Katzendiabetes in Kürze
1. Diabetes ist kein Todesurteil, sondern gut zu behandeln. Behandle dein diabetisches Tier umgehend, warte nicht!
2. In der Regel erfolgt die Einstellung mit Insulin. Wichtig: Es empfiehlt sich, mit einer niedrigen Startdosis anzufangen, die ganz langsam angepasst wird, etwa in 0,25 IE - Schritten. Wir haben gute Erfahrungen mit 0,25 IE pro kg Körpergewicht, zweimal täglich, gemacht. Die Startdosis bestimmt der TA! Lies dennoch bitte die informative Seite www.caninsulin.de!! Leider beobachten wir oft unangemessen hohe Startdosierungen.
Startdosierungen, die dir zu hoch vorkommen, solltest du mit deinem
Tierarzt besprechen oder eine zweite Meinung einholen. Auch in unserem
Forum kannst du nach Erfahrungen fragen.
Durch zu hohe Anfangsdosierungen verlierst du wertvolle Zeit für die Insulineinstellung. Fast alle diabetischen Katzen brauchen ihr
Insulin zweimal täglich.
Zur Startdosierung ein wichtiger Link!
3. Weil
Katzen beim TA unter Stress stehen und zu einer
Stresshyperglykämie (zu hohe Werte) neigen, ist es besser, die Werte zu Hause zu messen und sie dem TA zu zeigen. Das nennt man
Hometesting! Achte bei der Erstdiagnose darauf, dass unbedingt der stressunabhängige
Fructosaminwert mitbestimmt wird.
Hometesting beschleunigt die Einstellung, macht sie durchschaubarer und vor allem sicherer.
4. Zu hohe Blutzuckerwerte können u.a. viele Ursachen haben:
a) zu wenig Insulin
b) Insulin hält nicht lange genug vor
c) es wird falsch gefüttert (zu viel, zum falschen Zeitpunkt, falsches Futter)
d) Der
Somogyi-Effekt ist aufgetreten (
Gegenreaktion des Körpers auf zuviel Insulin bzw. auf zu schnelles Absinken der Zuckerwerte) Sehr häufig, bei hohen Insulindosierungen und schlechten Zuckerwerten zuerst an die Gegenregulation denken!
e) Es ist eine Infektion im Körper (Blasenentzündung, Zähne usw.)
f) Das Tier bekommt ein Cortisonpräparat. Cortison ist bei Diabetes kontraindiziert und darf nur in Notfällen gegeben werden, z.B. Asthma.
5. Beim Somogyi-Effekt wird weniger Insulin gegeben. Er kann mehrere Tage anhalten.
6. Zuviel Insulin kann eine
Unterzuckerung (Hypo) bewirken. Diese kann
lebensbedrohlich werden. Bei einer Katze, die irgendwie auffällig wirkt,
sofort den Blutzuckerspiegel messen und eventuell Gegenmaßnahmen mit Traubenzucker, Honig oder Jubin (cremiger Traubenzucker in der Tube) einleiten.
Erst füttern, dann spritzen, umgekehrt kann gefährlich werden, wenn das Tier das Futter verweigert. Auch nach Erbrechen besteht Unterzuckerungsgefahr.
7. Für den Notfall unbedingt Traubenzucker oder Jubin (Glukose-Gel) im Haus haben und die Nummer des Tierarztes griffbereit haben.
8. Lieber stundenlang zu hohe Werte, als einmal für kurze Zeit viel zu niedrige!! Zu hohe Werte töten langsam, zu niedrige Werte töten schnell!
9.
Miss regelmäßig mit Ketostix im Urin auf Ketone, sie steigen oft schnell an und können in eine lebensbedrohliche Ketoazidose münden.
Bei Ketonen den TA fragen! Eine Infusion kann helfen! Ketone bedeuten: Das Tier hat einen akuten Insulinmangel. Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem
Precision Xceed auf Blutketone zu messen, das ist noh sicherer. Frage dazu bitte im Forum!
10. Diabetische Katzen laufen oft komisch bzw. springen schlecht. Das kann
Neuropathie sein. Sie gibt sich in der Regel bei einer guten Einstellung. Du kannst den Prozess mit
Xobaline (Methylcobalamin) unterstützen.
11.
Bei Blutzuckerwerten (PRE-Werten vor der Insulingabe) um und unter 200 mg/dl vorsichtig werden, nur noch geringe Mengen Caninsulin geben. Unterzuckerungsgefahr!! Bitte lies dazu auf dieser Seite die Dosierungsvorschläge: Insulin und Spritzen.
Lantus/Levemir/PZI-USER sollten im Forum um Rat fragen, da gelten andere Grenzen.
12. Bei Auffälligkeiten (z.B. apathisches Verhalten, Fressunlust, länger anhaltendes Erbrechen, längerer Durchfall, Verstopfung, vermuteter Infektion, Probleme beim Urinieren usw.) solltest du mit deinem Tier SOFORT zum Tierarzt gehen !!
13. Gib deiner kranken Katze nicht einfach irgendwelche Medikamente, auch nicht dann, wenn sie dir jemand empfiehlt. Besprich das vorher unbedingt mit deinem TA!
14. Je besser du informiert bist, desto mehr kannst du deiner Katze helfen. Lies die Diabetesseiten dieser HP immer wieder und frag im Forum nach, wenn du etwas nicht verstehst, es ist am Anfang überwältigend, aber es wird bald Routine.
15. Bei Fragen aller Art empfehle ich dir unser gut besuchtes
Forum , schreib mir privat eine
Mail oder rufe mich an.
Die Nummer findest du im Forumskopf und im Impressum.
Infos zum Ausdrucken:
zum Teil auch für Hundehalter geeignet!
Alle Informationen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und geben meine persönliche Meinung wieder. Ich bin kein Tierarzt und übernehme keinerlei Haftung. Bitte sprecht die Therapie der Katze mit eurem Tierarzt ab. Jedes Kopieren, Einspeichern in automatisierte Dateien und Weiterverwenden der Texte und Bilder ist nur mit meiner Erlaubnis zulässig. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Helga Schoolmann