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Zahnfleisch- und Zahnprobleme
 
(bei diabetischen Tieren)
 
 
Haben diabetische Katzen leicht  kranke Zähne oder entzündetes Zahnfleisch? Oder umgekehrt, werden hohe Zuckerwerte durch kranke Zähne und Entzündungen des Zahnfleisches (Gingivitis) verursacht?
 
Beides lässt sich mit einem klaren JA beantworten. Kranke Zähne sind ein entscheidender Faktor, den man unbedingt in eine Diabetesbehandlung mit einbeziehen sollte, damit die Zuckerwerte endlich sinken.
 
Es gibt sogar Aussagen, dass erkrankte Zähne Auslöser eines Diabetes sind.
 
 
Man stellt das übrigens nicht nur bei Katzen fest, sondern auch bei Menschen.
 
 
 
 
 
Im Prinzip gilt das Gleiche für Katzen.
 
Sie erkranken sehr häufig an FORL- Feline Ontoklastische Resorptive Läsionen
 
Diese seit langem bekannte Zahnerkrankung wurde früher auch “Katzenkaries” oder “Neck Lesion/ Zahnhals-Läsion” genannt, da man auffällige Läsionen am Zahnfleischrand, also am Zahnhals beobachten kann.
 
 
Auf der Seite sieht man furchtbare Bilder und so manch einer wird nun sagen: Sooo schlimm sieht es bei meinem Tier nicht aus!!
 
Darum erzähle ich an dieser Stelle mal Clydes Geschichte mit FORL.
 
Auch ich meinte, FORL könnten meine Katzen nicht haben. Bei beiden wurde regelmäßig der Zahnstein entfernt, beide hatten keine Zahnfleischentzündungen, optisch sah im Mäulchen alles bestens aus.
 
Dennoch war nach einigen Jahren Diabetes auffällig, dass ich immer mehr Insulin benötigte, um die Werte in Schach zu halten. Eines Tages, wir hatten gerade einige Wochen vorher eine optische Zahnkontrolle machen lassen, fiel mir auf, dass Clyde nicht gut fraß. Ich guckte ihm ins Mäulchen, ein Zahn wackelte dermaßen, hing nur noch "am seidenen Faden", dass ich ihn mühelos selbst entfernen konnten. Daraufhin gingen wir sofort zum TA, um die anderen Zähne nochmals durchchecken zu lassen, optisch war nichts zu sehen, auf Klopfen und Druck reagierte Clyde nicht. Es schien also alles okay zu sein. Keine Behandlung.
 
Dennoch fiel mir auf, dass sich sein Futterverhalten änderte. Er war wegen des Diabetes auf Nassfutter umgestellt (bekanntlich macht Trockenfutter höhere Zuckerwerte). Nun verweigerte er absolut  Nassfutter und bevorzugte Trocken-Diätfutter. Bekam er es nicht, fraß er gar nicht oder nur sehr wenig.
Das TroFu steigerte die Zuckerwerte, das Insulin wurde weiter erhöht. Einige Wochen später entdeckte ich wieder einen stark wackelnden Zahn, er konnte ohne Narkose gezogen werden, so locker war er. Wieder eine gründliche optische Untersuchung, Abklopfen des Kiefers, Druck aufs Gebiss. Ich erwähnte die Diagnose durch Röntgen. Der TA winkte ab: bei einem diabetischen Tier nicht ohne Risiko, außerdem sei da nichts. Und wenn er noch Trockenfutter beißen könnte, wäre da erst recht nichts.
 
Und ich ließ mich einlullen:-((((.
 
Das merkwürdige Fressverhalten änderte sich nicht. Clyde war unterdessen schon zum Profi geworden, hielt brav das Mäulchen auf, weil ich immer wieder nach Zahnfleischentzündungen guckte oder weiteren Wackelzähnen. Nichts, absolut nichts. Parallel dazu gemachte Blutbilder bzw. Organprofile ergaben keinen Befund. Bis auf Diabetes erschien Clyde gesund. Der Fructosamin war jedoch wieder angestiegen bis auf über 500. Das wunderte mich bei den Werten wenig, ich hielt sie nur mühevoll in Schach, setzte sogar vorübergehend Alt-Insulin ein, um sie einigermaßen unter Kontrolle zu halten.
 
 
Dann kam der erste Schock. Eines Tages blutete Clyde aus dem Mäulchen, tüchtig. Ich glaubte an einen ausgebrochenen Zahn, sah aber keine große Wunde. Nur um einen der großen Backenzähne, optisch total unauffällig, nicht braun, nicht angegammelt, war ein roter Ring, kaum noch sichtbar. Daher stammte die Blutung.
 
Nun hielt es uns nicht länger, wir fuhren bereits wenige Tage später in eine über 100 km entfernte Tierklinik, um ihn dort untersuchen zu lassen. Vor allem hatte ich viele, viele Fragen, wie denn die OP ablaufen würde, ich hatte bestimmte Vorstellungen und rannte mit meinen Fragen zu meiner großen Verwunderung offene Türen ein.
 
Selbstverständlich war das Röntgen, selbstverständlich auch die OP unter Isofluran, selbstverständlich auch die vor- und nach der OP durchgeführte Antibiose.
 
Also gingen wir es an.  Es war FORL vom "Feinsten". Zwar "nur" 2 Zähne, aber einer der beiden war so entzündet, dass der gesamte Unterkiefer schon "angefressen" war. Die folgende Antibiose wurde auf mehrere Wochen ausgedehnt, bis sich endlich eine Besserung zeigte (wir mussten nochmal nachröntgen lassen, das war jedoch nur eine sehr kurze Sedierung)
 
Die Zuckerwerte rührten sich in den ersten Wochen wenig, aber dann ging es los. Ich stieg wieder um auf Hypurin Bovine PZI und er bekam damit schöne Werte. Seine Insulinmenge wurde deutlich reduziert. Einen Honeymoon, den einige unserer Foris nach ZahnOPs erreicht haben, schafften wir nicht mehr, nach so vielen Jahren Diabetes plus chronischer Pankreatitis auch wohl eine Utopie.
 
 
Ich habe mir Vorwürfe gemacht, nicht eher aufs Röntgen gedrängt zu haben. Denn nur dadurch konnte die richtige Diagnose gestellt werden.
 
JEDEM, der unerklärlich hohe Werte hat, die er selbst mit viel Insulin nicht in den Griff bekommt, rate ich mittlerweile dazu, die Zähne röntgen zu lassen und schon mehr als einmal wurde FORL entdeckt und wie ! Es muss nicht unbedingt FORL sein, auch "normal" kranke Zähne bewirken erhöhte, unbewegliche Zuckerwerte.
 
Das gleiche gilt für ständig entzündetes Zahnfleisch.
 
Kranke Zähne haben Einfluss auf den ganzen Organismus, nicht nur auf den Diabetes, auch auf die Nieren oder das Herz.
 
 
Bitte achte auf folgende Symptome:
 
- das Tier hat Zahnstein
- das Tier speichelt viel
- das Tier knirscht mit den Zähnen
- das Tier hat gerötetes Zahnfleisch
- das Tier hat Mundgeruch
- das Tier hat Schwierigkeiten beim Fressen oder verweigert das Futter
- das Tier kaut nur auf einer Seite
- das Tier blutet aus dem Maul oder am Zahnfleisch
- bei dem Tier sind Zähne doppelt vorhanden oder es fehlen Zähne
- die Katze zeigt ein anderes Verhalten als sonst
- das Tier legt den Kopf schief und kratzt häufig am Kiefer
- die Zuckerwerte sind erhöht und unbeweglich
 
 
Auch bei unserer nichtdiabetischen Bonnie ließen wir die Untersuchung machen, auch zwei sehr kranke FORL-Zähne, auch von außen NICHTS sichtbar.
 
Link zu Narkosen
 
 
 
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Erfahrungsberichte:
 
1. Helga/Clyde- September 2005
 
 
  • drei Tage vor der OP Verabreichung von einem Antibiotikum
  • 12 Stunden nüchtern vor der OP
  • am Morgen der OP kein Insulin oder die Hälfte der Dosis (wird von TÄ unterschiedlich gehalten)
  • Einleitung der OP mit kurzwirkender Injektionsnarkose
  • digitales Röntgen des Gebisses
  • Durchführung der OP unter Isofluran (Inhalationsnarkose)
  • Überwachung von Blutzucker und Blutdruck
  • Infusion
  • Verabreichung einer Schmerzspritze, weiter Schmerzmittel in den Tagen nach der OP
  • Futter erst einige Stunden nach der OP
  • weitere Antibiotikagabe nach der OP
 
 
Clyde war nach der OP sehr schnell wieder munter und hatte Hunger. Er bekam zunächst teelöffelweise Futter, um zu testen, ob er erbrach. Das Futter blieb drin, also durfte er mehr fressen und konnte dann auch etwas Insulin bekommen.
 
Die Behandlung mit Antibiotika war langwierig, weil der Kiefer sehr stark angegegriffen war. Die Zuckerwerte entwickelten sich sehr erfreulich. Der Insulinbedarf ging deutlich zurück. Ein großer Checkup einige Monate nach der OP ergab sehr erfreuliche Werte. Leber und Nieren hatten nicht gelitten, die Werte waren besser als im Jahr vor der OP.
 
Leider müssen wir mit weiteren OPs rechnen, denn weitere Zähne können an FORL erkranken. Deswegen werden beide Katzen regelmäßig kontrolliert, durch Röntgenaufnahmen.
 
Update 2006: Ein Jahr später ließen wir wieder die Zähne röntgen, bei beiden Katzen ohne Befund. FORL war noch nicht wieder aufgetreten, es wurde nur leichter Zahnstein entfernt.
 
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2. Stefanie/Whisker
 
Whiskers Zähne wurden vor 1 1/2 Wochen saniert, nur Zahnstein weg und etwas gewuchertes Zahnfleisch und der Insulinverbrauch ging immens zurück. Von sonst 1IE Can pro Mahlzeit auf 0,2 :-O Auch gingen die Pre's runter. Ich bin aber noch am "Fein-Tuning", nur finde ich das Insulin kaum noch wieder in der Spritze... Es wurde auch der Kiefer geröntgt, kein FORL.
 
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3. Claudia mit Leila und Mongo
 
Leila (14, Diabetes):
 
- von 3 bis 12 Jahren Zahnsteinentfernung beim Tierarzt im Abstand von
je ca. 2 Jahren, einmal wurde ein Zahn extrahiert, meist Kurzzeitnarkose
mit anschließender "Aufwachspritze"  -  hat sie  immer beschwerdefrei 
überstanden.
 
-  mit 13: erstmals in der TK, vorherige Herzschallung wg. leichten
Nebengeräusches, 4 Zähne mit FORL gezogen,  leider  kenne ich das
Narkosemittel nicht, aber sie hat das ohne Probleme weggesteckt.
Zusammenhänge mit den BZ-Werten waren  für mich nicht erkennbar.
 
-  mit 14: Zahnsteinentfernung wieder in TK (diesmal ohne FORL), wieder
Herzschallung, Rest s.o. Ironie: kurze Zeit nach der Entfernung  war der Honeymoon vorbei ....
 
Mongo (4,5):
 
- bislang 3 *  Zahnsteinentfernung, 2 * beim TA, 1 * in der Klinik, Mongo ist nach der Narkose den Rest des Tages nicht zu gebrauchen, er wirkt  immer richtig breit, sonst aber keine Probleme.
 
Beide Tiere haben anschließend immer sofort normal gefressen, auf Anraten der TK lasse ich bei beiden  Tieren alle 6  Mon. die Zähnchen kontrollieren. In diesen Abständen hole ich mit auch je ein großes  BB,  von  Leila , weil sie nach Gallengangentfernung  im letzten Sommer ein erhöhtes Infektrisiko trägt und von Mongo, weil beim Blutspenden für Leila erhöhte Nierenwerte festgestellt wurden (haben sich zum Glück beim letzten BB fast normalisiert gehabt).
 
 
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4. Edda mit HopSing
 
Die 1. Zahn-OP habe ich auf Grund der schlechten BZ-Werte bei meinem hiesigen TA im Januar 2006 machen lassen. Eine Untersuchung auf FORL konnte er nicht machen, erzählte mir aber, dass das auch wahrscheinlich nicht so wäre und man auf den normalen Röntgenbildern schon einiges erkennen könne.
 
Also ab zur OP, kurz ansediert und dann selbstverständlich mit Isofloran. Nach 1 Stunde war alles gelaufen. 1 Zahn war weg, etwas Zahnstein wurde entfernt und zusätzlich das entzündete Zahnfleisch mit Laser behandelt. Kostenpunkt 130,00 Euros. Alles wäre jetzt super und wunderbar und die anderen Zähne erstaunlich gut. Jaja, HopSing erholte sich schnell, aber wertemäßig tat sich nichts. Es dauerte einen Monat und schon war das Zahnfleisch wieder entzündet. Wieder die Gabe von AB, so wie vorher auch, aber nichts tat sich. Er fraß nur noch schlecht und das heißt bei HopSing schon was. Mein TA meinte, dass es normal bei einem Diabetiker wäre, dass sie dauernd Entzündungen am Zahnfleisch hätten. Achso dachte ich mir und wir machten die nächste Laserbehandlung ohne Narkose. Kostenpunkt 60 Euro. Wenn ich mal grob überschlage, hat mich der Spaß mal eben mit AB etc. rundgerechnet 220 Euros gekostet und leider keinen Erfolg.
 
Die Werte wurden immer schlechter. Ich telefonierte rum und fragte angebliche Zahnspezialisten nach einer FORL-Behandlung. Einige wussten mit dem Begriff nichts anzufangen (habe ich mich doch sehr drüber gewundert) und ein paar andere erzählten mir von Lehrgängen die sie besucht hatten mit irgendwelchen Professoren, aber bei genauem rückfragen merkte ich sehr schnell, dass es nur Luftblasen waren, denn sie schreckten doch ein wenig bei einem Diabetiker zurück und auch hier wieder das Argument, dass es unter Umständen bei einem Diabetiker nichts nützt, da diese immer wieder zu Entzündungen neigen würden.
 
Nach einem Abend voller frustrierter Tränen, mailte mir Nicole dann den Namen von einem Spezialisten rund 100 km von hier weg. Ich nahm umgehend Kontakt mit ihm auf, bekam sofort einen Termin und nicht ich musste mir alles erfragen, sondern er klärte mich direkt schon am Telefon über alles auf.
 
Nun ging es also Anfang April zur 2. Zahn-OP. Vorher musste ich ihm wegen der ständigen Entzündungen noch 4 Tage lang ein AB (unten aufgelistet) geben.
 
Der Doc ging bei ihm auf Grund seiner Diabetes auf Nummer sicher und ließ selbst noch ein Schnell-BB machen, damit er sich genauestens auf HopSing einstellen konnte. Dann durften wir fahren. Um 9:00 Uhr war er da und gegen Mittag sollte er fertig sein. Sollte …. Die OP hat natürlich länger gedauert, da sich bei der Röntgenuntersuchung hochgradig FORL herausstellte und sämtliche Zähne und er hatte fast noch alle, entfernt werden mussten. Der Kieferknochen war sehr schlimm angegriffen. Naja, alles drum und dran. Wenn schon, dann richtig, muss HopSing sich wohl gedacht haben.
 
Danach gab es einen Kragen und AB für 10 Tage, 4 Tage lang Schmerzmittel und alleine sein in seinem Zimmer. Morgendliches sehr früh aufstehen, da ich beim Fressen und Trinken behilflich sein musste. Das Futter verdünnte ich mit Brühe aus dem Reformhaus und das trinken bot ich ihm mit verdünnter Ziegenmilch an.
 
Da er von dem AB noch Durchfall hatte, verabreichte ich ihm zusätzlich noch Perenterol.
 
Da er auf Grund der großen Wunden im Maul Fäden hatte, die sich nicht so von alleine auflösten, musste er nach, ich glaube es waren fast 3 Wochen, zum Fäden ziehen.
 
Wir erhielten nach der OP eine komplette Dokumentation und alles in allem belief sich die Rechnung auf ca. 450 oder 500 Euros, mit OP, mit BB, Medis und späterem Fäden ziehen, nochmals unter leichter Sedierung. Verglichen zu den vorherigen 220 Euros für nix, sogar noch sehr günstig.
 
Liste der OP-Rechnung.
 
Digitaler Röntgenstatus mit kompletter chirurgischer Entfernung aller Backenzähne und den vorderen Quadranten.
 
Narkose i.m./i.v./i.t. inkl. Med.: Dom/Ket/Prop/Isoflur/As
 
Wundnaht Monocryl 1erFaden
 
Blutprobenentnahme/Blutchemie, Gesamtprofil 12 Parameter
 
Antibiose Veracin inkl. Material
Injektion s.c., i.m., i.k., s.k.
 
Antibiose Marbocyl inklusive Material
Injektion s.c., i.m., i.k., s.k.
 
Analgesie Metacam inklusive Material
Injektion s.c., i.m., i.k., s.k.
 
 
Abgegebene Medikamte
 
Metacam 10 ml Suspension
Cleorobe 75 mg Kapseln
 
 
Jetzt zu seiner Werteentwicklung - beide OP's fanden schon unter der Gabe von PZI statt, also ein realistischer Vergleich was sich tut wenn man die OP vornimmt.
 
Bis zur 1. OP und auch danach fanden sich seine Werte im Schnitt bei:
 
Pre 410 und Nadire 280
 
Nach der 2. OP befanden sich seine Werte im Schnitt bei:
 
Erst mal tat sich nicht so viel, aber nach ca. 2 Wochen (er musste ja erst mal gesund werden und nahm ja noch die Medis danach über 10 Tage) kamen wir nicht mehr an die 400 ran.
 
Nach ca. 4 Wochen sind wir beide bemüht eine Dosis für ihn zu finden. Wir grenzen es langsam aber sich er ein.
 
Pre zwischen 200 und 280 und Nadire 130
 
Da er ja noch eine Dosis sucht und es nicht so einfach ist, starten wir dann auch mal mit einem Pre (ca. 1x die Woche) von 110 und da bin ich dann sehr vorsichtig, was natürlich dann mit einem 370 Pre belohnt wird. Hat ja auch keiner gesagt, dass das einfach ist.   :o)
 
 
Sein Befinden heute und das ist die Regel und nicht mal ab und zu ein schöner Tag:
 
  • Das sind seine Werte, die sind für uns gut und können jetzt nur noch besser werden.
  • Keine Entzündungen, die auf Dauer irgendwelche anderen Organe schädigen
  • Sein dauerhaft schönes und nicht mehr struppig schuppiges Fell
  • Seine Mobilität
  • Seine Launen - sehr wichtig
  • Sein Fressverhalten
  • Sein Verhalten uns und den anderen Miezen gegenüber
 
            
 
  
 
 
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5. Jutta mit Fritzi
 
Fritzi sind schon als kleiner Katze alle Backenzähne gezogen worden, weil sie eine angeborene Anomalie hat, die als neck lesions bekannt ist. Das sind Einkerbungen des Zahnhalses unter dem Zahnfleisch, dort entstehen Taschen,  die sich entzünden und an dieser Stelle bilden sich dann auch Karieslöcher. Diese Einkerbung konnte man bei Fritzi´s letztem gezogenen Zahn sehr gut sehen. Er hatte zwar keine Löcher, aber die Tasche war stark entzündet  und vereitert und das fing an, auf den Knochen überzugehen.  Sie hat jetzt nur noch die Kämmzähne oben und unten und die 2 unteren Reißzähne, die z.Zt. in Ordnung sind.
 
Sobald ein Zahn, bzw. das ihn umgebende Zahnfleisch entzündet war, hat sich das beim BZ negativ bemerkbar gemacht. Der BZ ging immer höher. Den ersten Zahn, den das betraf, ein oberer Reißzahn,haben wir im März ziehen lassen, Fritzi hat da noch kein Insulin bekommen, anschließend waren die Werte zwischen 240 und 350 . Wir dachten, zu diesem Zeitpunkt, den BZ noch mit Homöopathie und Diätfutter regulieren zu können. Damals sah der 2 obere Eckzahn zwar nicht ganz o.k. aus ( farbverändert, Zahnfleischrand leicht gerötet,  Zahn noch fest und schmerzunempfindlich) aber nach Meinung der TÄ brauchte er noch nicht gezogen werden. Daran hatte sich auch nichts geändert, außer, daß die BZ Werte   nicht gut zu regulieren waren. Im Forum habt ihr von "gegenan" spritzen geschrieben.
 
Am 17.6. ist dann dieser Zahn gezogen worden. Fritzi hat um 23.30 Uhr des Vorabends noch 70g Futter bekommen und dann die übliche Insulindosis. Die TÄ wollte mit Glukose regulieren, da Fritzi aber eine Narkose mit Insulinhemmenden  Substanzen ( Ketamin 10 % und Xylazin 2%) bekommen hat, war das wohl gar nicht nötig und sie hat nur Flüssigkeitund Elektrolyte substituiert. Ich habe mal unten die Tabelle des OP Tages und des nächsten Tages kopiert. Sie war "torkelig" nach der OP aber hatte abends schon wieder Hunger und nachdem sie alleine auf einen Stuhl gesprungen ist, habe ich ihr auch etwas Futter gegeben.
 
Sie hat beide OPs sehr gut überstanden, hat 2 Tage vorher und   4 Tage nachher ein AB ( Duphamox LA) bekommen und am Tag der OP auch ein Schmerzmittel ( Metamizol WDT). Im  März hat sie das AB und das Schmerzmittel eine Woche lang schon vor der OP bekommen, da der Knochen bereits angegriffen war. Wir haben lange nichts bemerkt, da sie wie eh und je gefressen hat. Wir werden also weiter sehr auf die Zähne achten. Die unteren Reißzähne zu ziehen ist nicht ganz so einfach und sollte, solange als möglich, rausgezögert werden, ist wohl  ein schwierigerer Eingriff.  Gestern waren unsere Werte viel niedriger als sonst und ich hoffe, das hat etwas mit den Zähnen, bzw. dem Nichtvorhandensein von kranken Zähnen zu tun.
 
 
5:30 ---320--- PRE-- 40g --1,5 IE PZI
8:30 ---335 ---+3 ---60g
11:30-- 277----Nadir +6-- 40g
14:30-- 299 ---+9-- 50g
7:30 ---288---- PRE-- 50g --1,5 IE PZI
22:00-- 191----Nadir-- +4,5-- 70g
24.00 --195 ---+6,5--- 60g
 
 
Jutta
 
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6. Dagmar/Pauly
 
Liebe Foris,
gestern war es also soweit, Pauly sollte seine letzten Zähne verlieren. Um 11 Uhr waren wir in der Praxis, um 11.30 Uhr gings dann los.
 
Er bekam eine Sedierungsspritze und ich bat darum, bei  bei der OP dabei sein zu dürfen, der TA war sofort damit einverstanden.
 
Als Pauly schlief, schaute er noch mal genau in seinen Hals-Rachenraum und entdeckte ein großes Geschwulst an einer Gaumenmandel. Das war wirklich sehr groß, es ist ein Wunder, dass Pauly damit überhaupt noch Nahrung schlucken konnte.
 
Er bekam dann den Isofluranschlauch gelegt, der erste war zu groß, aber mit einem kleineren ging es. Es dauerte eine Weile, bis er wirklich in tiefer Narkose war, er hat immer noch Reaktion gezeigt, wenn der TA anfing, in seinem Kiefer zu hantieren.
 
Dann aber wurden die Backenzähne und ein abgebrochener Schneidezahn gezogen, wobei Ziehen nicht so ganz der richtige Ausdruck ist. Es ist eher so, dass die Zähne erst mühsam gelockert werden im Kiefer, bis die Zange zum Einsatz kommt. Es hat bestimmt 40 Minuten gedauert, bis alle Backenzähne draußen waren. Ich fragte nach einer Röntgenaufnahme, der TA meinte, dass sei nicht nötig, er sehe, wenn der Zahn nicht komplett draussen ist. Na, hoffentlich.
 
Dann kam das Geschwulst dran. Es wurde mit Schlingen umwickelt, was nicht so einfach war, der TA kam echt ins Schwitzen. Es dauerte nochmal 30 Minuten, bis das Ding draußen war. Es wird jetzt zur histologischen Untersuchung eingeschickt. Hoffentlich ist es kein Karzinom. Die OP war dann um 13 Uhr zu Ende, ich hätte nicht gedacht, das es so lange dauert.
 
Ich bin froh, dass ich dabei sein konnte, ich konnte mich mit ein paar Handreichungen sogar nützlich machen.
 
Pauly hat dann noch eine Schmerzspritze und ein Antibiotikum bekommen.
Zuhause angekommen, war er sofort wach, allerdings, wie gehabt, total taumelig. Er wackelte bestimmt eine Stunde durch die Wohnung, eine richtige Wanderschaft, bis er wieder gerade gehen konnte. Einmal hat er auch etwas blutigen Schleim gebrochen. Dann legte er sich hin und schlief. Also alles in Allem, war er doch wesentlich schneller wieder o.k., als sonst nach Narkosen.
 
Aber er wollte weder fressen noch trinken. Ich habe ihm ein halbes Schälchen Miamor hingestellt und etwas Joghurt, aber er hatte keinerlei Interesse. Die Nacht habe ich dann sehr unruhig geschlafen und war früh wieder wach.
Und dann die Überraschung: Pauly begrüßte mich mit normaler, kräftiger Stimme, so wie immer eben. Ich hab ihn dann erst mal gestreichelt und dann gleich in der Küche nachgesehen.
 
Er hatte alles aufgefressen!!! Und verlangte lautstark nach mehr. Ich hab dann erstmal BZ gemessen, 138. Und die ganze Zeit schnurrte er lautstark wie ein Brummbär, selbst beim Pieksen. Er verdrückte dann mit Begeisterung noch ein halbes Schälchen Miamor und hört nicht mehr mit dem Schnurren auf . Es kommt mir vor, als sei er auch froh, diese OP hinter sich zu haben.
 
Ich bin sehr, sehr froh, dass alles so gut gegangen ist und hoffe, es kommt nicht noch ein dickes Ende nach. Außerdem hoffe ich, daß die Entzündung am Zahnfleisch jetzt heilt.
 
Dagmar
 
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7. Silke mit Kasimir
 
Honeymoon dank Zahn-OP  :-)
 
      ·   Diabetes seit Februar 2006 (kein Cortison-Diabetes)
      ·   Therapie mit Caninsulin
      ·   Honeymoon seit August 2006
 
Für Kasimir waren die Zähne der absolute Störfaktor in der Diabetes-Therapie, die ein permanentes Werte-Chaos und Achterbahnfahrten verursacht haben. Hohe PREs über 400, Nadir um die 100, schneller Fall in den ersten Stunden, dadurch Somogyi-Effekte usw… Dosisanpassungen und verbessertes Futtermanagement haben nur teilweise Erfolg gebracht. Die Werte blieben chaotisch und ich war ziemlich frustriert. Dank der Infos im Forum habe ich aber dann meine Hoffnungen auf eine Zahnsanierung gesetzt.
 
Ich musste meinen TA ein wenig zur Zahn-OP drängen - Kasimir hatte nur etwas Zahnstein, das Zahnfleisch war absolut unauffällig. Selbst am OP-Tag sagte der TA, man könne die Zähne mal machen, aber er glaube nicht daran, Schlimmes zu finden. Nach der OP (inkl. Röntgen) hatte Kasimir zwei FORL-Zähne weniger - ich war so erleichtert, dass mein Bauchgefühl mich nicht getäuscht hat und auch unser TA war  überrascht. Kasimir bekam außerdem als Vor- und Nachbehandlung Antibiotika und schon kurz nach der OP hatten wir keine Werte mehr über 400.
 
In den Wochen nach der Zahn-OP ging es stetig bergauf und ich konnte die Dosis schrittweise reduzieren. Nach 6 Wochen waren wir dann im Niedrig-PRE-Bereich unter 300. Im Endspurt zum Honeymoon wurden die Werte so gut, dass Kasimir mit einem Touch Insulin ausgekommen ist. Und plötzlich waren die normalen BZ-Werte da :-)))
 
Kasimir und ich sind superglücklich über diesen Verlauf. Natürlich hat eine Zahn-OP Risiken und ist keine Garantie für einen Honeymoon, aber sie kann viel bewirken, wie unsere Geschichte zeigt.
 
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Mehr zu ZahnOPs erfährst du im Forum, sie kommen sehr oft vor.
 
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Links zu Zahnerkrankungen der Katze und zu TÄ, die sich auf Zahnbehandlungen spezialisiert haben:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Alle Informationen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und geben meine persönliche Meinung wieder. Ich bin kein Tierarzt und übernehme keinerlei Haftung . Bitte sprecht die Therapie der Katze mit eurem Tierarzt ab. Jedes Kopieren, Einspeichern in automatisierte Dateien und Weiterverwenden der Texte und Bilder ist nur mit meiner Erlaubnis zulässig. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Helga Schoolmann