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Katzendiabetes - noch Lebensqualität?
 
 
 
Deine Katze hat gerade die Diagnose „Diabetes” bekommen, und du stellst dir solche Fragen wie: „Lohnt sich das überhaupt? Soll ich mein Tier mit Spritzen quälen? Verlängere ich nicht nur sein Leiden? Und Hometesting wird mir empfohlen? Soll ich etwa mein geliebtes Tier ins Ohr stechen??"
 
Zugegeben hatte ich anfangs auch Bedenken, ob wir Clyde so ein Leben zumuten wollten. Denn wie bereits auf der Seite Allgemeines erwähnt, war er in einem bemitleidenswerten Zustand. Abgemagert von ca. 7,5 kg auf 5 kg, nur noch Haut und Knochen, ständig durstig und hungrig, nur noch unterwegs zum Katzenklo!!
 
Doch wir nahmen die Herausforderung an. Schon nach den ersten Insulingaben (obwohl die viel zu hoch waren, wie wir heute wissen), ging es ihm besser. Er schlief nicht mehr ganz so viel, in seine Augen kam etwas von der alten Lebendigkeit zurück.
 
Anfangs waren wir über jede 100 g froh, die er wieder zunahm. Mit fortschreitender Regulierung, für die wir fast ein ganzes Jahr gebraucht haben , wurde er wieder ganz der Alte. Äußerlich sah man ihm seine Krankheit nie mehr  an. Sein Gewicht hatte er schnell wieder, sein Fell glänzte bis zum Schluss, und er stromerte wieder durch die Gegend. Das ständige Trinken und Urinieren war schnell vorbei.
 
Ich  maß fast 9 Jahre täglich mehrmals den Blutzucker und piekste ihn dafür ins Ohr, doch das machte ihm nichts aus. Er sprang bis zuletzt immer noch  freiwillig auf den Tisch, wenn  er sah, dass ich meine Utensilien aus dem Schrank nahm. Natürlich bekam er jede Menge Streicheleinheiten, und ich erzählte ihm, was für ein lieber Kater er ist. Und kohlenhydratfreie Leckerlis waren  ein Muss!
 
Das Insulin holte er sich richtig ab. Er wusste um die Spritzzeiten und holte mich morgens aus dem Bett. Wenn er merkte, dass er niedrige Werte bekam, strich er mir um die  Beine und wollte zusätzliches Futter haben. Dann maß ich eben, und wenn mir seine Werte zu niedrig erschienen, bekam er eine Kleinigkeit. In 9 Diabetesjahren ist er mir nie mit den gefürchteten Symptomen unterzuckert.
 
 
Ich hatte auch Aufgaben delegiert und empfehle  jedem, es auch so zu machen. Mein Mann wurde angelernt, Hometesting zu machen und Spritzen zu geben. Meiner netten Nachbarin habe ich zunächst das Spritzen beigebracht. Dann traute sie sich sogar Hometesting  zu!! Meine erwachsenen Kinder waren auch  gut angelernt. Auf diese Weise hatte ich Leute, die mich im Notfall vertreten konnten,  und wenn ich mal verhindert war, wusste ich Clyde in guten Händen.
 
Im Urlaub nahmen wir die Katzen mit, wir fuhren jedoch nur zu einem Wohnwagen, der einen festen Standplatz hat. Beide  kannten sich dort seit vielen Jahren gut aus  und liefen frei rum. An das Autofahren hatte Clyde sich schon lange gewöhnt, im Gegensatz zu seiner gesunden Schwester Bonnie, die gerne unterwegs ein „Katzenkonzert” veranstaltete und "meckerte". Doch am Ziel angekommen,  waren sie überglücklich, dort zu sein, denn um den Wohnwagen herum ist ein wahres Katzenparadies.
 
Andere Forumsteilnehmer nahmen teilweise auch ihre Katzen mit, sogar in Ferienwohnungen, alles ist machbar!
Nur Aussetzen der Behandlung während des Urlaubs ist nicht möglich, das könnte ein Todesurteil sein.
 
Durch das tägliche Umsorgen, durch regelmäßige Tierarztbesuche und Laboruntersuchungen war Clydes Gesundheit wahrscheinlich besser kontrolliert als die manch anderer Katze.  Unsere Beziehung war wesentlich inniger geworden als vor der Diagnose. Er war mehr mein Kater geworden, davor zählte für ihn ausschließlich mein Mann.
 
Manche Leute hielten uns wahrscheinlich für ein bisschen verrückt, wegen einer Katze so ein Aufhebens zu machen. Aber wer sich ein Tier anschafft, übernimmt eben  auch Verantwortung, in guten und in schlechten Zeiten!
 
Wenn uns jemand bemitleidete und sagte: „Ach, das arme Tier!”, dann antwortete ich mit den gleichen Worten, wie ich sie  auf einer amerikanischen Homepage  gelesen habe:
 
Clyde ist nicht krank, er hat nur Diabetes !
 
Und damit hat er 9 Jahre gut gelebt, wurde über 16 Jahre alt, hat ein schönes Katerleben gehabt.
 
 
 
Ist das nicht Lebensqualität??
 
  
 
 
 
 
 
       
 
   
 
   
 
   
 
   
     
    Clyde im Laufe der letzten  Jahre
 
Weitere Bilder von 2008 bis 2010 auf der Startseite der Homepage !
 
 
 
 
 
 
 
Alle Informationen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und geben meine persönliche Meinung wieder. Ich bin kein Tierarzt und übernehme keinerlei Haftung. Bitte sprecht die Therapie der Katze mit eurem Tierarzt ab. Jedes Kopieren, Einspeichern in automatisierte Dateien und Weiterverwenden der Texte und Bilder ist nur mit meiner Erlaubnis zulässig. Zuwiderhandlungen werden verfolgt. Helga Schoolmann