Unterzuckerung - Hypoglykämie
Insulin hat die Aufgabe, die im Blut enthaltene Glukose in die Körperzellen zu bringen. In einem gesunden Körper regelt sich das von selbst. Es ist immer so viel Insulin da wie gerade gebraucht wird.
Nicht so beim Diabetiker, sei es nun ein Mensch oder ein Tier. Hier wird „von außen” Insulin zugeführt und auf das Nahrungsangebot abgestimmt. Diesen Vorgang nennt man
Insulineinstellung. Er erfolgt durch den Tierarzt, und du kannst ihn dabei mit
Hometesting wesentlich unterstützen, weil du zu Hause keine Stresswerte misst.
Wie schon auf den Seiten zuvor erwähnt, ist die Insulineinstellung eine Gratwanderung zwischen Unterzuckerung und Überzuckerung. Es gilt die Dosis zu finden, mit der das Futter am besten verarbeitet werden kann und Zuckerwerte zu erreichen, die dem Tier nicht gefährlich werden können.
Leider kann es bei der Einstellung zu unliebsamen Zwischenfällen kommen, wenn im Körper plötzlich zuviel Insulin vorhanden ist. Es tritt eine Unterzuckerung auf, auch Hypoglykämie oder Hypo genannt, die in schweren Fällen zum Tod der Katze führen kann oder zu schweren bleibenden Schäden.
Darum musst du genau über die verschiedenen Anzeichen einer beginnenden Unterzuckerung Bescheid wissen, bzw. solltest du erkennen, dass deine Katze nicht gerade tief schläft, sondern eventuell schon eine Hypo hat.
- Zuviel Insulin ist z. B. vorhanden, wenn die Insulineinstellung nicht richtig ist. Die Insulinmenge ist dann für das Nahrungsangebot zu groß, das Tier unterzuckert.
- Oder deiner Katze geht es nicht gut, sie frisst weniger als sonst, du aber spritzt die gewohnte Insulindosis.
- Oder deine Katze hat zwar gut gefressen, du hast ihr Insulin gegeben, und sie hat, ohne dass du es gemerkt hast, ihr Futter ganz oder teilweise wieder erbrochen.
Letzteres ist uns schon öfters passiert. Mehrmals hatte Clyde plötzlich Werte um die 60 mg/dl oder noch weniger. Dank
Hometesting fiel mir das auf, er hatte nämlich noch keinerlei sichtbare Anzeichen, und ich reagierte wie unten beschrieben.
Dies sind die Anzeichen einer Hypoglykämie (Unterzuckerung):
Sie sind unterschiedlich je nach Schweregrad.
Ungewöhnlich niedrige Blutzuckerwerte (unter 100 mg/dl sollte man aufmerksam werden, bei Werten unter 50 mg/dl noch mehr!!)
Weitere Symptome:
- ungewöhnlich lautes Miauen
- torkelnder Gang
- Laufen im Kreis oder an der Wand entlang
- glasige Augen, die ins Leere starren
- ungewöhnlicher Hunger
- Orientierungslosigkeit
- Unruhe
- Muskelschwäche
- Versteck an unüblichen Plätzen
- Teilnahmslosigkeit
- manchmal Erbrechen
- übermäßiges Speicheln
- Husten
- aggressives Verhalten
- große Schläfrigkeit
- Krämpfe und Zuckungen
- nicht mehr ansprechbar (Koma)
Du siehst, wie viele Anzeichen es geben kann, und jede Katze wird , auch je nach Schweregrad der drohenden oder bereits vorhandenen Unterzuckerung, anders reagieren. Die obigen Symptome kommen nicht alle auf einmal vor, sondern nur einzelne davon.
Du solltest dir nur merken:
Wenn deine diabetische Katze sich plötzlich ganz anders verhält oder ganz anders reagiert, als du es von ihr gewohnt bist, dann denke zunächst an eine Hypo!! Wenn du
Hometesting machst, ist es jetzt ein leichtes, die Blutzuckerwerte festzustellen und auch damit über die Schwere der Hypo Bescheid zu wissen.
Alle Werte deutlich unter 100 mg/dl sind bei diabetischen Katzen verdächtig. Du solltest deine Katze nun sehr sorgfältig beobachten und Maßnahmen einleiten. Du musst bei einem Wert knapp unter 100 mg/dl dein Tier noch nicht voll Traubenzucker pumpen, aber du musst es im Auge behalten und öfters messen als sonst (viertelstündlich), vor allem bei Insulinen, bei denen die Werte schnell fallen, z.B. Caninsulin.
Maßnahmen:
Als erstes solltest du zusätzlich füttern, am besten Futter mit Zucker, z.B. einige Futtersorten mit Soße. Zucker steht als Inhaltsstoff immer auf dem Etikett. Du kannst auch etwas Trockenfutter geben, das wirkt jedoch nicht so schnell, dafür aber dauerhafter, so dass man später mit hohen Werten rechnen muss.
Gesunde Katzen haben Werte von 40 bis etwa 100 mg/dl, eventuell auch noch etwas höher. Unsere nichtdiabetische Bonnie hat immer Werte zwischen 40 und 70 mg/dl. Die Werte diabetischer Katzen, die ja unter dem Einfluss von Fremd-Insulin stehen, lässt man aber nach Möglichkeit nicht so tief fallen, weil es zu gefährlich ist. In einem gesunden Organismus regelt sich der Blutzuckerspiegel automatisch, bei dem zuckerkranken Tier wirkt das Fremd-Insulin gnadenlos weiter.
Unser Zuckerkater Clyde war, wie bereits erwähnt, mehrmals auf Werten um die 50-70 mg/dl und fiel noch weiter. Ich habe ihm sofort etwas kohlenhydrathaltiges Futter gegeben, ihn sorgfältig beobachtet und regelmäßig in kurzen Abständen gemessen. Man merkte ihm übrigens noch nichts an, auch noch nicht bei Werten unter 50 mg/dl. Ohne Glukometer hätte ich die sich anbahnende Unterzuckerung gar nicht bemerkt. Hier kann Hometesting lebensrettend sein. Denn niemand kann dir sagen, wo bei deinem Tier die Grenze liegt, dass es anfängt zu krampfen oder ins Koma zu fallen.
Lieber 12 Stunden hohe Werte, als kurze Zeit viel zu niedrige.
Wenn die Hypo schon so weit fortgeschritten ist, dass das Tier nicht mehr von alleine frisst, kannst du ihm mit einer Spritze (natürlich ohne Nadel) etwas verdünnte Nahrung einflößen, z. B. normales Futter mit Traubenzuckerzusatz. Im Notfall tut es auch Honig oder Sirup. Es gibt auch in der Apotheke für den Unterzuckerungsfall einen schnell wirkenden Glukose-Sirup JUBIN. Wir haben ihn immer im Haus, an einem festen Platz. Feste Richtlinien, wieviel Traubenzucker man geben soll, gibt es nicht, das hängt auch von der Schwere der Hypo ab. Intervet empfiehlt auf seiner Homepage 1 g Glukoselösung oder Honig pro kg Körpergewicht.
Man reibt den cremig angerührten Traubenzucker oder das Jubin mit dem Finger in die Backentaschen oder auf das Zahnfleisch.
Bei dieser „Zwangsernährung” muss die Katze aber bei Bewußtsein sein, damit sie sich nicht verschluckt.
Wenn das Tier sich erholt, muss es weiter gefüttert werden, auch nochmalige Traubenzuckergaben können notwendig sein, wenn viel Insulin im Körper kreist.
Bei einer schweren Unterzuckerung, bei der das Tier nicht mehr schlucken kann, kann der flüssige Traubenzucker auch rektal gegeben werden, natürlich mit einer nadellosen Spritze.
Eine Katze mit einer schweren Hypo (Krämpfe, Koma) gehört zusätzlich in sofortige tierärztliche Behandlung. Du darfst dabei keine Zeit verlieren, es kann um Minuten gehen, denn eine Hypo kann tödlichen Ausgang haben oder zu schweren, irreparablen neurologischen Folgeschäden führen. Dem TA stehen noch andere Mittel zur Verfügung, dein Tier aus der schweren Hypo rauszuholen.
Traubenzucker erhöht die Werte nur kurzfristig. Du musst nach einer Hypo deine Katze mehrere Stunden im Auge behalten, denn du weißt ja nicht, wie lange das Insulin noch wirkt. Auch wenn es ihr im Moment gut zu gehen scheint, kann sie dennoch im nächsten Augenblick einen Krampfanfall bekommen.
Nach einer Hypo reagieren Katzen in der Regel besonders empfindlich auf Insulin. Deswegen wird im Allgemeinen eine Reduktion der Insulinmenge notwendig sein. Bei einer mittelschweren oder schweren Hypo wird dein Tierarzt dir vielleicht raten, die nächste Injektion ganz wegfallen zu lassen.
Es ist wichtig, dass du mit deinem Tierarzt zusammenarbeitest und ihm die Symptome beschreiben kannst. Nur so kann er richtig reagieren und eventuell die Insulindosierung anders festlegen.
Tipps:
Für den Notfall solltest du immer Traubenzucker oder Jubin (fertiger Glukose-Sirup aus der Apotheke)an einem festen Platz bereitstehen haben. Du hast keine Zeit, lange zu suchen oder etwas einzukaufen. Der Vorfall kann sich auch nachts ereignen, also sei immer gewappnet!
Wenn du mit deiner Katze auf Reisen bist, nimm ein Notfallset mit!
Du kannst deinen TA auch bitten, dir ein
GlucaGen Hypokit zu verschreiben, für den äußersten Notfall, ich habe es immer vorrätig gehabt und nach Ablaufzeit ersetzt. Glucagon aktiviert die in der Leber gespeicherten Glukosereserven (Glykogen).
Katzen bekommen die halbe Dosierung, wie Kinder.
Bleibe im Notfall ganz ruhig. Du solltest über alle Handgriffe bei einer Hypo gut informiert sein. Im Ernstfall hat du keine Zeit zu lesen. Druck dir eventuell Unterlagen aus.
Die Nummer deines Tierarztes oder der nächsten Tierklinik solltest du bereitliegen haben, auch eventuelle Ersatznummern. Du hast keine Zeit zu verlieren. Es kann um Leben und Tod bei deiner Katze gehen, und es kann von deiner schnellen Reaktion abhängen, wie es ausgeht.
Ich kann es nicht genug betonen:
Hometesting kann gerade bei einer Unterzuckerung das Leben deiner Katze retten!
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Marina berichtet über eine schwere Hypo bei ihrem Jonathan:
Jonathan bekam wie gehabt seine Insulindosis, er frass etwas mäkelig und machte einen schlappen Eindruck. Ansonsten gab es da keine besonderen Anzeichen. Ich war gerade dabei die Unterlagen für das Büro zu packen, praktisch schon fast aus der Haustür, da torkelte Jonathan die Treppe hinunter, er schrie kläglich.....mein Adrenalinpegel schoss nach oben....ich versuchte ihn zu beruhigen, aber er setzte sich einfach hin, urinierte und legte sich dorthinein.
Ich rannte zum Telefon, meldete mich krank , gab der Katze schnell etwas Traubenzucker, packte ihn in den Transportkorb, er konnte kaum sein Geichgewicht halten und raste zum TA. Wir waren nur einige Minuten unterwegs....denn mein TA wohnte damals in der Nähe. Ich wurde mit Jonathan als Notfall in das OP-Zimmer gelassen. Zeitgleich gab es noch 3 Notfallpatienten.....Jonathan hechelte unentwegt, ich war ganz krank vor Angst. Ich fragte dauernd die Helferinnen, wann endlich ein Arzt Zeit hätte.....die 10 Minuten kamen mir wie eine Ewigkeit vor. Endlich kam der TA, Jonathan war nicht mehr in der Lage aufrecht zu sitzen.....sie machten einen Glucosetest: 75 ! Eine Unterzuckerung könne es nicht sein ,meinte der TA ( Heute wüsste ich es besser), vielleicht Herz-Kreislaufversagen, das Hecheln würde darauf hin deuten? Er bekam eine Spritze, und ich wurde nach Hause geschickt, mir war kotzübel...meine Hände zitterten. Daheim konnte Jonathan nicht mehr gehen, er brach zusammen....ich rief in der Praxis an, ich solle sofort kommen, Jonathan konnte ich nicht mehr in den Korb packen, er hing schlaff in meinen Armen, ich wickelte ihn in die Decke und mein Vater fuhr uns in die Praxis, jede rote Ampel machte mich hysterisch.....Jonathan reagierte kaum noch, die Augen waren geschlossen, ich kontrollierte seinen Atem.....er ging noch. Diesmal kam ich sofort dran.....TA meinte, das Herz, ich hab da keine grossen Hoffnungen, erneute Spritze, mehr könne er nicht tun.....weinend fuhren wir nach Hause. Jonathan machte die Augen auf, sein Atem ging stossweise.....seine Glieder waren eigenartig gestreckt, verzerrt.....ich dachte, wenn er sterben will, dann in Ruhe. Legte mir ihn auf die Brust, streichelte sein Köpfchen, die Augen waren starr geradeaus gerichtet, ich hatte keine Ahnung, ob er mich hören konnte, er war weit weg. Sein Mäulchen geöffnet, er fühlte sich ganz steif an, unbeweglich. Ich wusste nicht , dass dies die Vorzeichen für Krämpfe sein sollten. Es vergingen vielleicht 15 Minuten, da ruderten die Pfoten, es machte mich ganz fertig, weil ich wusste, es war der Beginn des Todeskampfes, ich hatte es schon einmal erlebt. Ich versuchte, die Pfoten stillzuhalten, Jonathan*s starrer Blick war furchtbar....die Beine krampften, er verzog sein Gesicht vor Schmerz, die Krampfanfälle kamen in immer kürzeren Zeitabständen. Ich war schweissgebadet, es kostete Kraft, ihn festzuhalten, damit er sich nicht mit den Krallen verletzen konnte. Sein Körper bäumte sich ständig, dazu die Probleme des Luftholens. Ich wusste nicht was ich tun sollte, aber für mich sah es nicht wie eine Herzschwäche oder ein Anfallsleiden aus, trotz der Krämpfe.
Ich hielt ihn fest und rührte Traubenzucker mit Wasser an, es war schwierig, die rudernden Beinchen unter Kontrolle zu bekommen, geschweige denn klar sehen zu können, weil unentwegt Tränen in die Augen schossen. Ich gab 2ml Lösung ins Mäulchen ....wir setzten uns hin....es passierte NICHTS. Erneute Gabe: ich hatte den Eindruck, das Krampfen wäre vielleicht nicht mehr ganz so schlimm.
Ich gab wieder 2 ml Lösung ein....langsam, ich glaubte, ein Zucken in der Pupille sehen zu können. Ich gab 5 ml ein.....die Bewegungen wurden langsamer....nach weiteren 5 ml liess das Krampfen nach, die Pupillen zeigten Reaktion. Ich flösste nun in kleinen Schritten Bioserin ein....alle paar Minuten ein wenig....die Krämpfe hörten auf, der Atem ging nicht mehr stossweise....die Gelenke waren nicht mehr schmerzhaft verdreht, das Gesichtchen entspannte sich.
Ich weiss nicht mehr genau wie lange es dauerte, aber nach 30 Minuten in etwa....hob er leicht den Kopf, immer wieder redete ich auf ihn ein.....leise, er möge doch kämpfen, er sei so tapfer.....und zwischendurch gab es im Wechsel Bioserin und Traubenzucker. Nach weiteren 30 Minuten konnte Jonathan sitzen, zwar wackelig, sein Blick war immer noch ein bisschen benommen, er schaukelte bedenklich , nach 15 Minuten sprang er von der Couch, ging schwankend bzw. schleppend zum Futternapf und frass und frass und hörte nicht mehr auf, ich glaube, es waren 5 Schalen Sheba.....danach legte er sich hin....blinzelte mit den Augen, aber zum ersten Mal dachte ich, wir schaffen es...das Schlimmste liegt hinter uns.....es dauerte Stunden, bis Jonathan abends einigermassen gehen konnte, ohne zu schwanken. Die Nacht verbrachten wir beide im Wohnzimmer auf dem Boden. er schlief die ganze Nacht, und ich kontrollierte, ob sein Atem auch regelmässig ging.
Es ist Jahre her, ich hab damals noch kein Hometesten gemacht...wäre er 15 Minuten später die Treppe heruntergekommen, hätte ich das Haus bereits verlassen gehabt. Mit Sicherheit hätte er die Hypo nicht überlebt!
Jonathan bekam kurze Zeit später eine Herzschwäche, und die Atemprobleme stellten sich auch direkt nach der Hypo ein, sie sind wohl auf eine Unterversorgung/Sauerstoffmangel während der Unterzuckerung zurückzuführen.
Marina
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Angela
Hallo,
Marinas furchtbare Geschichte möchte auch ich zum Anlass nehmen zu beschreiben wie mein erster Kater Pinky gestorben ist.....
Es ist 9 Jahre her, aber ich werde die Schreie von ihm nie vergessen...aber von Anfang an.
Pinky war 8 Jahre alt, als er plötzlich anfing mehr zu trinken und zu pieseln. Er war ein recht moppeliger Kater, wog 9 kg und hielt gar nichts von Bewegung.
Da ich Urinteststäbchen im Haus hatte ( es war ein Sonntag, an dem mir das vermehrte Pieseln ganz schlimm vorkam) hielt ich es in den Urin und ich sah...Glucose positiv...
Montag abend fuhren wir gleich zur Tierärztin und sie narkotisierte Pinky für eine Blutentnahme. Pinky war ein Kampfkater wie er im Buche stand. Er konnte sich recht gut in Armen und Beinen verbeissen und war nicht abzuschütteln...das hatte auch die Tierärztin mal erlebt und daher die Narkose...
Sie machte dann gleich eine Blutzuckerbestimmung und (ich habe keine Ahnung wie hoch der Wert war) holte ein Insulinfläschchen aus dem Kühlschrank...zog Insulin auf...stutzte...nein.. da nehmen wir mehr, bei DEM Wert...und spritzte meinem Kater in der Narkose seine erste Insulindosis...ohne Futter !!!! Ohne Anweisungen für uns !!! Ohne weiteren Termin !!!! Als wäre alles mit der einen Injektion erledigt....Leider war es das auch..
Pinky wollte nicht wachwerden aus der Narkose, er speichelte, ich rief in der Praxis an und mir wurde nur gesagt ich solle abwarten. In der Nacht lag er zwischen meinem Mann und mir und verlor Kot und Urin..
Ich vermutete eine Unterzuckerung und schmierte immer wieder Honig ins Mäulchen....es tat sich nichts...
Um 6 Uhr in der Früh fuhren wir zur Tierärztin...sie war sehr verärgert so früh geweckt zu werden, gab Pinki aber eine angewärmte Infusion mit Glucose und legte ihn auf eine Wärmedecke ( er hatte mittlerweile starke Untertemperatur).
Wir sollten nach Hause fahren und wir würden telefonieren.
Ich hatte die schlimmsten Befürchtungen und rief mehrmals am Tag an...der Ehemann der TÄin ( selber TA) redete etwas von Schlaganfall, den Pinky in der Narkose bekommen hätte...Pinky war ja immer so schwierig....er hatte ihn abgeschrieben..).
Mein Mann und ich fuhren erneut zu der Praxis, ohne Vorankündigung und wollten Pinky in die TiHo bringen.
Wir hörten schon im Wartezimmer seine Schreie...ich wusste da noch nicht, dass das mein Kater sein sollte, den ich 12 Jahre lang bei mir hatte. Diese Schreie habe ich nie gehört ! Es war so schrecklich ! Pinky krampfte, war kalt, er war mit allen vier Beinchen festgebunden und lag mehr tot als lebendig am Tropf...
Ich riess ziemlich wütend die Bänder ab und befreite Pinky, verlor kaum noch ein Wort, packte mir den Kleinen in eine Decke und wir fuhren los...Richtung TIHO.
Es war aber wirklich alles zu spät. Wir kamen zwar als Notfall sofort dran...hatten aus dem Auto schon unser Kommen angekündigt, aber Pinky wurde nicht mehr wach. Am nächsten Morgen um 7 Uhr rief der TA an und berichtete das Pinky gestorben sei.
Eine Hypo ist etwas so Grauenvolles, dass ich jetzt, wo ich leider nochmal einen Kater mit Diabetes habe, eine enorme Angst habe, zuviel Insulin zu geben. Ich gehe extrem vorsichtig mit dem Insulin um, und als Michel gestern Mittag plötzlich einen Wert von 80 hatte, da fing mein Herz doch an zu schlagen....Michel hat dann nochmal gefuttert und es war keine Gefahr, aber ich bemerke unterschiedliche Reaktionen auf das Insulin, ja nachdem wohin ich spritze ! Michel ist gestern mit 0,8 E von 267 auf 80 gefallen ! Obwohl er gut gefressen hat und nicht erbrochen !
Damals bei Pinky ist so ziemlich alles falsch gelaufen und meine einzige Hoffung war und ist, dass Pinky durch die Narkose gar nichts von dem Drama gemerkt hat. Auch wenn er ein ziemlich rabiater Bursche war und ich eigentlich keine Katze mehr wollte ( er hat mich manchmal angegriffen, dass ich sehen musste, wie ich in ein anderes Zimmer kam und die Tür vor ihm zumachen konnte ! Nach einer Weile hatte er sich wieder abgeregt), so etwas hat keiner verdient.
Heute messe ich lieber ein paarmal mehr am Tag und wenn ich das Haus verlasse, mache ich einen Wert, damit ich zumindest aller Wahrscheinlichkeit nach beruhigt gehen kann....man weiss nie...manchmal ist Michel schon von +8- +12 um 100 Punkte gefallen...Futter steht dann immer bereit.
Nachdenkliche Grüsse von Angela mit Michel
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Ariane berichtet über eine Hypo bei ihrer Katze Black
Am Abend vorher hatte Black nicht gefressen, also hatte sie auch kein Insulin bekommen. Morgens mussten wir dann sowieso zum Tierarzt, um die Werte kontrollieren zu lassen, weil wir da grad ganz frisch und erst eine Woche mit Insulin-Spritzen dabei waren. Hometesting haben wir da auch noch nicht gemacht. Da hatte sie dann einen Morgen-Pre von etwa 240, woraufhin ihr die Ärztin die volle Dosis, in unserem Fall 4 IE, spritzte (heute weiß ich, das war viel zu viel - und zum falschen Zeitpunkt). Wieder zu Hause fraß Black nur mäßig und verzog sich zum Schmollen in die Küche, während ich mich wieder zum Arbeiten an den Computer setzte.
Irgendwann, so etwa zwei Stunden später hörte ich so ein komisches Schlagen aus der Küche, als ob eben eine Mieze immer mal wieder gegen ein Stuhlbein schlägt. Das kam mir doch sehr komisch vor und ich ging nachsehen. In der Küche traf mich dann der Schlag - Black lag unter dem Küchentisch auf der Seite in ihrem Urin und Kot. Sie hatte Krämpfe und sabberte entsetzlich. Als ich versuchte, sie anzufassen, schrie sie furchtbar. In dem Moment war ich völlig mit der Situation überfordert, waren wir doch erst seit kurzem Diabetiker. Außerdem hatte ich Helgas Seite noch nicht gefunden… Für einen Moment überlegte ich, in der Tierklinik Bescheid zu sagen, dass ich komme, doch dann dachte ich: "So viel Zeit hab ich jetzt nicht".
Also in Windeseile den Hausschlüssel, Autoschlüssel und das Geld gegriffen, die schreiende Black auf eine Decke gezogen und ab zur Tierklinik. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hingucken soll, auf die Straße oder ob meine Mieze noch atmet. Zum Glück, muss ich mittlerweile sagen, schrie sie in regelmäßigen Abständen, so dass ich sicher sein konnte, dass sie noch bei mir ist. Während der ganzen fünf Kilometer musste ich zitternd mit den Tränen kämpfen und jede, wirklich jede Ampel war rot… An der Klinik bin ich dann auf den Parkplatz gefahren, habe vor Schreck vergessen, das Auto abzuschließen und bin wie eine Irre mit Black auf dem Arm in die Praxis gestürmt. Die Schwester an der Aufnahme leitete uns sofort in einen Raum weiter und bevor ich mich versah, waren drei Schwestern und der Chefarzt da und kümmerten sich um uns. Ich erklärte ihm, was passiert war und er nahm sofort Blut ab und legte, noch während ich am erklären war, einen kalten Glukosetropf. Schon nach einer halben Minute wurden die Krämpfe weniger. Mir kam diese halbe Minute allerdings vor wie eine Ewigkeit… Blacks Körpertemperatur war runter auf 34 Grad, und sie wurde in Decken und Wärmflaschen eingewickelt. Und sie lag einfach nur so da und ließ alles mit sich machen… Der Glukosetropf wurde dann durch einen angewärmten ersetzt. Irgendwann hat sie dann aufgehört zu krampfen und zu zittern und ist eingeschlafen, gut eine Stunde lang. Ich habe die ganze Zeit ihre Pfote gehalten, damit der Tropf ordentlich laufen kann, und musste vor Verzweiflung immer wieder weinen. Zwischendurch kam das Ergebnis des Bluttests - der Glukosewert war runter auf 20 mg/dl und wäre sicher noch weiter gesunken, wenn wir nicht beim Tierarzt gewesen wären.
Nachdem sie eine Stunde geschlafen hatte, machte sie die Augen wieder auf und sah mich an, und da wusste ich, dass sie es geschafft hat. Die Körpertemperatur war auch wieder annähernd normal. Ein letztes Mal wurde Blut abgenommen, Black wehrte sich schon wieder wie eine Raubkatze und biss mir ordentlich in den Finger, weil ich sie festgehalten hatte. Der Wert war wieder rauf auf 360 mg/dl, und so wurden wir nach Hause entlassen. Ingesamt haben wir gut zweieinhalb Stunden beim Tierarzt verbracht. Die abendlichen Spritze sollten wir dann weglassen und generell auch die Dosis halbieren. Zu Hause hat Black dann wenigstens ordentlich gefressen und sich dann zum Schmollen hinter die Couch verzogen.
So eine Hypoglykämie ist zum Glück nur einmal vorgekommen, aber das ist wirklich nichts, was man erleben muss… Zum Glück hat Black keine Folgeschäden davongetragen, sie ist so munter wie eh und je…
Ariane
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