außer einer häufig auftretenden Scheinträchtigkeit ging es ihr immer gut, sie sah den Tierarzt nur zum Impfen. Eine im Alter auftretende Schilddrüsenunterfunktion bekamen wir mit Tabletten schnell in den Griff.
 
Lara, 7 Jahre alt
 
Laras bester Freund war unser Kater Clyde. Nachdem der anfangs aus Angst vor dem großen, schwarzen Untier fast gestorben wäre (als reiner Wohnungskater hatte er  noch nie einen Hund gesehen), hatte sich daraus eine echte Tierfreundschaft gebildet. Der Kater lag Kopf an Kopf mit Lara auf dem Sofa (das machten sie, wenn wir nicht zu Hause waren!), Clyde gab Lara Köpfchen, und er und Bonnie begleiteten Lara auf unseren Spaziergängen, ein beliebtes Fotomotiv für Kurgäste. Wenn Gefahr im Verzug ist, drängten die beiden zum großen Hund und nahmen Lara auch wohl mal als Tunnel. Sie ertrug es mit der stoischen Ruhe des Neufundländers.
 
 
 
 
          
       
Lara und Sabine
 
 
  
 
Lara im Mai 2005 (bald 10 Jahre alt)
 
 
   
 
Sommerfreuden im Juni 2005
 
 
Nach glücklichen 11,5 Jahren endete Laras Leben im März 2007 und ich widmete ihr die folgende Seite meiner Homepage.
 
Laras Nachfolgerin wurde unsere geliebte Bente-Jente, auch ihr gehört eine Seite der Homepage.