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Katzendiabetes - noch Lebensqualität?
 
 
 
Deine Katze hat gerade die Diagnose „Diabetes” bekommen, und du stellst dir solche Fragen wie: „Lohnt sich das überhaupt? Soll ich mein Tier mit Spritzen quälen? Verlängere ich nicht nur sein Leiden? Und Hometesting wird mir empfohlen? Soll ich etwa mein geliebtes Tier ins Ohr stechen??"
 
Zugegeben hatte ich anfangs auch Bedenken, ob wir Clyde so ein Leben zumuten wollten. Denn wie bereits auf der Seite Allgemeines erwähnt, war er in einem bemitleidenswerten Zustand. Abgemagert von 7,5 kg auf 5 kg, nur noch Haut und Knochen, ständig durstig und hungrig, nur noch unterwegs zum Katzenklo!!
 
Doch wir nahmen die Herausforderung an. Schon nach den ersten Insulingaben (obwohl die viel zu hoch waren, wie wir heute wissen), ging es ihm besser. Er schlief nicht mehr ganz so viel, in seine Augen kam etwas von der alten Lebendigkeit zurück.
 
Anfangs waren wir über jede 100 g froh, die er wieder zunahm. Mit fortschreitender Regulierung, für die wir fast ein ganzes Jahr gebraucht haben, ist er wieder ganz der Alte geworden. Äußerlich sieht man ihm seine Krankheit überhaupt nicht an. Sein Gewicht hat er wieder, sein Fell glänzt, und er stromert durch die Gegend. Das ständige Trinken und Urinieren ist schon lange, lange vorbei.
 
Ich  messe zwar täglich mehrmals den Blutzucker und piekse ihn dafür ins Ohr, doch das macht ihm nichts aus. Er springt immer noch  freiwillig auf den Tisch, wenn  er sieht, dass ich meine Utensilien aus dem Schrank nehme. Natürlich bekommt er jede Menge Streicheleinheiten, und ich erzähle ihm, was für ein lieber Kater er ist. Und kohlenhydratfreie Leckerlis sind ein Muss!
 
Das Insulin holt er sich richtig ab. Er weiß um die Zeiten und holt mich morgens aus dem Bett. Wenn er merkt, dass er niedrige Werte bekommt, streicht er mir um die  Beine und möchte zusätzliches Futter haben. Dann messe ich kurz, und wenn mir seine Werte zu niedrig erscheinen, bekommt er eine Kleinigkeit.
 
 
Ich habe auch Aufgaben delegiert und empfehle  jedem, es auch so zu machen. Mein Mann wurde angelernt, Hometesting zu machen und Spritzen zu geben. Meiner netten Nachbarin habe ich zunächst das Spritzen beigebracht. Dann traute sie sich sogar Hometesting  zu!! Meine erwachsenen Kinder sind auch  gut angelernt. Auf diese Weise habe ich Leute, die mich im Notfall vertreten können,  und wenn ich mal verhindert bin, weiß ich Clyde in guten Händen.
 
Im Urlaub nehmen wir die Katzen mit, wir fahren jedoch nur zu einem Wohnwagen, der einen festen Standplatz hat. Beide  kennen sich dort seit vielen Jahren gut aus  und laufen frei rum. An das Autofahren hat Clyde sich schon lange gewöhnt, im Gegensatz zu seiner gesunden Schwester Bonnie, die gerne unterwegs ein „Katzenkonzert” veranstaltet und "meckert". Doch wenn beide am Ziel sind, sind sie überglücklich, dort zu sein, denn um den Wohnwagen herum ist ein wahres Katzenparadies.
 
Durch das tägliche Umsorgen, durch regelmäßige Tierarztbesuche und Laboruntersuchungen ist Clydes Gesundheit wahrscheinlich besser kontrolliert als die manch anderer Katze.  Unsere Beziehung ist wesentlich inniger geworden als vor der Diagnose. Jetzt ist er mehr mein Kater geworden, früher zählte für ihn ausschließlich mein Mann.
 
Manche Leute halten uns wahrscheinlich für ein bisschen verrückt, wegen einer Katze so ein Aufhebens zu machen. Aber wer sich ein Tier anschafft, übernimmt eben  auch Verantwortung, in guten und in schlechten Zeiten!
 
Wenn uns jemand bemitleidet und sagt: „Ach, das arme Tier!”, dann antworte ich mit den gleichen Worten, wie ich sie  auf einer amerikanischen Homepage gelesen habe:
 
Clyde ist nicht krank, er hat nur Diabetes !
 
Und das nun schon über 8 Jahre!
 
 
 
Ist das nicht Lebensqualität??
 
  
 
 
 
 
 
    
 
   
 
   
 
   
 
   
     
    Clyde im Laufe der letzten  Jahre
 
Weitere aktuelle Bilder von 2008 und 2009 auf der Titelseite!
 
 
 
 
 
 
 
Alle Informationen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und geben meine persönliche Meinung wieder. Ich bin kein Tierarzt und übernehme keinerlei Haftung. Bitte sprecht die Therapie der Katze mit eurem Tierarzt ab. Jedes Kopieren, Einspeichern in automatisierte Dateien und Weiterverwenden der Texte und Bilder ist nur mit meiner Erlaubnis zulässig. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Helga Schoolmann